Klartext​.NRW: Was Kinder in Armut für mehr Teilhabe brau­chen – Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG legt neue Zahlen vor

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Klartext​.NRW – Das Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG, ein Zusammenschluss von Sozial‑, Wohlfahrts‑, Fachverbänden und Wissenschaftler*innen, hat sein Konzept für eine Grundsicherung für alle Kinder überarbeitet. 

Auf Basis des neuen Existenzminimumberichtes der Bundesregierung schlägt das Bündnis eine Kindergrundsicherung in Höhe von 628 Euro im Monat vor und benennt Kriterien, die für eine durch­schla­gende Reform unver­zicht­bar sind.

Das büro­kra­ti­sche Nebeneinander von Kindergeld, Kinderzuschlag, Bildungs- und Teilhabepaket, Kinderfreibetrag und vie­lem mehr wird von den Bürgerinnen und Bürgern nicht mehr ver­stan­den. Was wir brau­chen, ist eine Leistung, eine echte Kindergrundsicherung und die muss unbü­ro­kra­tisch, effi­zi­ent, gerecht und aus­kömm­lich sein. Dies gilt für alle, die mit die­sem Titel arbei­ten wol­len“, erklärt Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes und Sprecher des Bündnisses, mit Blick auf die bevor­ste­hende Klausur der SPD am kom­men­den Wochenende.
Die Höhe der Kindergrundsicherung müsse an ein rea­lis­tisch berech­ne­tes kind­li­ches Existenzminimum gekop­pelt sein, das auch Bildung und Teilhabe von Kindern umfasst, so die Bündnisforderung. Nach aktu­el­len Berechnungen läge dies bei 628 Euro. Kinderfreibeträge, Kindergeld, Sozialgeld und wei­tere pau­schal bemes­sene Transfers könn­ten dann gebün­delt in einer sol­chen umfas­sen­den Kindergrundsicherung auf­ge­hen, die mit stei­gen­dem Haushaltseinkommen lang­sam abge­schmol­zen wird.

Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes und Bündnis-​Koordinator betont: „Wir wol­len, dass das Geld ein­fach, unbü­ro­kra­tisch und direkt aus­ge­zahlt wird und wirk­lich da ankommt, wo es gebraucht wird. Daran müs­sen sich alle Konzepte mes­sen las­sen. Nicht-​Inanspruchnahmen wie aktu­ell beim Kinderzuschlag von 60–70 Prozent sind ein­fach nicht hin­nehm­bar. Damit ver­baut man Kindern die Chance auf einen guten Start ins Leben.“

Das Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG begrüßt, dass das Konzept einer Grundsicherung für Kinder zuneh­mend gesell­schaft­li­che sowie poli­ti­sche Unterstützung fin­det. Nach Bündnis 90/​Grüne und Linkspartei for­dert inzwi­schen auch die SPD eine eigen­stän­dige Grundsicherung für Kinder. Über die kon­krete Ausgestaltung will die Partei am 10./11. Februar 2019 auf einer Vorstandssitzung dis­ku­tie­ren. Eine grund­sätz­li­che Bereitschaft für eine grö­ßere Reform hat auch die FDP signalisiert.

Das Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG exis­tiert seit 2009. Ihm gehö­ren vier­zehn Verbände und drei­zehn Wissenschaftler*innen an. Mehr dazu fin­den Sie auf www​.kin​der​ar​mut​-hat​-fol​gen​.de. 

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