Klartext​.NRW: Heike Troles erklärt Antrag der CDU – Laienreanimation gehört an die Schule

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Klartext​.NRW – Die CDU-​Fraktion hat am Donnerstag, den 20.09.2018, gemein­sam mit der FDP-​Fraktion einen Antrag in den Landtag ein­ge­bracht, der ein­stim­mig ange­nom­men wurde.

Dieser setzt sich für die Weiterentwicklung des Projekts „Laienreanimation an Schulen“ ein, das die Kompetenz Menschenleben zu ret­ten stär­ken soll. Der Antrag basiert auf dem Arbeitskreis Gesundheit. Dem gehört Heike Troles, Landtagsabgeordnete der CDU für Grevenbroich, Rommerskirchen und Dormagen, zwar nicht an. „Trotzdem ist es mir wahrs­ten Sinne des Wortes eine Herzensangelegenheit“, erklärt die Grevenbroicherin. Schließlich sei ihr Vater im Alter von 39 Jahren an Herzversagen ver­stor­ben, als sie gerade mal neun Jahre alt war. „So was ver­gisst man nicht. Es kann lebens­wich­tig sein, genau zu wis­sen wie eine Wiederbelebung funk­tio­niert. Und das geht nur durch Übung von Theorie und Praxis“, stellt Heike Troles klar. 

Nach aktu­el­len Daten des Deutschen Reanimationsregisters erlei­den in Deutschland min­des­tens 50.000 Menschen einen Herz-​Kreislauf-​Stillstand außer­halb eines Krankenhauses. Dabei über­le­ben nur rund zehn Prozent der Betroffenen. In fast der Hälfte der Fälle wird ein Kreislaufstillstand von Laien, wie zum Beispiel Angehörigen, beobachtet.

Da das Gehirn bereits drei bis fünf Minuten ohne Sauerstoffversorgung irrever­si­bel geschä­digt wird, Rettungsdienste oder Notärzte aber in der Regel erst spä­ter ein­tref­fen, ist die sofor­tige Aufnahme der Wiederbelebungsmaßnahme durch Laien ent­schei­dend. Schulungsanfänge wur­den bereits gemacht. In Nordrhein-​Westfalen hat das Ministerium für Schule und Bildung zum Schuljahresbeginn 2017/​2018 das lan­des­weite Modellprojekt „Laienreanimation an Schulen in Nordrhein-​Westfalen“ mit einer Laufzeit von drei Jahren gestar­tet. Rund 120 Schüler neh­men bereits teil.

Das Projekt rich­tet sich in ers­ter Linie an Schüler ab der 7. Klasse und ent­hält Theorie und Praxis. Es spricht Schüler, Lehrer, alle am Schulleben betei­ligte und im opti­ma­len Fall auch Eltern an. Nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiolgie und Intensivmedizin (DGAI) könn­ten bei einer ent­spre­chen­den Steigerung in Deutschland pro Jahr rund 10.000 Menschen mehr über­le­ben. Vorbild sind übri­gens die Niederlande und skan­di­na­vi­sche Länder, wo die Laienreanimationsquote durch Kampagnen und Unterricht in den Schulen inner­halb von zehn Jahren ver­dop­pelt wer­den konnte.

Die NRW Koalition hat bei den Beratungen des Landeshaushalts für 2018 zusätz­li­che Mittel von 100.000 Euro zur Verfügung stellt, um das Projekt zur Unterrichtung und Wiederbelebung ins­be­son­dere an Schulen zu unter­stütz­ten. Diese Mittel könn­ten zur Anschaffung wei­te­rer Übungspuppen und zur Ausweitung des Modellprojekts auf wei­tere Schulen genutzt wer­den. Ein wei­te­rer wich­ti­ger Punkt ist die Schulung von Lehrkräften. Hier könn­ten neben den über­ge­ord­ne­ten fach­li­chen Kooperationspartnern auch vor Ort Fachkräfte aus der Notfallmedizin und dem Rettungswesen ein­ge­bun­den wer­den. Dabei soll geprüft wer­den, wie der Aufwand zur Durchführung von Schulungen ange­mes­sen hono­riert wer­den könnte.

Das Foto zeigt Andreas Spahn, haupt­be­ruf­li­cher Feuerwehrmann in Grevenbroich und neben­be­ruf­lich Rettungssanitäter. Er stellte Heike Troles und Dr. Jörg Geerlings die Aktion Wiederbelebung im Landtag vor, für deren Weiterentwicklung die CDU jetzt den Antrag ein­bringt. Foto: CDU
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