Meerbusch: Aufmerksamer Bankangestellter ver­hin­dert Enkeltrickbetrug

Meerbusch (ots) - Ein knapp 90-jähriger Meerbuscher erhielt am Mittwoch (10.10.), gegen 13:30 Uhr, einen Telefonanruf. Die weibliche Stimme am anderen Ende der Leitung gab sich ihm gegenüber überzeugend als "Lebensgefährtin" aus.

Sie schilderte eine finanzielle Notlage und gab vor, möglichst schnell mehrere tausend Euro zu benötigen. Als der Senior bei seinem Geldinstitut den entsprechenden Betrag abheben wollte, wurde der Mitarbeiter am Schalter hellhörig. Richtigerweise entschied man sich, die Polizei zu informieren.

Nach Kontaktaufnahme mit Angehörigen, stellte sich heraus, dass es sich bei der Anruferin offenbar tatsächlich um eine sogenannte "Enkeltrickbetrügerin" gehandelt hatte. Die entschlossene Haltung des Bankangestellten bewahrte den Kunden vor einem erheblichen finanziellen Verlust. Die Kripo hat die Ermittlungen aufgenommen. Bislang liegen keine Hinweise zur Identität der Betrüger vor. Zu einer Geldübergabe ist es im vorliegenden Fall nicht gekommen.

Mit den Worten "Rate mal, wer hier ist" oder ähnlichen Formulierungen rufen Betrüger bei meist älteren und allein lebenden Personen an, geben sich als Verwandte, Enkel oder auch gute Bekannte aus und bitten kurzfristig um Bargeld. Als Grund wird ein finanzieller Engpass oder eine Notlage vorgetäuscht, beispielsweise ein Unfall, ein Auto-, Computer- oder Immobilienkauf. Die Lage wird immer äußerst dringlich dargestellt. Oft werden die Betroffenen durch wiederholte Anrufe unter Druck gesetzt. Sobald das Opfer zahlen will, wird ein Bote angekündigt, der das Geld abholt.

Hat der Betroffene die geforderte Summe nicht parat, wird er gebeten, unverzüglich zur Bank zu gehen und dort den Betrag abzuheben. Nicht selten ruft der Täter sogar ein Taxi, wenn das Opfer den Weg nicht mehr zu Fuß bewältigen kann. Auf diese Weise haben Enkeltrick-Betrüger in der Vergangenheit bereits Beträge im fünfstelligen Eurobereich erbeutet.

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