Dormagen: Sanierung der Sekundarschule wird deut­lich teu­rer als geplant

Dormagen – Die Sanierung der Sekundarschule wird deutlich teurer als geplant. Die Stadt Dormagen hatte die Kosten für die Sanierung und Erweiterung der Schule im Herbst 2018 noch mit rund 8,15 Millionen Euro beziffert.

„Jetzt müssen wir von Gesamtkosten in Höhe von 14,5 Millionen Euro ausgehen“, erklärte Bürgermeister Erik Lierenfeld. Zum einen wird die Sanierung wegen der maroden Bausubstanz deutlich teurer als zunächst angenommen. Insgesamt rechnen die Planer hierfür mit einem Mehraufwand von fast vier Millionen Euro.

„Der Bestandsbau hielt für die Planer böse Überraschungen bereit“, sagte die erste Betriebsleiterin des Eigenbetriebs und Kämmerin Tanja Gaspers. Die Projektsteuerer teilten mit, dass bei dem Gebäude aus den 60er-Jahren durchaus von „Pfusch am Bau“ gesprochen werden könne.

So wurde erst nach der Entfernung der asbestbelasteten Putzdecke sichtbar, wie schwerwiegend die baulichen Mängel an der Tragwerkskonstruktion tatsächlich sind. Außerdem erwies sich die neue Tragwerksplanung als mangelhaft. Der Vertrag mit dem Tragwerksplaner wurde daher einvernehmlich aufgelöst.

Zum anderen ist der Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs fehlerhaft. „Der ursprünglich vom Eigenbetrieb kommunizierte Betrag von 8,15 Millionen Euro enthielt noch keine Baunebenkosten“, so Gaspers. Die Baunebenkosten belaufen sich auf insgesamt rund 2,4 Millionen Euro. „Wie es zu diesem Fehler kommen konnte und welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind, wird jetzt geprüft.“

Außerdem fällt der bisherige Objektplaner wegen einer schweren Erkrankung aus. Er soll kurzfristig ersetzt werden, damit es zu keinen weiteren Verzögerungen kommt. Die Planer gehen schon jetzt davon aus, dass sich die Fertigstellung um mindestens sechs Monate verzögert.

In einem kurzfristig anberaumten Termin hat die Verwaltung auch bereits Vertreter der Ratsfraktionen entsprechend informiert. Vor dem Hintergrund der deutlichen Kostensteigerung ist dabei als mögliches Szenario auch ein Neubau der zu sanierenden Bereiche erörtert worden. „Die Kosten dafür liegen nach ersten Schätzungen bei rund 21 Millionen Euro. Und der Schulstandort wäre frühestens 2022 fertig“, erläuterte Lierenfeld.

Mitte März soll zu den Entwicklungen bei der Sanierung der Sekundarschule eine Sondersitzung des Eigenbetriebsausschusses stattfinden.

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