Neuss: SPD will in Holzheim bezahl­ba­ren Wohnraum ermög­li­chen

Neuss-​Holzheim – Die SPD Neuss setzt das Neubaugebiet am „Blausteinsweg“ in Holzheim erneut auf die Tagesordnung des Planungsausschusses und möchte auf einem Teilbereich den Bau von bezahl­ba­rem Wohnraum ermög­li­chen.

Wir müs­sen bei allen Neubauprojekten bezahl­bare Wohnungen schaf­fen“, sagt Sascha Karbowiak. Der Vorsitzende der SPD Neuss weist dar­auf hin, dass die für den Wohnungsbau ver­füg­ba­ren Flächen knapp sind und „Schwerpunkte“ gesetzt wer­den müs­sen.

Denn der Bau von mehr bezahl­ba­ren Wohnungen ist seit vie­len Jahren eine der wich­tigs­ten Aufgaben für die Stadt Neuss: Jeder zweite Haushalt hätte rein sta­tis­tisch ein Anrecht auf eine öffentlich-​geförderte Wohnung. Aber nur für einen klei­nen Teil der Neusserinnen und Neusser ist in der Realität eine bezahl­bare Wohnung ver­füg­bar. Aus die­sem Grund sei es nach Aussage Karbowiaks „ein Fehler gewe­sen“, am Blausteinsweg nicht auf den Bau von bezahl­ba­ren Wohnungen zu bestehen.

Dort ent­steht aktu­ell die erste Klimaschutzsiedlung in der Stadt Neuss. Das aktu­elle Konzept sieht größ­ten­teils den Bau von äußerst ener­gie­ef­fi­zi­en­ten Einfamilienhäusern vor. Diese extrem auf­wen­dige Bauweise führt aller­dings zu Kaufpreisen von über 500.000 Euro. Das kann sich nur ein sehr klei­ner Teil der Neusser Bevölkerung leis­ten. Der Bau von bezahl­ba­ren Wohnungen ist bis­lang nicht vor­ge­se­hen.
 
„Das Projekt ver­stößt in sei­ner heu­ti­gen Form gegen die Quote für bezahl­ba­ren Wohnraum“, erklärt der SPD-​Fraktionsvorsitzende Arno Jansen. Denn der Rat der Stadt Neuss hat vor eini­gen Jahren fest­ge­legt, dass bei jedem grö­ße­ren Neubauprojekt auch ein Anteil an bezahl­ba­ren Wohnungen geschaf­fen wer­den muss. „Das muss auch in Holzheim das Ziel sein“, sagt Arno Jansen.

Von der Redaktion Klartext-​NE ange­spro­chen auf die ver­gan­gene Zustimmung bei der Planung/​Genehmigung in den jewei­li­gen Gremien der SPD, im Zeitraum 2010, äußerte sich Arno Jansen:

Der Sinneswandel kommt daher, dass seit 2010 u. a. die Baupreise explo­diert sind und durch die sehr strik­ten Vorgaben (z. B. zwin­gend Holzpelletheizungen, Wärmepumpen, Solarenergie etc.) die Baukosten bei rund 3.000 Euro pro Quadratmeter lie­gen. Das kann man sich nur mit Höchsteinkommen leis­ten, die Nachfrage ist ent­spre­chend gering. Dann lie­ber kein Passivhausstandard son­dern nur „nor­mal” ener­gie­ef­fi­zi­ente Häuser, die auch noch mit durch­schnitt­li­chen Einkommen bezahlt wer­den kön­nen.”

Die SPD-​Fraktion weist dar­auf hin, dass sie die grund­sätz­li­che Idee der Klimaschutzsiedlung wei­ter­hin unter­stützt. Darum will die SPD einen Teilbereich der Klimaschutzsiedlung in eine „kli­ma­freund­li­che Siedlung“ mit weni­ger stren­gen Festsetzungen umzu­wan­deln. „Es muss jeden­falls gewähr­leis­tet sein, dass am Blausteinsweg auch Wohnungen ent­ste­hen, die sich mehr Neusserinnen und Neusser als bis­her geplant leis­ten kön­nen. Eine Klimasiedlung nur für Reiche leh­nen wir ab“, sagt Arno Jansen.

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