Meerbusch: Hoffnung auf weni­ger Lärm unter den Abflugrouten

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Meerbusch – Hoffnung für die Anwohner der Abflugrouten in Büderich und Lank: Die Fluglärmkommission des Flughafens Düsseldorf hat in ihrer heutigen Sitzung dem Antrag von Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage zugestimmt, für Starts wieder das Startverfahren NADP1 "mit empfehlendem Charakter" in die Luftfahrthandbücher der Piloten aufzunehmen.

Bei dem Verfahren setzen die Piloten in erster Linie auf schnellen Höhengewinn ihrer Maschinen, die Belastung der Ortschaften unter den Abfluglinien ist entsprechend geringer.

In jüngerer Vergangenheit, so die Meerbuscher Kritik, setzten insbesondere die größeren Fluggesellschaften auf das ebenfalls genehmigte zweite Verfahren NADP2. "Dabei starten die Maschinen - auch für das Laienauge sichtbar - deutlich flacher", so Angelika Mielke-Westerlage. "Das soll Kerosin sparen. Für die Menschen am Boden - insbesondere im Nahbereich des Flughafens - bringt es aber unweigerlich mehr Lärm mit sich." Kernpunkt des "Flachstartverfahrens" sei eine Verschiebung des sogenannten ,cut-back’-Punktes. Dabei werde der Schub der Jets bereits ab einer Höhe von 1.000 Fuß, das sind etwa 300 Meter, verringert. Früher sei dies erst bei etwa 450 Metern (1.500 Fuß) Höhe geschehen.

Jetzt dürfen insbesondere die Anwohner in Büderich auf Entlastung hoffen. Der Büdericher Ortskern liegt etwa vier Kilometer vom Ende der Startbahn entfernt. Den 54 Meter hohen Turm der Mauritius-Kirche überfliegen die Jets beim Start durchschnittlich in etwa 650 Meter Höhe. Die Höhenwerte sollen sich nun spürbar verbessern; sie sind allerdings schwankend, weil sie vom Wetter, von der Beladung der Maschinen und vom Flugzeugtyp abhängen. Auch im acht Kilometer vom Startbahnende entfernten Lank-Latum soll eine Entlastung spürbar sein. Hier erreichen die Jets beim Überflug des Ortskerns im Schnitt allerdings bereits über 1.000 Meter Höhe, was die Lärmbelastung verglichen mit Büderich ohnehin schon deutlich geringer ausfallen lässt.

Mielke-Westerlage hatte ihren Antrag erstmals im Herbst 2017 in der Fluglärmkommission gestellt. Daraufhin hatte die Kommission eine vergleichende Untersuchung über die Lärmauswirkungen beider Startverfahren in Auftrag gegeben. Auf dieser Basis stellte die Bürgermeisterin in diesem Sommer ihren Antrag erneut - und hatte Erfolg. Die Zustimmung der Lärmschutzkommission fiel einstimmig aus. Die Flughafengesellschaft und die Vertreter der Fluggesellschaften enthielten sich.

"Ich bin sehr glücklich, dass unseren Argumenten so klar Folge geleistet wurde", so Mielke-Westerlage nach der Sitzung. "Düsseldorf ist ein Stadtflughafen, der mit Blick auf die Vielzahl der Menschen, die in direkter Nähe wohnen, ganz besondere Rücksicht üben muss. Jetzt haben wir einen wichtigen Schritt nach vorn getan."

 

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