Neuss/​Kaarst/​Korschenbroich: Nitratbelastung im Wasser – jeder dritte Brunnenbesitzer betroffen

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss, Kaarst, Korschenbroich – Der VSR-​Gewässerschutz e.V musste lei­der wie­der Bürgern mit­tei­len, dass ihr Brunnenwasser zu viel Nitrat enthält. 

Viele Menschen kamen in der Hoffnung, dass ihr Brunnenwasser nicht von den Nitratbelastungen betrof­fen ist, an den Informationsstand im ver­gan­ge­nen Juni nach Kaarst. Jeder dritte Brunnenbesitzer wurde ent­täuscht und musste erfah­ren, dass der Grenzwert der deut­schen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter in sei­nem Brunnen über­schrit­ten ist.

Insgesamt wurde das Wasser von 241 pri­vat genutz­ten Brunnen aus dem Raum Kaarst – Neuss – Korschenbroich ana­ly­siert. Ein Grund für die hohen Belastungen ist die inten­sive Landwirtschaft. Diese hat sich in den letz­ten Jahrzehnten immer wei­ter aus­ge­brei­tet. Die bis­he­ri­gen Düngeverordnungen ermög­lich­ten der Agrarindustrie zu wach­sen und ihre land­wirt­schaft­li­chen Flächen auf Kosten der Umwelt zu über­dün­gen.“ so Susanne Bareiß-​Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz.

Die umwelt­ver­träg­li­che Form der Landwirtschaft, zu der viele bäu­er­li­chen Betriebe zäh­len, ver­schwin­den dage­gen immer mehr. Die Gewässerschutzorganisation rät Bürgern bei ihrem Einkauf bewusst dar­auf zu ach­ten, dass die Produkte von Landwirten stam­men, wel­che die Nitratbelastungen und die Sorgen der Menschen in der Region ernst nehmen.

Dipl. Phys. Harald Gülzow, Projektleiter im VSR-​Gewässerschutz und Milan Toups, Bundesfreiwilliger fan­den bei den Untersuchungen 179 Milligramm Nitrat pro Liter in einem pri­vat genutz­ten Brunnen in Vogelsang. Weitere mit Nitraten stark ver­schmutzte Brunnen stell­ten die Umweltschützer in Vorst mit 84 Milligramm pro Liter (mg/​l), Kaarst-​Ort mit 93 mg/​l, Kaarst-​West mit 74 mg/​l, Grefrath mit 113 mg/​l, Büttgen mit 100 mg/​l und Driesch mit 88 mg/​l fest.

Am Informationsstand und auch bei der tele­fo­ni­schen Beratung zeig­ten viele Brunnenbesitzer, dass sie über die Nitratbelastungen der Region wütend sind. Sie möch­ten es nicht mehr ein­fach hin­neh­men, dass ihr Brunnenwasser nur ein­ge­schränkt nutz­bar ist. Ärgerlich ist ins­be­son­dere, dass das Wasser nicht zum Befüllen von Gartenteichen geeig­net ist. Es besteht die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt. Abgestorbene Pflanzen kön­nen anschlie­ßend zu Fischsterben führen.

Auch beim Gießen des selbst ange­bau­ten Gemüses sollte das Brunnenwasser nicht zu einer Nitratanreicherung füh­ren. Der ein­zelne Brunnenbesitzer kann eine Anreicherung ver­mei­den, wenn er die Nitratbelastung des Brunnenwassers in die Düngeberechnung ein­be­zieht. Hierfür ist es aller­dings drin­gend nötig die Nitratkonzentration im Brunnenwasser zu kennen.

Wer den Termin am Labormobil ver­passt hat, kann eine Wasserprobe auch mit der Post an die Geschäftsstelle sen­den. Die gemein­nüt­zige Umweltschutzorganisation hat auf ihrer Homepage https://www.vsr-gewässerschutz.de/ viele Tipps rund um das Thema Brunnenwasser zusam­men­ge­stellt. Hier fin­det man auch Informationen wie man den zuge­führ­ten Stickstoff durch das Gießwasser ausrechnet.

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