Neuss: ÖPNV-​Offensive – SPD: „Bus und Bahnfahren muss kom­for­ta­bler und güns­ti­ger werden“

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – Die Neusser SPD will die Nutzung von Bus und Bahn deut­lich attrak­ti­ver machen. „Das Rathaus und die Stadtwerke sol­len bis Ende des Jahres an Handlungsempfehlungen für einen Ausbau des ÖPNV-​Netzes arbei­ten“, for­dert der SPD-​Fraktionsvorsitzende Arno Jansen.

Dazu gehört nach Ansicht der SPD die Ausweitung von Bus- und Bahnlinien, engere Taktzeiten und ein güns­ti­ge­res und bes­se­res Tarifsystem. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger wün­schen sich nach Einschätzung der SPD eine echte „Mobilitätswende“, um die aktu­el­len Verkehrsprobleme in den Griff zu bekommen.

Etwa 55 Prozent aller Verkehrswege wer­den aktu­ell mit dem Auto zurück­ge­legt, nur 10 Prozent aller Wege mit Bussen und Bahnen. Das führt immer öfter zu Staus, Lärm und schlech­ter Luft. „Wenn wir das ändern wol­len, müs­sen wir das Bus- und Bahnfahren mit einer ÖPNV-​Offensive deut­lich attrak­ti­ver machen“, erläu­tert der Neusser SPD-​Vorsitzende Sascha Karbowiak.

Aus die­sem Grund haben die Sozialdemokraten einen umfang­rei­chen Antrag erar­bei­tet, der am 17. Mai im Stadtrat bera­ten wer­den soll. Mit dem Antrag möchte die SPD eine der Kernforderungen ihrer „Mobilitätsveranstaltung“ umset­zen. Denn im Oktober ver­gan­ge­nen Jahres hat die SPD gemein­sam mit über 80 Neusserinnen und Neussern Verbesserungsvorschläge für die „Mobilität in der Stadt der Zukunft“ erar­bei­tet. Entstanden ist ein umfang­rei­ches Positionspapier, das jetzt von der SPD-​Fraktion umge­setzt wer­den soll.

Insbesondere die Stadtteile in den Außenbereichen sol­len künf­tig deut­lich bes­ser an das ÖPNV-​Netz ange­schlos­sen wer­den. „Wir möch­ten aber auch die Gewerbegebiete bes­ser an bestehende ÖPNV-​Knotenpunkte anbin­den“, so Jansen wei­ter. Speziell die Anbindungen zu den S‑Bahnhöfen müss­ten nach Ansicht der SPD in den Blick genom­men wer­den. Dabei müss­ten auch die Fahrtzeiten von Bussen und Bahnen bes­ser auf­ein­an­der abge­stimmt werden.

Die SPD-​Fraktion möchte aber auch „dicke Bretter“ boh­ren und sich für ein güns­ti­ge­res und ein­fa­che­res Tarifsystem ein­set­zen. „Das Bus- und Bahnfahren muss end­lich güns­ti­ger wer­den“, for­dert SPD-​Chef Sascha Karbowiak. Viele Besucher der Dialogveranstaltung haben dar­über geklagt, dass die ver­gleichs­weise hohen Ticketpreise und das Chaos mit den unter­schied­li­chen Tarifsystemen aktu­ell die Hauptursachen dafür sind, dass viele Bürger die Busse und Bahnen nicht nut­zen. So kos­tet bei­spiels­weise das „Ticket 1000“ in der Ausführung A2 aktu­ell stolze 73,95 Euro pro Monat.

Aus die­sem Grund möchte die SPD-​Fraktion die Stadt Neuss beauf­tra­gen, sich auf Landesebene und in den VRR-​Gremien für ein ein­heit­li­ches und preis­güns­ti­ges Tarifsystem ein­zu­set­zen. Sollten hier keine Verbesserungen erreicht wer­den, möchte die SPD prü­fen las­sen, ob in einem ers­ten Schritt ein „Neusser Modell“ auf den Weg gebracht wer­den kann. „Vielleicht gelingt es uns so zumin­dest die Ticketpreise im Rhein-​Kreis Neuss zu sen­ken“, erklärt Arno Jansen.

Dass ein preis­güns­ti­ges und leis­tungs­star­kes ÖPNV-​Angebot Auswirkungen auf das Fahrverhalten der Bürger hat, kann man nach Einschätzung der SPD-​Fraktion ins­be­son­dere am Beispiel der Stadt Wien sehen. „Durch die Einführung eines 365-​Euro-​Jahrestickets hat sich die Zahl der Jahreskarten von 373.000 auf 780.000 ver­dop­pelt“, erklärt Sascha Karbowiak. Auch in ande­ren Städten sind mitt­ler­weile ähn­li­che Initiativen zu beob­ach­ten. Die SPD-​Fraktion hofft, dass durch ihren Antrag zukünf­tig auch die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Neuss von güns­ti­gen Ticketpreisen und einem flä­chen­de­cken­den ÖPNV-​Netz pro­fi­tie­ren werden.

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