Grevenbroich: BUND und Kindertagesstätte Langwaden schüt­zen Vögel vor töd­li­chem Anprall an Glas

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Robert Schilken, Herausgeber



Grevenbroich – Die Kindertagesstätte in Langwaden liegt am Ortsrand, grenzt teil­weise an Felder und hat schöne alte Bäume vor dem Haus stehen. 

Aufgrund die­ser guten Bedingungen gibt es hier viele Tiere und anschei­nend brü­ten sogar Eulen in den Höhlen der alten Bäume. Doch lei­der wer­den oft tote Vögel vor dem Haus gefun­den, die wohl gegen die Scheiben geflo­gen sind. Das ist für alle immer ein beson­ders trau­ri­ges Ereignis. In den letz­ten Wochen fiel dann auf einer Fensterscheibe in der ers­ten Etage eine merk­wür­dige Verfärbung auf.

Bei genaue­rem Betrachten konnte dar­aus der voll­stän­dige Abdruck einer Eule erkannt wer­den. Sie musste mit gro­ßer Wucht gegen die Scheibe geflo­gen sein, denn sogar die Augen waren im Abdruck noch zu erken­nen. Ingrid Winzen, die seit kur­zem in der Kindertagesstätte Langwaden arbei­tet, wusste Rat, denn sie ist in der BUND Ortsgruppe Jüchen aktiv, die aktu­ell das Thema „Vogelschlag an Glas” bearbeitet.

Da Vögel, wie wir Menschen, Glas nicht sehen kön­nen, ver­un­glü­cken jähr­lich schät­zungs­weise über 18 Millionen Vögel in Deutschland durch den Aufprall an Glas. Entweder flie­gen sie etwas hin­ter der Scheibe an oder ver­meint­li­che Bäume, die sich im Glas spie­geln oder sie ver­su­chen durch das Gebäude zu flie­gen, wenn es Fenster auf gegen­über­lie­gen­den Seiten gibt. Um dies zu ver­hin­dern, muss das Glas als Hindernis sicht­bar gemacht wer­den. Die bekann­ten Greifvogelsilhouetten ver­hin­dern das nicht. Die Vögel ver­su­chen nur, neben die­sem „dunk­len Fleck” vor­bei­zu­flie­gen. Wirksam sind nur Muster in bestimm­ten Mindest-​Abständen, wie eine öster­rei­chi­sche Studie zu die­sem Thema erge­ben hat.

Da sich alle in der Kindertagesstätte Langwaden einig waren, dass wei­te­res Vogelsterben an den Scheiben ver­hin­dert wer­den muss, wurde der Kontakt nach Jüchen her­ge­stellt. In einer Freitagsnachmittagsaktion machte die BUND Gruppe dann mit den Schmetterlingsmotiven die Fensterscheiben als Hindernis sicht­bar, die nicht von den ErzieherInnen in ihren Gruppenräumen deko­riert wer­den. Ingrid Winzen über­reichte im Namen des BUND Jüchen dem Leiter der Kindertagesstätte Dennis Schleifer die BUND-​Plakette, die auf das vogel­si­chere Glas hin­weist, sowie Plakate für die vier Gruppen.

Diese sol­len bei den sai­so­na­len Dekorationen immer daran erin­nern, wie die Fenster vogel­si­cher wer­den. Zwischen ein­zel­nen Osterhasen oder Schneemänner sollte der Raum nicht so groß sein, dass die Vögel zwi­schen ihnen durch­flie­gen wol­len. Dennis Schleifer ist begeis­tert, dass durch die Aktion trau­rige Vogelbeerdigungen nun der Vergangenheit ange­hö­ren und die Kindertagesstätte dabei noch eine schöne, fröh­li­che Fensterdekoration bekom­men hat. Auch die Eulen wer­den die Scheiben nun wie jedes andere sicht­bare Hindernis erken­nen können.

Foto: Stadt
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