Meerbusch: Brand einer Lagerhalle – Feuerwehr: Büdericher Süden die Fenster und Türen geschlos­sen halten

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Robert Schilken, Herausgeber



Meerbusch – Gegen 22 Uhr erfolgte an heu­ti­gen Freitag, den 14.12.2018, eine Alarmierung der Feuerwehr. Aus einer Halle an der Grünstraße soll eine Rauchentwicklung erkenn­bar sein. Diese Meldung konnte bestä­tigt werden.

Mit einem Großaufgebot an Einsatzmitteln rückte die Feuerwehr aus. Auf Grund der Gebäudestruktur erweist sich die Brandbekämpfung als sehr schwie­rig, personal- und materiaintensiv.

Auf der Düsseldorfer Straße Ecke Grünstraße steht ein Bus der Rheinbahn. Dort kön­nen sich Anwohner aus dem betrof­fe­nen Bereich ein­fin­den. Sie wer­den dort ver­sorgt und betreut.

Bitte hal­ten sie wei­ter­hin im Büdericher Süden die Fenster und Türen geschlos­sen. Fotos(4): Ffw Meerbusch

Meldung Feuerwehr 15.12.2018

Um Freitagabend wurde die Feuerwehr Meerbusch zu einem Lagerhallenbrand nach Meerbusch Büderich geru­fen. Vor Ort stell­ten die Einsatzkräfte fest, dass dich­ter, schwar­zer Rauch aus einer Lagerhalle auf­stieg, die über­wie­gend als Zwischenlager für Lebensmitteln genutzt wurde.

Bereits in der Frühphase des Einsatzes ent­schied sich die Einsatzleitungen für eine Brandbekämpfung von außen, da ein Betreten der in Vollbrand befind­li­chen Halle lebens­ge­fähr­lich für die Einsatzkräfte gewe­sen wäre. Über zwei Drehleitern und unter Einsatz von bis zu sechs C‑Rohren gleich­zei­tig wurde die Halle sowohl von oben als auch von außen ver­sucht zu löschen. Das Augenmerk der Einsatzkräfte lag eben­falls auf dem Kühlen einer Brandwand, die die betrof­fene Halle von einer zwei­ten Lagerhalle trennte. Während des gesam­ten Einsatzes, der sich als einer der mate­ri­al­in­ten­sivs­ten Einsätze der Feuerwehr Meerbusch her­aus­stel­len sollte, konnte die Brandwand gehal­ten und ein Flammenübergriff auf den zwei­ten Hallenteil ver­hin­dert werden.

Im wei­te­ren Einsatzverlauf mach­ten zwei Dinge der Feuerwehr beson­ders zu schaf­fen. Zum einen zog der stark rie­chende Rauch über eine angren­zende Wohnbebauung hin­weg. Mehrere Mehrfamilienhäuser wur­den in die Rauchschwanden ein­ge­hüllt. Über direkte Ansprachen der Bewohner und Informationen über die sozia­len Medien sowie der Warn-​App „NINA“ wurde die Bevölkerung auf­ge­for­dert, Fenster und Türen geschlos­sen zu hal­ten und nicht zu lüf­ten. Zusätzlich wurde Spezialkräfte aus Neuss ein­ge­bun­den, die mit Messgeräten die Umgebung des Brandortes kon­trol­lier­ten. Trotz der star­ken Geruchsbelästigung wur­den zu kei­ner Zeit gefähr­li­che Messwerte auf­ge­zeich­net. Ein Bus der Rheinbahn bot par­al­lel dazu die Möglichkeit für einen Aufenthalt, wenn sich die Bewohner der angren­zen­den Häuser ihre Wohnungen doch lie­ber ver­las­sen wollten.

Zum ande­ren ver­hielt sich das Gebäude auf Grund sei­ner Bauform und sei­nes Aufbaus als äußert zäh. Mehrere Kühlkammern inner­halb der Grundmauern sorg­ten für viele schwer zugäng­li­che Parzellen, die von außen mit den Mitteln der Feuerwehr nicht zu öff­nen waren. Mit Hilfe einer Drohne der Feuerwehr Neuss ver­schaffte sich die Einsatzleitung wäh­rend des Einsatzes nicht nur ein Blick rund um das Gebäude, son­dern auch von außen. Auf diese Weise wurde erkannt, dass der Löscheffekt von oben erst lang­sam Wirkung zeigte, als die Flammen das Dach durch­ge­brannt hat­ten. Dennoch war es lange Zeit nicht mög­lich, an die innen­lie­gen­den Kammern und somit auch die Brandherde vor­zu­drin­gen. Mit spe­zi­el­len Sägen und Trennschleifern ver­suchte die Feuerwehr Löcher in die Außenhaut der Halle zu schnei­den, sah sich aber schnell mit wei­te­ren Wänden kon­fron­tiert, die im Inneren der Halle für die Einsatzkräfte nicht erreich­bar waren. Erst schwe­res Räumgerät brachte den gewünsch­ten Erfolg. Mit einem Bagger wur­den nach und nach die meh­re­ren Schichten an Wänden von der Halle ein­ge­ris­sen, die Brandherde gelöscht und der Brandschutt mit einem dich­ten Schaumteppich abge­deckt. Die meis­ten Flammen konn­ten auf diese Weise bis zum Samstagmorgen gelöscht werden.

Einige hart­nä­ckige Bereiche waren nicht zuletzt durch ein­ge­stürzte Deckenteile und zusam­men­ge­fal­lende Regale nach wie vor nicht erreich­bar. Zu die­sem Zeitpunkt waren bereits über 100 Feuerwehrfrauen und ‑män­ner aller Meerbuscher Einheiten im Einsatz. Da abzu­se­hen war, dass der Einsatz sich noch weit in den Samstag hin­ein­zog orga­ni­sierte die Einsatzleitung die noch zu Verfügung ste­hen­den Kräfte neu, ent­ließ erschöpfte Kräfte, die die gesamte Nacht durch­ge­ar­bei­tet hat­ten, führte fri­sche Kräfte in den Einsatz und bestellte einen wei­te­ren Bagger, der mit sei­nem lan­gen Ausleger und sei­nem Greifwerkzeug nach und nach das Hallendach und die Trümmer in der Halle abtra­gen konnte. Parallel dazu lösch­ten die Einsatzkräfte die abge­tra­ge­nen Teile ab und arbei­ten sich so zu dem Kern der Halle und den letz­ten ver­blie­be­nen Glutnestern vor.

In Summe waren an die 200 Einsatzkräfte nicht nur aus allen Einheiten der Feuerwehr Meerbusch, son­dern auch von der Feuerwehr Neuss und der Malteser im Einsatz. Letztere ver­sorg­ten die Einsatzkräfte her­vor­ra­gend mit Verpflegung und kämpf­ten mit war­men Getränken gegen die ein­set­zende Kälte.

Phasenweise ging die Feuerwehr Meerbusch in dem Einsatz, der von Freitagabend 20:45 Uhr bis vor­aus­sicht­lich Samstagabend andau­erte, an ihre mate­ria­len Grenzen. Daher wur­den von der Feuerwehr Neuss bspw. Atemschutzgeräte in Bereitschaft vor­ge­hal­ten. Aber auch per­so­nell wurde alles an ver­füg­ba­ren Einsatzkräften auf­ge­bo­ten und viel­fach leg­ten die Ehrenamtler Doppelschichten ein.

Das gesamte Ausmaß des Schadens kann durch die Feuerwehr nur inso­fern ein­ge­schätzt wer­den, dass die Halle samt Inhalt in Gänze zer­stört wurde. Ein Übergreifen auf andere Gebäude konnte ebenso wie Personenschaden glück­li­cher­weise ver­hin­dert wer­den. Zur Brandursache kann die Feuerwehr keine Aussage machen.

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