Rhein-​Kreis Neuss: Rettungskräfte rich­ten am Samstag große Übung in Neuss und Dormagen aus

Rhein-Kreis Neuss – Kein Grund zur Aufregung für die Bevölkerung besteht am Samstag, 20. Oktober, wenn zahlreiche Einsatzwagen durch viele Teile des Rhein-Kreises Neuss fahren.

Zum Abschluss des Forschungsprojekts REBEKA ist eine große Übung der Gefahrenabwehr geplant. REBEKA steht für „Resilienz von Einsatzkräften bei eigener Betroffenheit in Krisenlagen“ und läuft seit Anfang 2016.

Ziel ist es, in Kooperation zwischen der Johanniter Unfall Hilfe, der Freien Universität Berlin, der Universität Stuttgart, dem Technischen Hilfswerk und der Technischen Hochschule Wildau erstmals Konzepte zur Kompensierung von erforderlichen Ressourcen in Krisenlagen und zur Einbindung von Spontanhelfern zu entwickeln. Dies geschieht mit Förderung und Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Während des REBEKA-Prozesses war der Rhein-Kreis Neuss als Referenzkreis immer wieder Mittelpunkt kleinerer Übungen und Schulungen. Jetzt sollen die dort entwickelten Konzepte mit Hilfe der Übung getestet und überprüft werden. Sie wird auf dem Kirmesplatz an der Neusser Furth, auf dem Campingplatz im Grind bei Stürzelberg sowie an einer Deichstelle in Höhe Zons sichtbar sein. Beginn ist um 9 Uhr, das voraussichtliche Ende wird gegen 17 Uhr erwartet.

Nachtrag 21.10.218 - Video/ Bilder

 

Treffpunkt Kirmesplatz Neusser-Furth - Übungsende

Übungsszenarien (Text: Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Regionalverband Niederrhein/ Facebook)

Blutende Verletzte versorgen, Unterkünfte herrichten, Verpflegung für hunder-te Menschen kochen und das bei Regen, Sturm und Wind, sind normalerweise keine Aufgaben für „normale“ Bürger sondern für die etablierten Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes. 

Am Samstag haben aber fast 25 von ihnen, die sich vorher als sogenannte Spontanhelfer angemeldet haben, die Gelegenheit gehabt, gemeinsam mit den Katastrophenschützern aus dem Rhein-Kreis in Neuss und Dormagen zu üben. Hintergrund ist das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt REBEKA, Resilienz von Einsatzkräften bei eigener Betroffenheit in Krisenlagen, das vor zwei Jahren in mehreren Einzelveranstaltungen im Rhein-Kreis Neuss gestartet ist und mit der Übung den praktischen Höhepunkt erreicht hat.

Lang anhaltende Regenwetterlagen in ganz Deutschland haben die Rheinpegel anschwellen lassen, in mehreren Städten und Kreisen gab es wetterbedingt große Einsätze und mehrere Krisenstäbe sind schon aktiv in NRW. Das bedeutet, dass weitere Kräfte aus anderen Bundesländern zugeführt werden müssen, für die im ersten Übungsszenario am Further Kirmesplatz in Neuss sowohl eine Unterkunft für sieben Tage als auch Verpflegung für 250 Kräfte geschaffen werden muss.

Medizinisch anspruchsvoll zeigte sich ein weiters Szenario, bei dem eine große Anzahl Verletzter auf dem Campingplatz im Grind (Grevenbroich) zu beklagen war. Ein Sturmteufel hat mit seiner Windhose mehrere Bäume entwurzelt, Äste abgebrochen und die Zelte und Campingwagen zerstört. Die Bewohner und Passanten wurden teilweise schwer verletzt und die Zuwegung für die Rettungskräfte war durch umgestürzte Bäume blockiert. Noch auf der Anfahrt mussten sich THW und Feuerwehr an die Beseitigung der Hürden machen und somit wieder für einen befahrbaren Rettungsweg sorgen. Parallel dazu wurden die Spontanhelfenden für die Betreuung leichter verletzter Personen eingesetzt und unterstützen die eingesetzten Retter bei der Versorgung der schwerer Verletzten.

Neben den für alle sichtbaren rund 250 Helferinnen und Helfern waren noch die Mitarbeiter der Kreisleitstelle in Neuss und des Katastrophenschutzstabes der Kreisverwaltung im Stabsraum in Grevenbroich beteiligt. „Die Hauptaufgabe der Übung, zu schauen, wie Spontanhelfende in die Arbeit der etablierten Einsatzkräfte eingebunden werden können, ist wie vorgesehen jetzt gut beurteilbar“, sagt Patrick Drews vom Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement der Universität Stuttgart. Er ist wie Rebecca Dinkelbach von der Abteilung der Johanniter für internationale Projekte und Kooperationen, Tatjana Regh vom Technischen Hilfswerk und Marcel Kübel vom Landesverband der Johanniter neben wechselnden Teilnehmern ein fester Teil des Projektes. 

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