Korschenbroich: Leidenschaftliche U15-​Mädchen des SV Glehn ver­lo­ren – SGS Essen holt sich den Verbandspokal

Korschenbroich – (SV Glehn) Effektivität siegt über Leidenschaft: Die U15-​Mädchen des SV Glehn haben im Finale des Verbandspokals am Triumph geschnup­pert, muss­ten sich aber ver­dient einer star­ken SG Essen-​Schönebeck beu­gen:

Die Neun des Trainerteams Jansen/​Otto/​Strömer von Hagen unter­lag in einem hoch­klas­si­gen Finale vor rund 200 Zuschauern den Gästen aus dem Ruhrgebiet 1:5 (0:3), zogen sich aber bei der zu hoch aus­ge­fal­lene Niederlage mehr als acht­bar aus der Affäre. Sophie Gzywacki, Alisa Grünwald, Nike Brinkmann, Tereza Hlavova und Marisa Wettläufer tra­fen für den Nachwuchs des Fußball-​Bundesligisten, Freda Wiemers war für die Gastgeberinnen, die erst­mals ein FVN-​Finale erreicht hat­ten, erfolg­reich.

Das Feld war bestellt für ein hoch­klas­si­ges Finale: Bestes Fußballwetter, eine statt­li­che Kulisse aus der Glehner „foot­ball family“, Einlaufhymne mit „Begleiteskorte“ sorg­ten für einen ange­mes­se­nen Rahmen für die bei­den Endspielteilnehmer, die auf dem Weg ins Finale in den vier Runden jeweils deut­li­che Siege ein­fuh­ren und dabei jeweils nur ein Gegentor zulie­ßen. Nach einem vor­sich­ti­gen Abtasten zweier tech­nisch beschla­ge­nen Mannschaften ging die erste Großchance auf das Konto der Gastgeberinnen, als Amelie Müsch steil geschickt wurde und die pfeil­schnelle Angreiferin ihrer Gegenspielerin meh­rere Meter Vorsprung abnahm. Müschs stram­mer Schuss aus vol­lem Lauf aus 13 Metern ging dann knapp über die Latte.

Auf der Gegenseite bewie­sen die kör­per­lich robus­ten Essenerinnen dann gna­den­lose Effektivität: Mit der ers­ten Torchance brachte Gzywacki ihr Team in der 13. Minute in Führung, als sie einen Ball im Glehner Strafraum über die Linie sto­cherte. Nur zwei Minuten spä­ter erhöhte Grünwald per Kopf auf 2:0. Diese bei­den Treffer zeig­ten Wirkung bei den Glehnerinnen, die sich dann über einen län­ge­ren Zeitraum keine Torchance mehr erar­bei­ten konn­ten. Stattdessen hatte die SGS die Möglichkeit, die Führung wei­ter aus­zu­bauen, doch einen Fernschuss von Jule Schnieder lenkte Glehns gute Torhüterin Lina Jammers mit einer Parade zur Ecke (20.). Kurz vor dem Seitenwechsel erzielte das Team von Trainer Andreas Linke mit der vier­ten Chance den drit­ten Treffer, als die feine Technikerin Gzywacki auf die ein­ge­wech­selte Brinkmann durch­steckte und die im Eins gegen Eins den Ball eis­kalt an Jammers zum 3:0‑Pausenstand vor­bei­brachte.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Glehnerinnen, die trotz des Rückstandes kei­nes­wegs ent­täusch­ten und viele wich­tige lei­den­schaft­li­che Zweikämpfe gegen die SGS-​Offensiven gewan­nen, etwas bes­ser ins Spiel und spiel­ten muti­ger auf den Anschlusstreffer. Die zur kom­men­den Saison zu Borussia Mönchengladbach wech­selnde Julia Taube wurde wei­ter nach vorne gezo­gen und trieb das Glehner Spiel im Verbund mit Isabell Dobras, die sich viele auf­rei­bende Duelle mit ihrer Kontrahentin Hlavova lie­ferte, immer wie­der nach vorne an. Dobras selbst hätte in der 48. Minute für den ers­ten Glehner Treffer sor­gen kön­nen, doch nach ihrem eige­nen Ballgewinn legte sich die SV-​Kapitänin den Ball im Duell mit Torhüterin Celina Hoffmann zu weit vor. Auf der Gegenseite kam wie­der Brinkmann über die linke Seite durch, wurde aber im letz­ten Moment von einer bären­star­ken Glehner Abwehrchefin Maxie Spangenberger abge­kocht (50.).

Während nach Vorarbeit von Dobras, die auch selbst hätte schie­ßen kön­nen, Müsch nur das Außennetz traf, setzte Essen in der 54. Minute durch Hlavova den end­gül­ti­gen K.o. für die Gastgeberin, als sie mit einem Distanzschuss nach einem abge­wehr­ten Ball gegen eine unge­ord­nete Glehner Abwehr traf. Eine Minute spä­ter gelang den Glehnerinnen dann aber der ver­diente Ehrentreffer durch Freda Wiemers, die sich an der lin­ken Seite bis zur Grundlinie durch­tankte und ihre Hereingabe mit etwas Unterstützung der Essener Abwehr zum 1:4 über die Linie ging. In der 63. Minute setzte die ein­ge­wech­selte Wettläufer mit dem 1:5 den Schlusspunkt der gut­klas­si­gen Partien zweier fuß­bal­le­risch beschla­ge­nen Mannschaften.

Essens sym­pa­thi­scher Trainer Linke war nach der Partie dann auch ange­tan von den Rahmenbedingungen für das Finale: „Einen herz­li­chen Dank an den SV Glehn. Besser geht es nicht. Vom Spielverlauf her­ge­se­hen, war das 5:1 sicher­lich ein zu hohes Ergebnis und die Partie eher eine knappe Angelegenheit“. Leon Michalsky vom Fußballverband Niederrhein fand bei der Siegerehrung eben­falls nur Lob für beide Teams und über­gab neben den Medaillen für beide Mannschaften den Sieger, den FVN-​Wanderpokal an die Essenerinnen, die damit ihre 1:3‑Finalniederlage aus dem Vorjahr gegen Borussia Mönchengladbach „repa­rier­ten“. Fotos(2): SV Glehn

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