Meerbusch: Rheindeich ist jetzt Fairness-Zone

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Robert Schilken, Herausgeber



Meerbusch – Der Meerbuscher Rheindeich zwi­schen Düsseldorf-​Lörick im Süden und dem Krefelder Hafengebiet im Norden ist ein Freizeitparadies. 

Die im Jahr 2013 abge­schlos­sene Deichsanierung hat den Meerbuschern und Erholungssuchenden aus der Umgebung einen fein gepflas­ter­ten, über 11 Kilometer lan­gen Deichkronenweg beschert – schöns­ter Blick in die Niederrheinlandschaft inklu­sive. Insbesondere an den Wochenenden tum­meln sich Jogger, Radfahrer, Skater, Spaziergänger oder Hundehalter zu hun­der­ten auf Meerbuschs Promenade.

Leider ist das Miteinander der unter­schied­li­chen Interessengruppen nicht immer rei­bungs­los”, bedau­ert Matthias Unzeitig, Fachbereichsleiter für Straßen und Kanäle im Technischen Dezernat der Stadtverwaltung. Beschwerden gebe es inzwi­schen sowohl aus Büderich als auch aus Langst-​Kierst: „Radfahrer fah­ren Rennen, Hundehalter las­sen ihre Tiere frei lau­fen oder span­nen ihre Flexi-​Leinen quer über den Weg. Dazwischen wird gejoggt und ges­ka­tet, und Spaziergänger erle­ben man­che Schrecksekunde.”

Zusätzlich seien durch die höhere Zahl von E‑Bikes inzwi­schen auch viele „nor­male” Radfahrer schnel­ler unter­wegs als gewohnt. Das führe immer wie­der zu kri­ti­schen Situationen. Deshalb hat die Stadt jetzt ihre Rheinfront zur „Fairness-​Zone” erklärt. Große weiße Piktogramme, beson­ders an Engstellen auf dem auf dem Pflaster auf­ge­bracht – las­sen kei­nen Zweifel: „Hier geht man fair und rück­sichts­voll mit­ein­an­der um. Rüpelhaftes „Weg da, hier komm” ich!” ist tabu. Ziel: mehr Sicherheit für alle.

Gute Vorbilder hat die Stadt Meerbusch auch: Mit Fairness-​Zonen haben die Stadt Wien am Donaukanal und die Stadt Arnsberg am Ruhr-​Radweg gute Erfolge erzielt. Konfliktsituationen wur­den sel­te­ner, die Bewusstseinsbildung funk­tio­nierte. Matthias Unzeitig ist guter Hoffnung, dass dies auch in Meerbusch klappt: „Wenn sich jeder ver­nünf­tig und gesit­tet beneh­men würde, müsste man über­haupt nicht regu­lie­rend ein­grei­fen. So aber set­zen wir ein Zeichen und appel­lie­ren ans gute Miteinander. Ich bin gespannt, wie die Reaktionen sind.”

Matthias Unzeitig radelt fast täg­lich von Düsseldorf über den Rheindeich ins Büro, Alexandra Schellhorn (links) geht gern mit Labrador Bond auf dem Deich spa­zie­ren. Für Triathletin Iris Hurtz ist die Promenade beliebte Trainingsstrecke. Ein fai­res Miteinander auf dem Deich – wie hier in Langst-​Kierst – ist für alle drei selbstverständlich.

Foto: Stadt
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