Meerbusch: Zwei Jahre Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahr­rad­freund­li­cher Städte

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Robert Schilken, Herausgeber



Meerbusch – Die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahr­rad­freund­li­cher Städte, Gemeinden und Kreise (AGFS) in NRW möchte im kom­men­den Jahr ver­stärkt Projekte ansto­ßen, die für mehr Fußgängerfreundlichkeit und damit für mehr Aufenthaltsqualität im öffent­li­chen Straßenraum sorgen. 

Das hat das kom­mu­nale Netzwerk, das sich selbst gern auch als Triebfeder moder­ner Mobilitätspolitik ver­steht, jetzt in sei­ner jähr­li­chen Mitgliederversammlung beschlossen.

Die Stadt Meerbusch gehört seit Sommer 2016 zu dem ins­ge­samt 79 Mitgliedskommunen. Für Meerbusch hatte der Beitritt in die Arbeitsgemeinschaft hand­feste Gründe: Im Jahr 2012 beschloss die Stadt als eine der ers­ten Kommunen im Rhein-​Kreis Neuss, ein loka­les Klimaschutzkonzept auf­zu­le­gen. Das Konzept soll unter ande­rem drin­gende Maßnahmen zur Verringerung der kom­mu­na­len Energie- und CO2-​Bilanz liefern.

Hintergrund: Das Auto ist in Meerbusch mit Abstand Verkehrsmittel Nummer 1. Die Pkw-​Dichte liegt bei 0,63 Pkw pro Einwohner, lan­des­weit sind es nur 0,54. Die täg­li­chen Staus zei­gen die Auswirkungen ein­drucks­voll. In der Meerbuscher Energiebilanz macht sich das ent­spre­chend bemerk­bar: 41 Prozent der im Stadtgebiet ver­brauch­ten Endenergie schluckt der Kfz-​Verkehr, auf die pri­va­ten Haushalte ent­fal­len 39 Prozent, auf die Wirtschaft ledig­lich 18 Prozent.

Dringend ver­bes­se­rungs­wür­dig ist eine wei­tere sta­tis­ti­sche Zahl: Rund 50 Prozent der Autofahrten die­nen dazu, Kurzstrecken von 100 Meter bis einem Kilometer zurück­zu­le­gen. Fazit: In Meerbusch gibt es drin­gen­den Handlungsbedarf in Richtung einer alter­na­ti­ven, scho­nen­den Nahmobilität.

Seit dem Beitritt vor zwei Jahren haben Politik und Verwaltung sys­te­ma­tisch an der Stärkung des Radverkehrs in der Stadt gear­bei­tet. Ein neues Radwegekonzept mit siche­re­ren Radwegeführungen und neuen Beschilderungen, Fahrradboxen an den Stadtbahnhaltepunkten am Osterather Bahnhof und am Büdericher Landsknecht, die erste „Fahrradstraße” in Büderich oder auch die „1. Meerbuscher Rad-​Nacht” im Sommer 2018 gehör­ten zum dicken Maßnahmenkatalog unter der Überschrift „Meerbusch Radaktiv”. ”

Auch Verkehrsingenieure aus unse­rem Fachbereich Straßen und Kanäle konn­ten sich in Fachworkshops der Arbeitsgemeinschaft wei­ter­bil­den und nütz­li­ches Knowhow für wei­tere Projekte mit­brin­gen”, sagt Michael Assenmacher, der als Technischer Dezernent der Stadtverwaltung für die Förderung des Radverkehrs ver­ant­wort­lich zeich­net. „Jetzt wol­len wir gemein­sam mit den Experten der AGFS schauen, wie wir auch für die Fußgänger in unse­ren Stadtteilen etwas ver­bes­sern können.”

Die Mitgliedschaft in der AGFS hat sich in den ver­gan­ge­nen zwei Jahren auch in barer Münze aus­ge­zahlt. Zur Finanzierung der umfas­sen­den Haushaltsbefragung „Mobilität in Städten”, an der feder­füh­rend auch die Stadt Düsseldorf teil­nimmt, erhielt die Stadt aus dem Topf er AGFS einen Zuschuss von knapp 30.000 Euro. Die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt für Aktionen und Kampagnen zur Förderung des Radverkehrs unter­stützt die Arbeitsgemeinschaft mit 15.400 Euro.

Der Rhein-​Kreis Neuss ist bereits seit dem Jahr 2004 AGFS-​Mitglied und erhielt in der jüngs­ten Mitgliederversammlung den Zuschlag für wei­tere sie­ben Jahre. „Dass der Rhein-​Kreis sich eben­falls in Sachen Fahrradfreundlichkeit enga­giert, ist eine glück­li­che Fügung”, sagt Michael Assenmacher. „Ich bin guter Dinge, dass wir bei kom­men­den Projekten – zum Beispiel an Kreisstraßen – nun noch effek­ti­ver zusam­men­ar­bei­ten können. ”

Seit Sommer 2016 ist die Stadt Meerbusch Mitglied der AGFS: an der Rheinfähre in Langst-​Kierst ent­hüllte Bürgermeisterin Angelika Mielke-​Westerlage mit AGFS-​Vorstand Christine Fuchs (rechts) das neue Ortseingangsschild. Foto: Stadt Meerbusch
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