Klartext​.NRW: Vorsicht bei Kontakt mit Eichenprozessionsspinnern

Klartext​.NRW – Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales sowie das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz tei­len mit:

Mit Sorge sieht die Landesregierung die der­zeit mas­sive Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners und ruft die Bevölkerung zur erhöh­ten Achtsamkeit und Vorsorge auf. „Die Raupen besit­zen soge­nannte „Brennhaare“, die bei Hautkontakt zu Verletzungen und ent­zünd­li­chen Reizungen füh­ren kön­nen. Wenn sie ein­ge­at­met wer­den, kön­nen zudem Atembeschwerden auf­tre­ten. Der Kontakt mit den Raupen und den Gespinstnestern, wel­che die Raupen zum Zwecke der Verpuppung errich­ten, ist unbe­dingt zu mei­den“, erklärt Dr. Edmund Heller, Staatssekretär im Arbeits- und Gesundheitsministerium.

Die Landesregierung steht in Gesprächen mit den Kommunen, die eigen­ver­ant­wort­lich vor Ort über die zur Gefahrenabwehr nöti­gen und geeig­ne­ten Maßnahmen ent­schei­den und die Hoheit über den Vollzug zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners im öffent­li­chen Raum haben. „Das aktu­ell tro­ckene und heiße Wetter begüns­tigt die Ausbreitung der Raupen. Ein Ergebnis eines Fachgespräches mit den rele­van­ten Behörden und Vertretern der Kommunen sind Überlegungen zur kurz­fris­ti­gen Erarbeitung eines Leitfadens mit kon­kre­ten Hilfestellungen für die Kommunen“, sagt Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär im Umwelt- und Landwirtschaftsministerium.

Die Ministerien raten drin­gend dazu, sich von den Raupen, deren Nestern und Häuten fern­zu­hal­ten. Auch soll­ten, etwa im hei­mi­schen Garten, keine Gegenmaßnahmen auf eigene Faust durch­ge­führt wer­den. Für das Entfernen der Nester im öffent­li­chen Raum beauf­tra­gen die Kommunen Spezialfirmen. Sofern ein Befall im pri­va­ten Garten oder Wald zu beob­ach­ten ist, soll­ten auch hier vom Eigentümer Spezialfirmen beauf­tragt wer­den. Ungeachtet des­sen sollte das Ordnungsamt der zustän­di­gen Kommune infor­miert wer­den, damit die befal­le­nen Stellen von den Kommunen kar­tiert wer­den kön­nen.

Eine effek­tive Möglichkeit zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners und der ein­her­ge­hen­den Gefahren sei­tens der Kommunen bie­ten das Absaugen mit spe­zi­el­len Geräten. Daneben besteht auch die Möglichkeit des geziel­ten Einsatzes von Bioziden. Dieser ist jedoch ins­be­son­dere vor Ausbildung der Brennhaare bis zum zwei­ten Raupenstadium sinn­voll – und die­ses Stadium ist für die­ses Jahr bereits abge­schlos­sen. Ein Abflämmen kommt wegen der Brandgefahr sowie der Thermik und des Verwirbelns der Härchen in der Regel nicht in Frage.
 
Bei Verdacht eines Gifthaarkontakts emp­feh­len die Gesundheitsbehörden fol­gende Maßnahmen:

  • Sofortiger Kleiderwechsel und der Versuch, mit einem Klebeband vor­han­dene Brennhaare von der Haut abzu­neh­men
  • Duschbad mit Haarwäsche
  • Bei Augenbeteiligung das Spülen mit Wasser
  • Hautreaktionen kön­nen lokal sym­pto­ma­tisch mit mit­tel­stark bis stark wirk­sa­men Kortikosteroiden behan­delt wer­den
  • Bei Bindehautentzündung Augentropfen, die auch ein Antiseptikum ent­hal­ten
  • Gegen den meist stark aus­ge­präg­ten Juckreiz sind orale Antihistaminika hilf­reich
  • Bei respi­ra­to­ri­schen Symptomen (asth­maar­tige Beschwerden) ist der Einsatz von geeig­ne­ten Medikamenten in Form von Dosier-​aerosolen indi­ziert
  • Schwerere Verläufe kön­nen eine sys­te­mi­sche Kortikosteroidtherapie not­wen­dig machen
  • Bei aus­ge­präg­ten Symptomen ggf. ärzt­li­che Hilfe auf­su­chen. 

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