Neuss: Netzwerk „ProVier“ fei­ert 10-​jährigen Geburtstag – Engagement für Kinder

Neuss – Zehn Jahre ProVier, zehn Jahre mehr Unterstützung für alle Kindergarten- und Grundschulkinder in den Neusser Stadtteilen Derikum, Erfttal, Weckhoven und der Nordstadt (Einzugsbereich der Grundschule „Die Brücke“).

Aus der Zusammenarbeit der Frühen Hilfe des Jugendamtes der Stadt Neuss, dem Schulamt für den Rhein-Kreis-Neuss, Kindertageseinrichtungen und Grundschulen mit offenem Ganztagsangebot in den betroffenen vier Stadtteilen entstand das Netzwerk „ProVier“. Durch die fast 500 pädagogischen Fachkräfte erreicht ProVier über 2.700 Kinder.

ProVier soll mehr Chancengleichheit für alle Kindergarten- und Grundschulkinder der vier Stadtteile schaffen und die Eltern in der Versorgung und Erziehung ihrer Kinder unterstützen. Durch Sprechstunden anderer Institutionen in Kitas und Schulen möchte ProVier den Eltern den Zugang zu Beratungsstellen und der Jugendhilfe erleichtern. Zudem werden Erzieherinnen, Erzieher und Lehrkräfte in gemeinsamen Fortbildungen zum Thema Elternarbeit geschult.

Wichtige Kooperationspartner sind hier die Erziehungsberatungsstellen, das Gesundheitsamt, EducationY mit dem familY-Programm für Eltern und der schulpsychologische Dienst. Seinen zehnten Geburtstag feierte ProVier im Rheinischen Landestheater mit einer sehr gut besuchten ganztägigen Fortbildung. Nach der morgendlichen Begrüßung durch Bürgermeister Reiner Breuer und Schulrätin Astrid Ficinus, erläuterte die Psychologin Christine Hesse, was man unter dem Begriff „Respekt“ als wichtiger Bestandteil im Umgang der Menschen miteinander versteht. Bedeutsam ist aber auch die „Achtsamkeit gegenüber der eigenen Person und anderen“ wie die Referentin Merle Wieschhoff sehr anschaulich verdeutlichte.

Über 400 Erzieherinnen und Erzieher, Grundschullehrkräfte, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sowie Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner hatten die Möglichkeit einen der 19 angebotenen Workshops zu wählen. Diese umfassten vielfältige Themen, wie zum Beispiel Gewaltprävention, Stressbewältigung oder auch Lachyoga. Je nach Workshop galt das Angebot, die theoretischen Grundlagen der Vorträge durch Übungen und Beispiele zu vertiefen und zu verinnerlichen.

Die Moderation des Gesprächskreises und der Beiträge übernahm Barbara Reimer. Die Neusser Autorin und Theatermacherin zeigte in einer kabarettistischen Einlage als „Nicole“, dass sie als „Mutter von acht Kindern“ sehr gute Einblicke in die Stadtteile des Netzwerkes hat. Sie bediente in einer sehr humorvollen Art alle Klischées einer überwiegend allein erziehenden Mutter. Fokus lag auch auf der interkulturellen Seite der Kinder- und Jugendarbeit in der Stadt Neuss. Im Austausch mit Diskussionspartnerinnen und –partnern aus Marokko, Türkei, Kongo und Osteuropa (Kasachstan) zeigte sich, dass die Erziehung in verschiedenen Kulturen sehr unterschiedlich verläuft.

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