Neuss: Schwerpunktkontrolle der Polizei – Diensthund tötet Yorkshire Terrier – Nachtrag

Neuss – Uniformierte und zivile Polizistinnen und Polizisten führten am Freitag (29.03.) im Stadtgebiet Kontrollen durch.

Bei der Suche nach sogenannten Rauschgiftbunkern in unmittelbarer Nähe zur Haltestelle "Stadthalle" setzte die Polizei auch einen speziell ausgebildeten Rauschgiftspürhund der Polizei im Rhein-Kreis Neuss ein, der im Gebüsch nach Betäubungsmitteln stöberte.

Gegen 14:35 Uhr kam es zu einem tragischen Vorfall. Nachdem eine Straßenbahn die Haltestelle verlassen hatte, blieb eine Seniorin mit ihrem angeleinten Yorkshire Terrier am Bahnsteig zurück. Der Terrier bellte in Richtung des Diensthundes, der daraufhin auf den Terrier stürzte.

Es kam zu einer, vermutlich einseitigen, Auseinandersetzung zwischen den beiden Hunden. Der Terrier wurde durch Bisse so schwer verletzt, dass er in einer Tierarztpraxis eingeschläfert werden musste. Polizeibeamte kümmerten sich vor Ort sofort um den Hund und seine Halterin.

Nachtrag

Stellungnahme der Polizei

"Dies ist ein völlig unhaltbarer Vorfall. So etwas darf eindeutig nicht geschehen. Wir bedauern den Tod des Hundes." so eine Polizeisprecherin.

Bei dem speziell ausgebildeten Rauschgiftspürhund handelt es sich um einen belgischen Schäferhund (Malinois), der von einem erfahrenen Polizisten (Diensthundeführer) geführt wird. Bei der gezielten Rauschgiftsuche sind die Diensthunde in der Regel nicht angeleint, damit sie sich frei entfalten können. Der Diensthund am Freitag war dementsprechend nicht angeleint. Polizeidiensthunde sind Bezug auf den Leinenzwang von der Landeshundeverordnung ausgenommen.

Der Diensthundeführer hat die beiden Hunde am Freitag sofort voneinander getrennt und seinen Diensthund gesichert. Andere Polizisten haben sich um die Versorgung des verletzten Terriers und die Hundehalterin gekümmert.

Polizeidiensthunde legen regelmäßig Prüfungen ab, in denen ihre Fähigkeiten und ihr Verhalten überprüft wird. Der betreffende Diensthund ist heute der Sichtung durch den Trainer einer andere Behörde unterzogen worden. Der Schwerpunkt dieser Sichtung lag auf der Fragestellung, wie der Diensthund sich anderen Hunden und auch Menschen gegenüber verhält. Diese "Tests" sind bislang alle unauffällig verlaufen. Der Diensthund wird daher weiterhin eingesetzt, wird hierbei jedoch an der Leine geführt. Diese Vorgehensweise ist eine Konsequenz des tragischen Vorfalls von Freitag.

Wir werden diesen Einsatz nachbereiten, um zu klären, wie es dazu kommen konnte und um weitere Vorfälle zu vermeiden. Außerdem stehen wir in Kontakt zur Hundehalterin, mit der wir zunächst im persönlichen Gespräch die weitere Vorgehensweise besprechen möchten.

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