Meerbusch: Bürgermeisterin lädt Bundeswirtschaftsminister ein – Osterath ist kein Standort für einen Stromkonverter

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Robert Schilken, Herausgeber



Meerbusch – In einem fünf­sei­ti­gen Schreiben hat sich Bürgermeisterin Angelika Mielke-​Westerlage jetzt an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier gewandt, um den Bau des Stromkonverters am umstrit­te­nen Standort Osterath mög­li­cher­weise doch noch abzuwenden. 

Helfen soll dabei ein Besuchstermin in Meerbusch, bei dem sich der Minister die Gegebenheiten vor Ort per­sön­lich anse­hen und die Problemlage schil­dern las­sen soll.

Altmaier hatte im August einen Aktionsplan vor­ge­legt, der die Energiewende und den dafür nöti­gen Ausbau Stromnetze deut­lich beschleu­ni­gen soll. Im Zuge des­sen hatte der Minister ange­kün­digt, den Netzausbau zur „Chefsache” zu machen und mit allen Beteiligten den Dialog suchen – auch mit Bürgerinitiativen. „Meerbusch könnte die von der Energiewende am stärks­ten betrof­fene Kommune wer­den. Das ist Motivation genug, mit Herrn Altmaier ein per­sön­li­ches Gespräch bei uns vor Ort zu suchen”, so Mielke-​Westerlage. „Zudem ist mir wich­tig, Herrn Altmaier auch die teils abstruse Vorgeschichte zu erläu­tern, die trotz all” unse­rer Bemühungen zum jet­zi­gen Stand der Dinge geführt hat.” Als einen zen­tra­len Auslöser des Meerbuscher Unmuts nennt sie die Weigerung des Regionalrats, die objek­tiv weit­aus bes­ser geeig­nete „Dreiecksfläche” zwi­schen Autobahn und Bahnlinie auf Kaarster Stadtgebiet aus der Zweckbindung als Kiesabbaufläche zu neh­men. Der güns­tige Standort Gohr sei aus­ge­schie­den, weil die Leitungsanbindung A‑Nord als Erdkabel rea­li­siert wer­den soll. Nur so sei Osterath wie­der ins Blickfeld geraten.

In Meerbusch, so schreibt die Bürgermeisterin an Minister Altmaier, drohe nun „in unmit­tel­ba­rer Nähe zur geschlos­se­nen Wohnbebauung” der Bau eines gro­ßen Industriegebäudes – 18 Meter hoch und auf 100.000 Quadratmetern Fläche, die bis­her für Landwirtschaft und Naherholung genutzt wird. Wegen der Nähe zum Osterather Ortsrand sei das Areal zunächst mit Recht aus dem Kalkül gefal­len. In Folge des­sen sei die Stadt Meerbusch logi­scher­weise auch zu den regel­mä­ßi­gen Konverter-​Gesprächskreisen gar nicht mehr ein­ge­la­den wor­den. Jetzt sei zum Entsetzen aller Betroffenen wie­der Gefahr im Verzug. „Den Bürgerinnen und Bürgern ist nicht ver­mit­tel­bar, dass in der noch aus­ste­hen­den Planfeststellung ein nach­weis­lich schlech­te­rer Standort geneh­migt wird. Entsprechend groß ist die Verärgerung in der Bevölkerung und in der Politik.”

Mit Peter Altmaiers Unterstützung müsse unter Abwägung aller Kriterien unbe­dingt eine Lösung gefun­den wer­den, die „ver­nünf­tig und für die Bevölkerung nach­voll­zieh­bar” sei, so die Bürgermeisterin. Als zustän­di­ger Minister werbe er nach­drück­lich für den Netzausbau, aber auch für die Akzeptanz der erfor­der­li­chen Maßnahmen. Das der­zeit lau­fende Verfahren werde dem aller­dings in kei­ner Weise gerecht. „Ich bitte Sie daher ein­dring­lich, sich die Zeit für eine Erörterung hier bei uns in Meerbusch zu neh­men”, schreibt Mielke-Westerlage.

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