Klartext​.NRW: Nutzungsbedingungen frag­wür­dig – PIRATEN war­nen vor Nimses App

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Klartext​.NRW – Am 7. Juni hat Felix Kjellberg aka „Pewdiepie“ in einem Video auf Youtube die App „Nimses“ bewor­ben [1].

Pewdiepie ist mit einer Reichweite von 96,5 Mio der größte Youtuber der Welt und trägt damit eine große publi­zis­ti­sche Verantwortung, wel­cher er lei­der nicht im Ansatz nach­kommt. Die bewor­bene App, wel­che ein neues Soziales Netzwerk ist, ist unter dem Aspekt des Datenschutzes äußerst bedenklich.

Dass Youtuber in ihren Videos auch ihre eige­nen Produkte sowie Produkte Dritter bewer­ben, ist eine Selbstverständlichkeit. Leider han­delt es sich bei der App, die Pewdiepie hier bewirbt, nicht um irgend­ein lus­ti­ges Spiel oder neues Online-Gimmick.

Nimses ist das Online-​Äquivalent des Verkaufs der eige­nen Seele. Mit dem Akzeptieren der Nutzungsbedingungen über­schreibt der Nutzer die Rechte an der eige­nen Onlinepräsenz an das Unternehmen.

Ähnlich wie bei Google, Facebook oder Apple benö­tigt diese App Zugang zu bestimm­ten Informationen und fragt per­ma­nent Daten ab. Im Gegensatz zu den alt­her­ge­brach­ten Anwendungen ver­öf­fent­licht Nimses diese Informationen und ist immer aktiv. Wenn Nutzer online sind, wer­den sie von der App über­wacht. Dabei nutzt die App auch auf dem Telefon gespei­cherte Kontakte. Mit am erschre­ckends­ten ist, dass Nutzer die exakte Position ande­rer Nutzer in der App nach­schauen kön­nen. Spätestens hier hört für uns PIRATEN der Spaß auf, denn sol­che Informationen online ver­füg­bar zu machen, kann zu rea­len Gefahren für Nutzer*innen die­ser App füh­ren,” so Daniel Mönch, Politischer Geschäftsführer der Piratenpartei.

Wir war­nen aus­drück­lich alle Jugendlichen, wel­che weder von ihren Freunden noch von ihren Eltern über­wacht wer­den wol­len, diese App zu instal­lie­ren. Und wir appel­lie­ren auch an die Eltern, ihre Kinder über die mög­li­chen Folgen und Konsequenzen des Datenschutzes aufzuklären.

Nutzer haben kei­ner­lei Möglichkeiten, den Grad ihrer Privatsphäre einzustellen.
Grundsätzlich ver­langt die App kon­ti­nu­ier­li­chen Zugriff auf den Standort – auch wenn sie nicht geöff­net ist. Wo auch immer Sie sich befin­den, kön­nen Sie durch befreun­dete und fremde Nutzer aus­fin­dig gemacht wer­den. Ein Deaktivieren der Standortbestimmung oder Entziehen der Rechte sei­tens des Betriebssystems führt dazu, dass die App nicht mehr funk­tio­niert [2].

Des Weiteren füh­ren die Nutzerbedingungen aus, dass das Mindestalter bei mind. 13 Jahren liegt. Bei einer App, wel­che den Standort für alle sicht­bar anzeigt und so Stalking und Mobbing Tür und Tor öff­net, ist das abso­lut unver­ant­wort­lich, da die Privatsphäre nicht ein­ge­stellt wer­den kann [3].

Die Piratenpartei setzt sich dafür ein, dass Apps, wel­che im Appstore der unter­schied­li­chen Unternehmen ange­bo­ten wird, auch den guten euro­päi­schen Datenschutzrichtlinien ent­spre­chen müssen!

Quellen/​Fußnoten:
[1] Pewdiepie Video 7. Juni www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​C​z​Z​8​0​D​l​9​Moo
[2] Nimses Terms of Service nim​ses​.com/​e​n​/​t​e​r​ms/
[3] Nimses Privacy policy nim​ses​.com/​e​n​/​p​r​i​v​a​cy/

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