Meerbusch: Warnung vor unse­riö­sen Stromwerbern

Meerbusch – Durch die Anrufe und Mails besorg­ter Kunden sind die Stadtwerke Meerbusch auf frag­wür­dige Telefon‐ und Haustürangebote über angeb­lich neue Tarifangebote der stm auf­merk­sam gemacht wor­den.

Verträge, die tele­fo­nisch oder an der Haustür abge­schlos­sen wer­den, unter­lie­gen einem zwei­wö­chi­gen Widerrufsrecht und kön­nen rück­gän­gig gemacht wer­den. Bundesjustizministerin Katarina Barley will einen neuen Gesetzesvorschlag zu uner­be­te­ner Telefonwerbung vor­le­gen.

Erneut haben sich meh­rere Kunden wegen dubio­ser Haustürbesuche und Telefonanrufe an die Stadtwerke Meerbusch gewandt. Dabei erwe­cken die Anrufer oder ver­meint­li­che Außendienstmitarbeiter den Eindruck, für die Meerbuscher Stadtwerke tägig zu sein und einen neuen, beson­ders güns­ti­gen Tarif, anzu­bie­ten.

Thomas Mörs, Leiter des Kundenservice, kennt die Methode genau. „Sie sind doch Kunde der Stadtwerke, da habe ich ein neues Angebot für Sie. Mit die­sen Worten wird der Eindruck ver­mit­telt, es han­dele sich am Telefon oder an der Haustür um einen Mitarbeiter der Stadtwerke Meerbusch, der da vor der Tür steht.“

Am Telefon wer­den per­sön­li­che Kundendaten (wie zum Beispiel die Zählernummer) abge­fragt oder vor­ge­ge­ben eine Rechnung prü­fen zu wol­len.

Thomas Mörs ergänzt: „Wir for­dern unsere Kunden nicht auf, uns unsere eige­nen Abrechnungen zu erläu­tern. Das wäre ehr­lich gesagt absurd. Auch unter­brei­ten wir unsere Angebote stets schrift­lich.“ Besondere Vorsicht ist bei unter­drück­ten oder unbe­kann­ten Rufnummern, ins­be­son­dere Mobilrufnummern, gebo­ten. In die­sen Fällen raten die Stadtwerke Meerbusch sofort auf­zu­le­gen, sich die Uhrzeit oder Telefonnummer zu notie­ren und unter der Rufnummer 02159 – 9137–333 über den Anruf zu infor­mie­ren.

Für einen gül­ti­gen Vertrag ist ent­schei­dend, dass sich die zwei Vertragspartner dar­über einig sind, wel­che Leistung für wel­che Gegenleistung erbracht wer­den soll. Demnach ist ein münd­lich und am Telefon geschlos­se­ner Vertrag genauso gül­tig wie ein unter­schrie­be­ner.

14 Tage Widerrufsrecht

Doch gel­ten beson­dere Regeln für den Verkauf am Telefon. Anrufe ohne Einverständnis zu Werbezwecken sind unzu­läs­sig. Möchte eine Firma zu Verkaufszwecken tele­fo­nisch Kontakt mit einem Verbraucher auf­neh­men, ist dies nur erlaubt, wenn die­ser sich vor­her aus­drück­lich ein­ver­stan­den erklärt hat. Kommt ein Vertrag nach einem Telefonat zustande, beträgt das Widerrufsrecht 14 Tage, aller­dings erst nach Eingang der schrift­li­chen Bestätigung über das Widerrufsrecht. Gleiches gilt für schrift­li­che Vertragsabschlüsse.

Mehr Schutz für Verbraucher

Laut WELT AM SONNTAG hat Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) die Absicht, uner­be­tene Telefonwerbung wirk­sa­mer zu bekämp­fen. Dabei hat die Ministerin dem Bericht zufolge zunächst den Energiemarkt im Blick. Gerade bei Stromanbietern habe es in der Vergangenheit viele Beschwerden über falsch abge­schlos­sene Verträge gege­ben. „Diese Zustände wer­den wir durch die Einführung der Bestätigungslösung bei tele­fo­nisch abge­schlos­se­nen Strom‐ und Gasverträgen been­den“, so Barley. Einen kon­kre­ten Gesetzgebungsvorschlag will ihr Ministerium bis zum Sommer vor­le­gen.

Keine Unterschrift unter Zeitdruck

Neben uner­wünsch­ter Telefonwerbung wird häu­fig an der Haustür für den Wechsel des Energieversorgers gewor­ben. „Grundsätzlich sind Haustürgeschäfte nicht ver­bo­ten. Die Angebote und ‎Beratungen müs­sen ‎aber seriös ablau­fen und Kunden dür­fen nicht gedrängt oder über­rum­pelt ‎wer­den“, warnt Vertriebsleiter Christian‐​Mario Sagner. „Unterschreiben Sie nichts unter Zeitdruck und prü­fen Sie Angebote und Vertragsbedingungen gründ­lich. Im Übrigen unter­brei­ten wir Ihnen gerne ein neues Angebot, wenn Sie an einen Wechsel des Versorgers den­ken.” Auch Verbraucherschutzorganisationen war­nen regel­mä­ßig vor Haustürgeschäften.

Wenn Stadtwerke‐​Mitarbeiter im Stadtgebiet unter­wegs sind, han­delt es sich außer bei Arbeiten an Gas‐, Wasser‐, Stromleitungen und der Straßenbeleuchtung häu­fig um Ableser für die jähr­li­che Abrechnung. Dann aller­dings infor­mie­ren die stm recht­zei­tig durch Pressemitteilungen und die eigene Internetseite. Zudem kön­nen sich die Mitarbeiter der Stadtwerke Meerbusch stets durch einen Dienstausweis legi­ti­mie­ren.

Richtiges Verhalten bei Haustürgeschäften

Auf der Internetseite www​.poli​zei​-bera​tung​.de erhal­ten Verbraucher bei Eingabe des Suchbegriffs „Tipps Haustürgeschäfte“ wert­volle Hinweise, wie man Betrugsfällen an der Haustür vor­beugt.

Bei Unklarheiten steht auch das Serviceteam der Stadtwerke tele­fo­nisch unter 02159 – 9137–333 oder per­sön­lich im Kundenzentrum Am Pfarrgarten 1 zur Verfügung. Das Kundencenter hat Montag bis Freitag von 8.00 bis 12.00 Uhr und 13.00 bis 17.00 Uhr geöff­net und sams­tags von 9.00 bis 13.00 Uhr.

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