Klartext​.NRW: Bundesanwaltschaft: Köln – Brandanschlags und der Geiselnahme – radikal-​islamistischen Hintergrund

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Robert Schilken, Herausgeber



Klartext​.NRW – Karlsruhe (ots) – Die Bundesanwaltschaft hat am 16. Oktober 2018 die Ermittlungen gegen den 55-​jährigen syri­schen Staatsangehörigen Mohammad A. R. wegen des Brandanschlags und der Geiselnahme vom 15. Oktober 2018 am Kölner Hauptbahnhof übernommen. 

Dem Beschuldigten wird ver­such­ter Mord in zwei Fällen sowie gefähr­li­che Körperverletzung zur Last gelegt. Am Mittag des 15. Oktober 2018 begab sich der Beschuldigte im Kölner Hauptbahnhof in ein Schnellrestaurant. Er schüt­tete dort eine brenn­bare Flüssigkeit aus und setzte diese in Brand. Eine 14-​Jährige rutschte bei ihrer Flucht vor den Flammen dar­auf aus und erlitt erheb­li­che Verletzungen. Der Beschuldigte floh anschlie­ßend in eine Apotheke und nahm dort eine Geisel. Er stellte tele­fo­nisch ver­schie­dene Forderungen.

Unter ande­rem ver­langte er, nach Syrien zum „Islamischen Staat” (IS) aus­rei­sen zu kön­nen. Die Apotheke wurde durch ein Spezialeinsatzkommando gestürmt. Dabei wurde die Geisel durch den Beschuldigten verletzt.

Nach dem bis­he­ri­gen Erkenntnisstand lie­gen zurei­chende Anhaltspunkte für einen radikal-​islamistischen Hintergrund der Tat vor.

Sie erge­ben sich unter ande­rem aus Zeugenangaben. Danach soll der Beschuldigte die Freilassung einer Frau gefor­dert haben, deren Mann sich ter­ro­ris­tisch betä­tigt haben soll. Zudem soll er geäu­ßert haben, dass er Mitglied des soge­nann­ten Islamischen Staates sei und zu die­sem nach Syrien aus­rei­sen wolle.

Vor die­sem Hintergrund hat die Bundesanwaltschaft die beson­dere Bedeutung im Sinne des § 120 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 GVG bejaht und die Ermittlungen über­nom­men. Inwieweit sich diese Annahme wei­ter erhär­ten lässt, wird Gegenstand der wei­te­ren Untersuchungen sein. Insbesondere ist zu klä­ren, ob der Beschuldigte das Attentat als Mitglied des soge­nann­ten Islamischen Staates oder einer ande­ren ter­ro­ris­ti­schen Vereinigung began­gen hat oder aber unmit­tel­bar vor oder wäh­rend der Tat zu einem Mitglied einer Terrororganisation in Kontakt oder unter deren Einfluss stand.

Auch wird der Frage nach­ge­gan­gen, ob bis­lang unbe­kannte Tatbeteiligte oder Hintermänner in die Tat ein­ge­bun­den waren.

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