Rhein-​Kreis Neuss: Ab Februar 2019 gel­ten neue Mietobergrenzen für Hartz IV-Empfänger

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – Was ist eine ange­mes­sene Miete? Diese Frage ist für Hartz IV-​Empfänger oder im Rahmen der Grundsicherung im Alter von Bedeutung für die Übernahme der Mietkosten durch das Job-​Center oder die Sozialämter.

Festgelegt sind die hierzu gel­ten­den Mietobergrenzen im so genann­ten „grund­si­che­rungs­re­le­van­ten Mietspiegel“. Der wurde im Dezember vom Kreistag in einer aktua­li­sier­ten Fassung ver­ab­schie­det. Mehrheitlich spra­chen sich die Kreispolitiker für eine durch­schnitt­li­che Anhebung der Mietobergrenzen um 4,35 Prozent zum 1. Februar 2019 aus.

Wie Kreisdirektor und Kreissozialdezernent Dirk Brügge betont, erfolgt damit vor dem Hintergrund der in den letz­ten bei­den Jahren gestie­ge­nen Mieten eine wich­tige Anpassungen, um die Wohnqualität für bedürf­tige Menschen zu sichern. Mit einem Missverständnis räumt Brügge jedoch auf: Der Mietspiegel sei nicht geeig­net die chro­ni­sche Knappheit auf dem Wohnungsmarkt zu behe­ben. „Der Mietspiegel baut keine Wohnungen“, so Brügge. Hier seien viel­mehr die Wohnungsbaugesellschaften und beson­ders die Städte und Gemeinden gefor­dert. Letztere müss­ten schnell Baurecht für neue Wohnungsbauflächen schaffen.

Die letzte Anpassung der Mietobergrenzen hatte der Rhein-​Kreis Neuss als Träger der Sozialhilfe vor zwei Jahren vor­ge­nom­men. Mit der erneu­ten umfang­rei­chen Analyse der Situation am Wohnungsmarkt hat er wie­der die Hamburger Beratungsgesellschaft „Analyse & Konzepte“ beauf­tragt. Zum Stichtag 1. August 2018 wur­den über 23.000 Bestandsmieten plus über 6.000 Angebotsmieten erfasst. Bei rund 100.000 Mietwohnungen im Rhein-​Kreis Neuss ergibt sich dar­aus eine reprä­sen­ta­tive Erhebungsquote von 23,4 Prozent.

Dabei wurde das Kreisgebiet in sechs Vergleichsräume ein­ge­teilt: Jüchen, Grevenbroich und Rommerskirchen bil­den zusam­men den Wohnungsmarkttyp I, Dormagen, Neuss, Kaarst, Korschenbroich und Meerbusch jeweils die Wohnungsmarkttypen II bis VI. Für eine 50-​Quadratmeterwohnung zum Beispiel reicht die Spanne der Neufestsetzungen von maxi­mal 410 Euro Bruttokaltmiete im Wohnungsmarkt Typ I (Jüchen, Grevenbroich, Rommerskirchen) bis 475,50 Euro im Wohnungsmarkttyp IV (Kaarst).

Die Umstellung auf die neuen Mietobergrenzen erfolgt auto­ma­tisch, das heißt, die Anerkennung ent­spre­chend höhe­rer Mietkosten muss nicht bean­tragt wer­den. Für jene, die nach dem alten Satz zu teuer woh­nen, wer­den ab Februar 2019 also ent­spre­chend höhere Mietkosten erstat­tet. Für die­je­ni­gen, die sich nach­weis­lich um eine güns­tige Wohnung küm­mern, aber keine fin­den kön­nen, gilt auch wei­ter­hin, dass sie nicht zum Auszug gezwun­gen wer­den und die vol­len Mietkosten über­nom­men werden.

Informationen zu den neuen Mietobergrenzen gibt es beim Jobcenter und bei den jeweils zustän­di­gen Sozialämtern.

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