Meerbusch: Tier aus­ge­wi­chen – Kontrolle über das Auto ver­lo­ren

Meerbusch Langst-Kierst (ots) Weil sie, nach eigenen Angaben, einem Wild ausweichen wollte, geriet eine 55-Jährige in einen Graben und verletzte sich.

Die Meerbuscherin war am Montagabend, (25.03.), gegen 21:40 Uhr, mit ihrem BMW auf der Langster Straße unterwegs. Um dem Tier auszuweichen, lenkte sie zunächst nach rechts, beschädigte einen Leitpfosten und ein Verkehrszeichen, verlor dann die Kontrolle über ihren Wagen und blieb anschließend links neben der Fahrbahn im Graben liegen. Rettungskräfte brachten die Frau in ein Krankenhaus. Das Fahrzeug wurde abgeschleppt.

Im Jahr 2018 verzeichnete die Polizei 162 sogenannte "Wildunfälle" im Rhein-Kreis Neuss, davon 33 im Stadtgebiet von Meerbusch. Wildunfälle werden im möglichen Ausmaß oft unterschätzt. Ein 20 Kilogramm schweres Reh hat bei einer Kollision mit Tempo 100 ein Aufschlaggewicht von fast einer halben Tonne.

Kraftfahrer sollten sich dieser Gefahr bewusst sein. Lässt sich ein Zusammenprall mit dem Wild trotzdem nicht mehr vermeiden, raten Experten dazu, das Lenkrad gut festzuhalten und nicht unkontrolliert auszuweichen. Denn hierbei besteht die Gefahr, dass man die Kontrolle über das Fahrzeug verliert und möglicherweise sich und entgegenkommende Verkehrsteilnehmer gefährdet.

Nach einem Zusammenprall sollte sich der Fahrzeugführer so verhalten, wie er es auch bei einem "normalen" Unfall gelernt hat: Sofort die Warnblinkanlage einschalten, die Unfallstelle absichern und die Polizei verständigen.

Was viele Autofahrer nicht wissen: Läuft ein verletztes Tier wieder in den Wald und der Unfall wird nicht gemeldet, kann dies neben einem Verstoß gegen das Tierschutzgesetz auch den Straftatbestand der Verkehrsunfallflucht erfüllen. Wer ein überfahrenes Wildtier mitnimmt, macht sich der Wilderei schuldig.

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