Neuss: ÖPNV-​Offensive – SPD: „Bus und Bahnfahren muss kom­for­ta­bler und güns­ti­ger wer­den“

Neuss – Die Neusser SPD will die Nutzung von Bus und Bahn deutlich attraktiver machen. „Das Rathaus und die Stadtwerke sollen bis Ende des Jahres an Handlungsempfehlungen für einen Ausbau des ÖPNV-Netzes arbeiten“, fordert der SPD-Fraktionsvorsitzende Arno Jansen.

Dazu gehört nach Ansicht der SPD die Ausweitung von Bus- und Bahnlinien, engere Taktzeiten und ein günstigeres und besseres Tarifsystem. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger wünschen sich nach Einschätzung der SPD eine echte „Mobilitätswende“, um die aktuellen Verkehrsprobleme in den Griff zu bekommen.

Etwa 55 Prozent aller Verkehrswege werden aktuell mit dem Auto zurückgelegt, nur 10 Prozent aller Wege mit Bussen und Bahnen. Das führt immer öfter zu Staus, Lärm und schlechter Luft. „Wenn wir das ändern wollen, müssen wir das Bus- und Bahnfahren mit einer ÖPNV-Offensive deutlich attraktiver machen“, erläutert der Neusser SPD-Vorsitzende Sascha Karbowiak.

Aus diesem Grund haben die Sozialdemokraten einen umfangreichen Antrag erarbeitet, der am 17. Mai im Stadtrat beraten werden soll. Mit dem Antrag möchte die SPD eine der Kernforderungen ihrer „Mobilitätsveranstaltung“ umsetzen. Denn im Oktober vergangenen Jahres hat die SPD gemeinsam mit über 80 Neusserinnen und Neussern Verbesserungsvorschläge für die „Mobilität in der Stadt der Zukunft“ erarbeitet. Entstanden ist ein umfangreiches Positionspapier, das jetzt von der SPD-Fraktion umgesetzt werden soll.

Insbesondere die Stadtteile in den Außenbereichen sollen künftig deutlich besser an das ÖPNV-Netz angeschlossen werden. „Wir möchten aber auch die Gewerbegebiete besser an bestehende ÖPNV-Knotenpunkte anbinden“, so Jansen weiter. Speziell die Anbindungen zu den S-Bahnhöfen müssten nach Ansicht der SPD in den Blick genommen werden. Dabei müssten auch die Fahrtzeiten von Bussen und Bahnen besser aufeinander abgestimmt werden.

Die SPD-Fraktion möchte aber auch „dicke Bretter“ bohren und sich für ein günstigeres und einfacheres Tarifsystem einsetzen. „Das Bus- und Bahnfahren muss endlich günstiger werden“, fordert SPD-Chef Sascha Karbowiak. Viele Besucher der Dialogveranstaltung haben darüber geklagt, dass die vergleichsweise hohen Ticketpreise und das Chaos mit den unterschiedlichen Tarifsystemen aktuell die Hauptursachen dafür sind, dass viele Bürger die Busse und Bahnen nicht nutzen. So kostet beispielsweise das „Ticket 1000“ in der Ausführung A2 aktuell stolze 73,95 Euro pro Monat.

Aus diesem Grund möchte die SPD-Fraktion die Stadt Neuss beauftragen, sich auf Landesebene und in den VRR-Gremien für ein einheitliches und preisgünstiges Tarifsystem einzusetzen. Sollten hier keine Verbesserungen erreicht werden, möchte die SPD prüfen lassen, ob in einem ersten Schritt ein „Neusser Modell“ auf den Weg gebracht werden kann. „Vielleicht gelingt es uns so zumindest die Ticketpreise im Rhein-Kreis Neuss zu senken“, erklärt Arno Jansen.

Dass ein preisgünstiges und leistungsstarkes ÖPNV-Angebot Auswirkungen auf das Fahrverhalten der Bürger hat, kann man nach Einschätzung der SPD-Fraktion insbesondere am Beispiel der Stadt Wien sehen. „Durch die Einführung eines 365-Euro-Jahrestickets hat sich die Zahl der Jahreskarten von 373.000 auf 780.000 verdoppelt“, erklärt Sascha Karbowiak. Auch in anderen Städten sind mittlerweile ähnliche Initiativen zu beobachten. Die SPD-Fraktion hofft, dass durch ihren Antrag zukünftig auch die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Neuss von günstigen Ticketpreisen und einem flächendeckenden ÖPNV-Netz profitieren werden.

 

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