Regierungsbezirk Düsseldorf: Stellenbesetzungsverfahren Lehrkräfte – dra­ma­ti­sche Zahlen

Klartext.NRW – Zum Februar 2019 hat die Bezirksregierung Düsseldorf für fünf Kreise und zehn kreisfreie Städte in ihrem Regierungsbezirk das erste Stellenbesetzungsverfahren für die Neueinstellungen von Lehrkräften abschließen können.

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In der Regel werden in jedem Jahr zu vier Einstellungsterminen Stellenbesetzungsverfahren durchgeführt: zum Unterrichtsbeginn des Schulhalbjahres im Februar und des Schuljahres im August sowie zum Ende des Vorbereitungsdienstes der Referendare im Mai und November.

Die nachfolgende Übersicht enthält die Anzahl der zu besetzenden Stellen, die erfolgten Neueinstellungen und die sich daraus ergebende Besetzungsquote im Regierungsbezirk Düsseldorf aufgeschlüsselt nach Kreisen und kreisfreien Städten sowie Schulformen. Die Übersicht wird fortgeschrieben.

Diese Darstellungsform erlaubt nun auf Basis der jeweils zur Verfügung stehenden Stellen einen Blick auf die Entwicklung der Einstellungszahlen auf den gesamten Jahreszeitraum. Stellenbesetzungsverfahren in 2019 im Regierungsbezirk Düsseldorf: Stand 15. Februar 2019.

Schulform
zu besetzende Stellen, Einstellungen, Besetzungsquote (%)

Grundschule
342, 57, 17 % --> 83% unbesetzte Stellen

PRIMUS
2, 0, 0% --> 100% unbesetzte Stellen

Hauptschule
42, 17, 40% --> 60 % unbesetzte Stellen

Realschule
97, 35, 36% --> 64% unbesetzte Stellen

Sekundarschule
15, 5, 33% --> 66% unbesetzte Stellen

Gesamtschule
135, 64, 47% --> 53% unbesetzte Stellen

Gymnasium
63, 55, 87% --> 13% unbesetzte Stellen

Förderschule
155, 19, 12% --> 88% unbesetzte Stellen

Berufskolleg
62, 7, 11% --> 89% unbesetzte Stellen

Gesamt
913, 259, 28% --> 72% unbesetzte Stellen

Die Zahlen belegen eine dramatische Unterbesetzung in nahezu allen Schulformen.

Dazu der Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW e. V.):

Der VBE fordert schon seit langem gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit. Der Personalmangel in den Schulen ist das Ergebnis jahrelanger verfehlter Sparpolitik und fehlerhafter Personalplanung seitens der jeweiligen Landesregierungen. Das spiegelt die Lehrerbedarfsprognose aus dem vergangenen Jahr sehr deutlich wieder. Eine solche Prognose ist jedoch wirkungslos, wenn keine Konsequenzen folgen.

Trotz veränderter Lehrerausbildung, gleichlangem universitären Studium, gleichlangem Referendariat, trotz der Tatsache, dass alle Lehrkräfte unabhängig von Schulstufe und Schulform heute Schlüsselqualifikationen vermitteln, Kinder mit und ohne Handicap unterrichten, Kinder mit Migrationshintergrund integrieren und mit Heterogenität umgehen, ist die Bezahlung von Lehrerinnen und Lehrern in NRW immer noch ungleich.

sowie

Durch die ungleiche Bezahlung von Lehrerinnen und Lehrern verstößt das Land NRW gegen die eigene Verfassung. Schon im Jahr 2011 hat der Verfassungsrechtler Prof. Christoph Gusy in seinem Gutachten festgestellt, dass sich der Artikel 24 Abs. 2 S. 2 in der Verfassung von NRW auf Personen bezieht, die einer gleichwertigen Tätigkeit nachgehen. Dies trifft auf alle Lehrkräfte in NRW zu.

 


Für den Rhein-Kreis Neuss ergeben sich, zum benannten Datum, folgende Zahlen:

Grundschule
11, 4, 36% --> 64% unbesetzte Stellen

Realschule
2, 2, 100%

Sekundarschule
0, 0, 0%

Gesamtschule
13, 11, 85% --> 15% unbesetzte Stellen

Gymnasium
9, 8, 89% --> 11% unbesetzte Stellen

Förderschule
4, 2, 50% --> 50% unbesetzte Stellen

Berufskolleg
2, 0, 0%

Gesamt
41, 27, 66% --> 34% unbesetzte Stellen

Quelle aller Zahlen: Bezirksregierung Düsseldorf

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