Meerbusch: Feuerwehr zur Einsatzbilanz des 1. Halbjahres 2019

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Robert Schilken, Herausgeber



Meerbusch – Zu 316 Einsätzen wurde die Freiwillige Feuerwehr Meerbusch in der ers­ten Jahreshälfte geru­fen. In 72% aller Fälle wur­den wir auch vor Ort tätig indem wir 58 Brände lösch­ten und 170 mal Technische Hilfe leisteten. 

Im Jahr 2018 bilan­zier­ten wir im ver­gleich­ba­ren Zeitraum in Folge des ein­satz­rei­chen Sturms Frederike über 400 Einsätze. Somit kann das erste Halbjahr 2019 schon eher als „nor­ma­les Einsatzhalbjahr“ betrach­tet wer­den. Die reine Zahlenlage sollte aber nicht dar­über hin­weg­täu­schen, dass einige der Einsätze durch­aus über meh­rere Stunden andau­er­ten und teil­weise eine große Anzahl an Meerbusch Einsatzkräften forderten.

So stand Mitte März eine Schreinerei in Bösinghoven im Vollbrand. Über meh­rere Stunden hin­weg waren bis zu 80 Feuerwehrfrauen und Männer vor Ort und konn­ten ein Übergreifen der Flammen auf benach­barte Gebäude ver­hin­dern und den Brand löschen. Der Dachstuhl und Teile der Schreinerei wur­den erheb­lich beschädigt.

Ende April kam es dann zu einem Brand in einer Lanker Doppelgarage, auf der ein Taubenschlag auf­ge­sat­telt war. Durch den dich­ten Brandrauch kamen bedau­er­li­cher­weise über 100 Zuchttauben ums Leben. Etwa 80 Tiere konn­ten lebend geret­tet wer­den. Durch den Rauch wurde auch ein Anwohner ver­letzt und vor­sorg­lich durch den Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht.

Besondere Brisanz hatte ein Einsatz Anfang Juni auf dem Daddersweg in Büderich. Eine Terrassenüberdachung war dort in Brand gera­ten und hatte bei Eintreffen der Feuerwehr bereits auf das Gebäude über­ge­grif­fen. Durch ein geplatz­tes Fenster brei­tete sich gif­ti­ger Brandrauch im Gebäude aus. Die Bewohner hat­ten sich eigen­stän­dig in einen nicht betrof­fe­nen Gebäudeteil zurück­ge­zo­gen und wur­den umge­hend vom Rettungsdienst unter­sucht. Der Brand war mit Hilfe zweier Strahlrohre bin­nen weni­ger Minuten gelöscht.

Mit über 18 Stunden erwies sich der Brand von rund 400 Strohballen in Nierst vor weni­gen Wochen als beson­ders zeit­in­ten­siv. Da von dem Feuer keine direkte Gefahr für die angren­zen­den Gebäude aus­ging, brach­ten die Feuerwehrkräfte meh­rere Strahlrohre in Stellung, um die Umgebung vor Wärmestrahlung und auf­flie­gen­den Funken zu schüt­zen. Der Landwirt und Besitzer der betrof­fe­nen Fläche zog mit einem Traktor eine Schneise rund um die Strohmiete in das Kornfeld, um die Maßnahmen der Feuerwehr zu unter­stüt­zen. Da ein Löschen der dicht gepress­ten Strohballen mit Wasser kaum mög­lich ist und dies außer­dem eine wei­tere Ausbreitung des Schadens durch in den Boden ein­drin­gen­des Löschwasser nach sich gezo­gen hätte, ent­schied die Feuerwehr, die Strohmiete zunächst kon­trol­liert abbren­nen zu lassen.

Gerade die Einsätze im Bereich der Technischen Hilfe zei­gen wir viel­sei­tig eine Feuerwehr heut­zu­tage auf­ge­stellt ist. Die Erwartungshaltung aus der Bevölkerung an die Feuerwehr als „Allrounder in allen Notlagen“ ist auch in Meerbusch merk­lich ange­kom­men. 35 Personen und 23 Tieren eilte die Meerbuscher Wehr in den ers­ten sechs Monaten zur Hilfe. Meistens benö­tig­ten die Personen hin­ter einer ver­schlos­se­nen Türe medi­zi­ni­sche Hilfe und die Feuerwehr sorgte für den schnel­len Zugang.

Rund 50 Einsätze dreh­ten sich um Gefahren im Straßenverkehr. Sei es im Zusammenhang mit Verkehrsunfällen oder Kraftstoffspuren, die durch die Feuerwehr ent­fernt wur­den. 44 Sturmeinsätze und sie­ben Wasserschäden run­den das Aufgabenspektrum ab. Ein wei­te­rer Blick in die Statistik ver­deut­lich sehr anschau­lich die Struktur der Freiwilligen Feuerwehr Meerbusch mit ihren 19 haupt­amt­li­chen Feuerwehrmännern auf der Osterather Feuerwache und den 261 Freiwilligen Frauen und Männern in vier Löschzügen und drei Löschgruppen in fast allen Meerbusch Stadtteilen.

Zu 172 Einsätzen rück­ten die haupt­amt­li­chen Kräfte bis­her aus. Dieser ver­gleichs­weise hohe Wert liegt zum einen daran, dass sie werk­tags viele klei­nere Einsätze ohne die Hilfe der Freiwilligen abar­bei­ten kön­nen und zum ande­ren, weil sie mit einer von zwei Meerbuscher Drehleitern ein Fahrzeug rund um die Uhr beset­zen, dass zu vie­len Einsätzen immer mit ausrückt.

Bei den Freiwilligen Einsatzkräften ver­tei­len sich die Alarmierungen etwas anders. Der Löschzug Osterath ist mit 114 Einsätzen bis­her eben­falls sehr häu­fig geru­fen wor­den. Die Löschzüge aus Büderich und Lank-​Latum muss­ten 91 bzw. 76 Einsätze absol­vie­ren und die Mitglieder des Löschzugs Strümp kom­men auf 33 Alarmierungen von Januar bis Ende Juni. 27 bzw. 21 Mal rück­ten die Löschgruppen Langst-​Kierst und Nierst aus. Die Löschgruppe Ossum-​Bösinghoven ver­zeich­net bis­her sie­ben Einsätze.

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