Meerbusch: Heimatministerin Ina Scharrenbach zu Gast auf Haus Meer – Gesamtdenkmal im Wartestand

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Robert Schilken, Herausgeber



Meerbusch – Ina Scharrenbach, NRW-​Ministerin für Heimat, Kommunales und Bau, hat jetzt das Gesamtdenkmal Haus Meer besich­tigt. Eigentümer Peter Soliman und Bürgermeisterin Angelika Mielke-​Westerlage begrüß­ten die Ministerin vor Ort, stell­ten Geschichte und Besonderheiten des Areals vor.

Auf Initiative der Deutschen Burgenvereinigung besuchte Scharrenbach auf einer Rundreise vier her­aus­ra­gende denk­mal­ge­schützte Objekten im Rheinland, um vor Ort die Anliegen und Sorgen der Eigentümer ken­nen­zu­ler­nen. Die Deutsche Burgenvereinigung ver­steht sich selbst als älteste Denkmalschutzorganisation Deutschlands. Zu den Mitgliedern gehö­ren neben Kunsthistorikern, Architekten, Restauratoren und Museumsleuten auch Besitzer welt­li­cher Baudenkmale. Bei der Rundreise, an der auch lei­tende Vertreter des Landschaftsverbandes Rheinland teil­nah­men, wurde auch dis­ku­tiert, wel­che Möglichkeiten es gibt, die Eigentümer bei Erhalt und sinn­vol­ler Nutzung ihrer Baudenkmäler bes­ser zu unter­stüt­zen und Förderprogramme bes­ser zugäng­lich zu machen.

Bürgermeisterin Angelika Mielke-​Westerlage wer­tet den Besuch der Ministerin als posi­ti­ves Signal für die wei­tere Entwicklung des Areals Haus Meer. „Frau Scharrenbach, die zum ers­ten Mal bei uns war, zeigte sich sehr inter­es­siert und hat auch signa­li­siert, für wei­tere Gespräche zur Verfügung zu ste­hen.” Die Stadt sei zwar nicht Eigentümer, den­noch seien Politik und Verwaltung drin­gend daran inter­es­siert, dar­stell­bare Lösungen für Haus Meer zu for­cie­ren, die Denkmalschutz und Wirtschaftlichkeit glei­cher­ma­ßen berücksichtigen.

Haus Meer mit sei­nem 1865 bis 1869 von Joseph Clemens Weyhe gestal­te­ten Landschaftspark genießt nicht nur unter Fachleuten einen her­aus­ra­gen­den Ruf als regio­nal bedeut­sa­mes Bau‑, Boden und Naturdenkmal. Das um 1166 von der Gräfin Hildegunde von Meer gegrün­dete Prämonstratenserinnen-​Kloster Meer gilt als reli­giöse, wirt­schaft­li­che und kul­tu­relle Keimzelle des heu­ti­gen Meerbusch.

In den Revolutionskriegen des aus­ge­hen­den 18. Jahrhunderts wur­den die Nonnen von den Franzosen ver­trie­ben. 1804 ging die Anlage in den Besitz der Familie von der Leyen über. 1807 wurde die stark kriegs­be­schä­digte Klosterkirche abge­ris­sen. Das Hauptgebäude des Schlosses wurde 1943 bei einem alli­ier­ten Luftangriff kom­plett zer­stört und spä­ter abgetragen.

Gut erhal­ten sind bis heute ledig­lich der ehe­ma­lige Gutshof Haus Meer und das soge­nannte „Teehäuschen“, ein neu­go­ti­scher Gartenpavillon, der zwi­schen 1850 und 1865 – unter ande­rem mit Fundstücken aus der Abbruch der roma­ni­schen Klosterkirche – errich­tet wurde. Eine der Würde des Ortes ent­spre­chende und oben­drein wirt­schaft­lich dar­stell­bare Nutzung des Geländes kam bis­lang trotz zahl­rei­cher Anläufe und wech­seln­der Eigentümer nicht zustande.

Der Besuch der Ministerin könnte nun zumin­dest einen Hoffnungsschimmer für die wei­tere Entwicklung bringen. 

Peter Soliman (dunk­ler Mantel Mitte) mit Ministerin Ina Scharrenbach, Bürgermeisterin Angelika Mielke-​Westerlage und Mitgliedern der Deutschen Burgenvereinigung (von links). Foto: Stadt

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