Neuss: SPD wirbt für grüne Vorgärten – för­der­lich für Artenvielfalt und Klima

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – Modern, unkraut­frei und pfle­ge­leicht. Das sind die Argumente, mit denen für einen Steingarten im Vorgarten gewor­ben wird. Dabei wird aber lei­der häu­fig über­se­hen, wie wich­tig jeder Quadratmeter Grün inner­halb einer Stadt ist. 

Vorgärten und kleine Grünflächen haben eine beson­dere Bedeutung für die Artenvielfalt und das Klima im dicht­be­sie­del­ten Stadtgebiet“, sagt Michael Ziege. Der 32-​Jährige ist umwelt­po­li­ti­scher Sprecher der Neusser SPD-​Fraktion. „Gerade in den Zeiten des Insektensterbens bie­ten auch kleine Vorgärten eine Möglichkeit, der Natur etwas Raum zurück zu geben“, sagt Ziege.

Darüber hin­aus warnt die SPD: Steingärten spei­chern die Hitze und strah­len sie wie­der ab. „Dadurch kühlt im Sommer die Stadt auch in der Nacht kaum ab“, so Ziege. Sechs bis acht Grad kann der Temperaturunterschied zwi­schen einem Kiesgarten und einem Schattenplatz auf einer Wiese unter einem Baum oder Staudenbeet betra­gen rech­nen Experten vor.

Dennoch wer­den Steingärten immer belieb­ter. Viele Medien haben die­ses Phänomen in den ver­gan­ge­nen Wochen auf­ge­grif­fen und kri­tisch betrach­tet. Die Facebook-​Seite „Gärten des Grauens“ zeigt beson­ders grus­lige und dadurch zumeist unfrei­wil­lig komi­sche Exemplare sol­cher Vorgärten. „Wir wün­schen uns, dass wie­der mehr grüne Gärten ange­legt wer­den“, sagt Ziege.

Um Hausbesitzern die Vorzüge grü­ner Gärten näher zu brin­gen, schlägt die Neusser SPD die Entwicklung eines Informations-​Flyers vor. Ein ent­spre­chen­der Antrag wird kom­mende Woche im Umweltausschuss bera­ten. Ein sol­cher Flyer soll Haus-​Besitzer über die Nachteile von grauen Steingärten infor­mie­ren und kos­ten­güns­tig zusam­men mit dem Grundsteuerbescheid ver­sen­det wer­den. „Uns ist es wich­tig zu beto­nen, dass wir nie­man­den vor­schrei­ben wol­len, wie der eigene Vorgarten aus­zu­se­hen hat“, sagt Michael Ziege. Den Sozialdemokraten geht es viel­mehr darum, bei den Haus-​Besitzern ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen.

Darüber hin­aus soll die Stadtverwaltung wei­tere Maßnahmen prü­fen. Denkbar wäre etwa die Einführung einer Quote zur Begrünung von Vorgärten. Diese Quote könnte bei allen zukünf­ti­gen Bauvorhaben ver­bind­lich ver­an­kert wer­den. Bereits im Vorfeld einer Bebauung soll so für ein anspre­chen­des Stadtbild und zugleich einen Ausgleich für das Stadtklima gesorgt wer­den. „In ande­ren Städten gibt es eine sol­che Quote bereits“, sagt Michael Ziege. „Uns würde inter­es­sie­ren, wel­che Erfahrungen die Stadtverwaltungen dort mit einer sol­chen Quote gemacht haben.“

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