Neuss: Recherche im Stadtarchiv – lokale Familienforschung möglich

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – Für alle, die sich für die Erforschung ihrer Herkunft inter­es­sie­ren, ist es jetzt viel leich­ter gewor­den im Neusser Stadtarchiv selbst zu recherchieren.

Jetzt ist es mög­lich nach Namen zu suchen, um eine Person in den Geburts‑, Heirats- oder Sterbeurkunden zu fin­den. Bislang war das so ein­fach nicht mög­lich, man brauchte das Geburtsdatum, Heiratsdatum oder etwa das Sterbedatum für seine Recherche. Möglich gemacht hat dies ein klei­nes Team von ehren­amt­lich täti­gen Unterstützern im Stadtarchiv Neuss, die ange­bo­ten hat­ten, alle Einträge in eine Datenbank aufzunehmen.

Zehn Jahre lang haben Initiator Reinhold Mohr (69) und seine Mitstreiter Knut Schiffer (70), Peter Kluth (67) und Martin Laubach (65) in zeit­in­ten­si­ver, akri­bi­scher Arbeit alle Einträge in den vom Standesamt Neuss dem Stadtarchiv über­las­se­nen Standesamtsregistern digi­tal erfasst. Mittlerweile sind rund 250.000 Einträge aus­ge­wer­tet. Einerseits sind sie jetzt ver­füg­bar in einer Datenbank, aber auch in gedruck­ter Form in gro­ßen Findbüchern, in denen man schnell einen Überblick gewinnt.

Möglich gewor­den ist diese Auswertung im Jahr 2009. Denn seit­dem wer­den Personenstandsregister, deren Fortführungsfristen abge­lau­fen sind, an das Stadtarchiv abge­ge­ben. Dadurch sind rund 45 Regalmeter Personenstandsbücher in das Stadtarchiv gelangt. Die Überlieferung beginnt bei allen Beurkundungen nach Zivilrecht im Jahr 1798, der Franzosenzeit. Die spe­zi­fi­schen Fristen, nach denen die Bücher ein­ge­se­hen wer­den kön­nen, sind für Geburten‑, Heirats- und Sterberegister 110, 80 und 30 Jahre. Diese gesetz­lich gere­gel­ten Fristen wah­ren auf der einen Seite die Personenschutzrechte, machen aber ande­rer­seits auch eine breite per­so­nen­ge­schicht­li­che Forschung möglich.

Wer sich also gerne mit der Erforschung sei­ner Familie oder ande­ren per­so­nen­be­zo­ge­nen Recherchen beschäf­ti­gen möchte, kann dies nun über die so ent­stan­dene Datenbank an einem Benutzerrechner im Lesesaal tun oder in den ent­spre­chen­den Findbüchern in Papierform in kür­zes­ter Zeit gesuchte Namen fin­den. Es han­delt sich dabei nicht nur um die Einträge in Geburts‑, Heirats- und Sterberegistern des Standesamtes der Stadt Neuss, son­dern auch um die in den Registern der im 20. Jahrhundert ein­ge­mein­de­ten, ehe­mals selbst­stän­di­gen Gemeinden Grimlinghausen, Norf, Holzheim und Grefrath, die heute Neusser Stadtteile sind.

Stadtarchivar Dr. Jens Metzdorf (r.) mit den ehren­amt­li­chen „Datenerfassern” (v.l.) Peter Kluth, Knut Schiffer und Reinhold Mohr. Nicht im Bild ist Martin Laubach. Foto: Stadt

Die erfolg­rei­che Gruppe der ehren­amt­lich täti­gen „Datenerfasser beschäf­tigt sich wei­ter­hin mit der Aufnahme der Daten aus 24 Bevölkerungslisten zwi­schen 1779 und 1848, die in den meis­ten Fällen auch die Zuordnung des genauen Wohnortes bzw. fami­liä­rer Verhältnisse inner­halb der Stadt Neuss zulas­sen. Da in jedem Jahr ein wei­te­rer Jahrgang von Standesamtsregistern dem Stadtarchiv zur Verfügung gestellt wird, wird den Ehrenamtlern auch künf­tig nicht die Arbeit aus­ge­hen. Trotzdem freuen sie sich auch über Zuwachs in ihrem Team. Interessierte kön­nen sich beim Stadtarchiv melden.

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