Rommerskirchen: Feld- und Werksbahnmuseum Oekoven – Widerspruch zur Aussage des Kreises

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Rommerskirchen – Die Gemeindeverwaltung teilt mit: Die Pressemitteilung des Rhein-​Kreises Neuss vom 26.09.2018 ent­hält meh­rere Behauptungen, die einer Klarstellung bedür­fen. Gregor Küpper, Rechtsamtsleiter der Gemeinde Rommerskirchen, der das FWM unterstützt: 

Es ist falsch, dass das Feld- und Werksbahnmuseum (FWM) Gesprächsangebote des Kreises aus­schlägt, zur­zeit wird das in der Pressemitteilung des Kreises erwähnte Brandschutzkonzept auf einen erneu­ten Forderungskatalog des Kreises hin über­ar­bei­tet, bzw. die­ser aus­ge­wer­tet. Die Bauaufsicht des Kreises selbst sieht kei­nen Gesprächsbedarf, bevor der beauf­tragte Brandschutzingenieur den Forderungskatalog nicht aus­ge­wer­tet und ggfs. schon in das Konzept ein­ge­ar­bei­tet hat.”

Marcus Mandelartz vom FWM: „Das Museum hat die erwähn­ten Fördermittel für das Jahr 2018 nur des­halb nicht abge­ru­fen, weil der Rhein-​Kreis Neuss hierzu aus­drück­lich gera­ten hat. Bis zur ”Klärung der Situation” soll­ten diese nicht in Anspruch genom­men wer­den, der Vorschlag einer mög­li­chen Umwidmung zur Erfüllung der Brandschutzauflagen spielt inso­fern tat­säch­lich eine Rolle. Die Mittel für 2017 waren für Baumaßnahmen vor­ge­se­hen, die man­gels Erteilung einer ent­spre­chen­den Baugenehmigung durch den Kreis eben­falls noch nicht abge­ru­fen wer­den konnten.”

Noch ein­mal Gregor Küpper: „Es ist falsch, dass das Ergebnis des Löschversuches „im Ernstfall kata­stro­phal gewe­sen” wäre, wie von Herrn Mankowsky behaup­tet. Die Feuerwehr war selbst­ver­ständ­lich in der Lage, unmit­tel­bar aus dem Löschteich Wasser mit­tels Saugleitung und Saugkorb zu ent­neh­men, wes­halb „im Ernstfall” eine Löschung ohne Weiteres mög­lich gewe­sen wäre.

Hans-​Josef Schneider, Baudezernent der Gemeinde Rommerskirchen ergänzt: „Es ist falsch, dass – wie in der Pressemitteilung des Kreises behaup­tet – die Gemeinde Rommerskirchen ein Gutachten in Auftrag gege­ben habe, des­sen Ergebnis gewe­sen sei, dass „der Zugang für die Feuerwehr nicht über unbe­fes­tigte Flächen erfol­gen darf”.

Es han­dele sich um kein Gutachten, son­dern um eine bloße Bodenuntersuchung, deren Ergebnis lau­tete: „Die aktu­elle Wegoberfläche ist im aktu­el­len Zustand aus­rei­chend trag­fä­hig, um eine Zufahrt zum Löschteich zu gewähr­leis­ten. Da jedoch bei Durchfeuchtung des Weges die Befahrbarkeit lei­den könnte, wur­den wei­tere Maßnahmen zu Verbesserung des Weges vorgeschlagen.”

Dr. Elmar Gasten, auch für Vereine Ansprechpartner im Rathaus: „Durch unsere Vermittlung hat die VR-​Bank eine groß­zü­gige Spende geleis­tet, um die die Verbesserungsvorschläge umzu­set­zen, was den Beteiligten beim Rhein-​Kreis Neuss auch bekannt ist.”

Wenn der Rhein-​Kreis Neuss wirk­lich dem Feld- und Werksbahnmuseum hel­fen möchte, soll er schnellst­mög­lich die Voraussetzungen schaf­fen, unter denen die Ordnungsverfügung zurück­ge­nom­men wer­den kann“, so Bürgermeister Dr. Martin Mertens. „Nur wenn das Museum geöff­net ist und der Betrieb statt­fin­den kann, hat es eine Zukunft“, so Mertens weiter.

In der Gemeinde Rommerskirchen ist die Unterstützung für das Feld- und Werksbahnmuseum jeden­falls groß. So wol­len sich viele Rommerskirchener Vereine soli­da­risch mit dem Museum erklä­ren. Hierzu wird es zeit­nah eine Veranstaltung im Rommerskirchener Rathaus geben.

Meldung vom Rhein-​Kreis Neuss

Feld- und Werksbahnmuseum: Kreis för­dert Museum schon seit vie­len Jahren
Kultur 27.09.2018

Das Feld- und Werksbahnmuseum in Rommerskirchen zählt zu den ers­ten Adressen unter Eisenbahnfreunden. 5.000 Besucher jähr­lich bestä­ti­gen, dass es sich auch über­re­gio­nal einen Namen gemacht hat. Seit vie­len Jahren unter­stützt der Rhein-​Kreis Neuss das Museum finan­zi­ell im Rahmen sei­ner Kulturförderung – bis 2016 mit ins­ge­samt 84.700 Euro an fixen Projekt- sowie Sonderzuschüssen. Der der­zei­tige Festzuschuss von jähr­lich 4.200 Euro ist für 2017 und 2018 nicht ein­ge­rech­net, weil er von den Betreibern noch nicht abge­ru­fen wor­den ist.

Landrat Hans-​Jürgen Petrauschke weist vor dem Hintergrund der aktu­ell vom Trägerverein zu erfül­len­den Brandschutzauflagen dar­auf hin, dass die noch offe­nen Fördermittel auch umge­wid­met wer­den könn­ten. „Der Rhein-​Kreis Neuss wird das Feld- und Werksbahnmuseum auf jeden Fall wei­ter dabei unter­stüt­zen, die brand­schutz­recht­li­chen Auflagen zu erfül­len und im wei­te­ren Dialog auch gerne Fördermöglichkeiten zur Umsetzung auf­zei­gen”, so Petrauschke.

Umso mehr ist der Landrat ver­är­gert über die Äußerungen eines Kreistagsmitgliedes, das einem für den Brandschutz zustän­di­gen Kreismitarbeiter in der Sache Feld- und Werksbahnmuseum „Beamtenwillkür” unter­stellte. Petrauschke: „So eine Aussage wider bes­se­ren Wissens von einem Mitglied des Kreistages ist ein unsäg­li­cher per­sön­li­cher Angriff, der ein­fach nicht geht. Ich stelle mich aus­drück­lich vor mei­nen Mitarbeiter, der ver­ant­wort­lich nach Recht und Gesetz zum Schutz der Besucher des Museums gehan­delt hat.” Enttäuscht zeigt er sich dabei, dass der Kreistagsabgeordnete eine Möglichkeit zur Entschuldigung nicht genutzt hat.

Wie der für Bauaufsicht zustän­dige Kreisdezernent, Karsten Mankowsky, zudem in der jüngs­ten Sitzung des Kreisausschusses erläu­tert hat, ist der Trägerverein nicht vom Kreis – wie öffent­lich teils dar­ge­stellt – mit den Brandschutzmängeln über­rascht wor­den. Ausgangspunkt der Vorgaben durch den Kreis war viel­mehr ein Brandschutzkonzept, das von Bauherren – wie hier gesche­hen – vor­zu­le­gen und dann auch zu erfül­len ist. Bereits im Mai die­ses Jahres sei die Situation unter ande­rem mit den Rechtsanwälten des Vereins ein­ver­nehm­lich erör­tert wor­den. Ein wei­te­res Gespräch folgte im Juli zwi­schen dem Verein, Mankowsky und Bürgermeister Dr. Martin Mertens. Im glei­chen Monat habe der Verein das von ihm beauf­tragte Brandschutzkonzept des Büros Brandschutz Pistel GmbH beim Kreis eingereicht.

Wie Mankowsky betont, war und ist der Kreis stets bereit, Bauherren bei der Umsetzung von Brandschutzbestimmungen zu bera­ten. Er bedaure daher die zuletzt beim Museum ins Leere lau­fen­den Gesprächsangebote des Kreises. Der für die Bauaufsicht zustän­dige Dezernent sieht sich aber in der Verantwortung für die Unversehrtheit der Besucher des Museums, ins­be­son­dere im Falle eines Brandes. In die­sem Zusammenhang macht er auf einen Löschversuch vor Ort im April auf­merk­sam, bei dem auch der Bürgermeister der Gemeinde und die Feuerwehr zuge­gen waren. „Das Ergebnis wäre im Ernstfall kata­stro­phal gewe­sen. Aus den Löschrohren kam zunächst kein Wasser. Die Feuerwehr musste die Entnahmeeinrichtung erst rei­ni­gen”, so Mankowsky. Außerdem bestä­tigt ein von der Gemeinde Rommerskirchen in Auftrag gege­be­nes Gutachten vom August, dass der Zugang für die Feuerwehr nicht über unbe­fes­tigte Flächen erfol­gen darf, son­dern den all­ge­mei­nen Vorgaben für die Herstellung von Feuerwehrzufahrten ent­spre­chen muss.

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