Gemeinsam klappt’s“ im Rhein‐​Kreis Neuss: Landesinitiative zur Integration gestar­tet

Rhein-Kreis Neuss – Der Rhein-Kreis Neuss hat mit der Umsetzung der neuen Landesinitiative „Gemeinsam klappt’s“ begonnen.

In dem auf drei Jahre angelegten Projekt wird integrationspolitisch erstmals die gesamte Altersgruppe der 18- bis 27-jährigen Flüchtlinge in den Blick genommen, und zwar unabhängig von ihrem rechtlichen Status und von der Bleibeperspektive. Gemeinsam mit den Kommunen möchte das Land den jungen Volljährigen, die bisher keine oder nur geringe Bildungs- oder Ausbildungschancen haben oder deren Bildungs- und Ausbildungsabschluss gefährdet ist, neue Integrationschancen eröffnen und damit auch Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Teilhabe schaffen.

Im Kreishaus Neuss fand jetzt der sogenannte Starter-Workshop zur neuen Landesinitiative unter Beteiligung von über 40 wichtigen Akteuren aus den Bereichen Integration, Arbeit und Wirtschaft, Jugendhilfe, Gesundheit, Soziales, Bildung, Sprache und Ehrenamt statt. „Wir müssen den jungen Menschen eine Chance auf Ausbildung, Bildung und ein selbstbestimmtes Leben geben“, so Kreisdirektor Dirk Brügge. Selbst, wenn sie nicht dauerhaft in Deutschland bleiben sollten, „könnten hier erworbene Qualifikationen und berufliche Kenntnisse und Erfahrungen bei einer späteren Rückkehr in das Heimatland dort zu einem gelungenen Neustart beitragen“.

Bei „Gemeinsam klappt’s“ sind die Kommunen aufgerufen, Bedarfe und bisherige Angebote der Zielgruppe zu erheben und zu analysieren, Angebotslücken durch zusätzliche Maßnahmen zu schließen sowie Beratung und Begleitung durch Fachkräfte und Ehrenamtliche sicherzustellen.

Um das Projekt erfolgreich durchführen zu können, ist die Gründung lokaler Bündnisse mit den maßgeblichen Akteuren erforderlich. „Im Rhein-Kreis Neuss gibt es bereits gute Strukturen. Auf den kann man aufbauen“, ist Brügge überzeugt. Durch die Beteiligung des Kreises am Bertelsmann-Projekt „Angekommen in Deutschland“ hätten bereits im Vorjahr wichtige Schritte auf dem Weg zur Integration in Ausbildung, Bildung und Arbeit deutlich gemacht werden können. Nun gelte es, den jungen Menschen durch die Entwicklung von geeigneten Maßnahmen verbindliche Integrationsangebote zu machen.

Finanzielle Mittel für die Initiative „Gemeinsam klappt’s“ wurden bereits in den Landeshaushalt eingestellt. Wissenschaftlich wird das Projekt vom Institut für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg/Essen betreut und bewertet. Beim Rhein-Kreis Neuss ist die Bildungskoordination im Kommunalen Integrationszentrum Ansprechpartnerin und geschäftsführende Anlaufstelle.

Kreisdirektor Dirk Brügge (Zweiter von links) eröffnete den sogenannten Starter-Workshop für die neue Landesinitiative „Gemeinsam klappt’s“ im Kreishaus Neuss. Foto: S. Büntig/ Rhein-Kreis Neuss
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