Rhein-​Kreis Neuss: Amprion infor­miert über Bundesfachplanung von Ultranet

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss, Kaarst, Meerbusch – Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion GmbH hat die Bundesfachplanungsunterlagen für den nörd­lichs­ten Planungsabschnitt der Gleichstromverbindung Ultranet am 14. September frist­ge­recht bei der Bundesnetzagentur zur Vollständigkeitsprüfung vorgelegt.

Nächste Woche erläu­tert Amprion die Inhalte der Unterlagen für den Bereich zwi­schen Osterath und Rommerskirchen den Trägern öffent­li­cher Belange, den Kreisen, Kommunen und Verbänden.

Die Bundesfachplanung ent­schei­det über einen Trassenkorridor für die Gleichstromverbindung. Ein kon­kre­ter Konverterstandort wird in der Bundesfachplanung nicht fest­ge­legt. Der Trassenkorridor muss jedoch einen mög­li­chen Konverterstandort anbin­den, so dass die Standortsuche indi­rekt Bestandteil des Bundesfachplanungsverfahrens ist.

Für Standorte wie die Dreiecksfläche Kaarst, die nicht direkt im Trassenkorridor lie­gen, muss eine Anbindungsleitung des Konverters zum Trassenkorridor in der Bundesfachplanung fest­ge­legt wer­den. In den Bundesfachplanungsunterlagen hat Amprion gemäß Untersuchungsrahmen der Bundesnetzagentur einen ver­tief­ten Standortvergleich vor­ge­legt. Dieser Alternativenvergleich musste kon­krete Anlagenflächen und Anbindungsleitungsvarianten für fünf Standortbereiche in Kaarst, Meerbusch, Neuss und Willich gemein­sam bewerten.

OSTERATH IM VERGLEICH AM BESTEN GEEIGNET

Im Ergebnis schnei­det der Standortbereich am süd­li­chen Ortsrand von Osterath (II/​2) am bes­ten ab. Er hat keine ver­gleich­ba­ren pla­nungs­recht­li­chen Restriktionen wie die Dreiecksfläche Kaarst und hebt sich durch eine kurze Anbindungsleitung sowie den gro­ßen Abstand von ca. 700 Meter zur geschlos­se­nen Wohnbebauung von den ande­ren Standortbereichen ab.

Die Dreiecksfläche in Kaarst ist auf­grund der Zielausweisung für Kiesabbau als nicht rea­li­sier­ba­rer Standort dar­ge­legt. Sie würde dann gleich­wer­tig zum Osterather Standort (II/​2) auf­rü­cken, wenn über ein Zielabweichungsverfahren die Zielausweisung für Kiesabbau auf­ge­ho­ben würde. Dies müsste im Hinblick auf den Abschluss der gesam­ten Bundesfachplanung bis Mitte 2019 sehr kurz­fris­tig erfolgen.

FRAGE DES KONVERTERSTANDORTS WEITER OFFEN

Die Zielabweichung erfor­dert die Zustimmung des Regionalrats und der Stadt Kaarst. Amprion setzt sich für eine ein­ver­nehm­li­che Lösung mit Kaarst ein. Sollte ein Zielabweichungsverfahren nicht gelin­gen, setzt Amprion seine Planungen zum Konverterbau in Osterath fort.

Bevor die Unterlagen von der Bundesnetzagentur ver­öf­fent­licht wer­den und Stellungnahmen mög­lich sind, bie­tet Amprion ab Oktober vorab Dialogtermine für Anwohner an: Es fin­den zunächst drei Termine mit dem Infomobil vor Ort statt. Fragen zur Konverterstandortsuche sol­len bei einer Plenumsveranstaltung Mitte November im Vordergrund stehen.

  • Mittwoch, 10.10., 14–16 Uhr, Rommerskirchen, Bahnstr. 51 (am Rathaus)
  • Mittwoch, 10.10., 17–19 Uhr, Dormagen-​Gohr, Kirchplatz
  • Donnerstag, 15.11., 19 Uhr (Plenum und Infomarkt), Neuss, Örtlichkeit wird noch bekannt gegeben

GLEICHSTROMVERBINDUNG EMDENOSTERATHPHILIPPSBURG

Die Gleichstromverbindung Ultranet zwi­schen den Netzverknüpfungspunkten Osterath und Philippsburg bil­det den rund 340 Kilometer lan­gen süd­li­chen Teil des Korridors A zwi­schen Emden und Philippsburg. Die Verbindung ist als Vorhaben 1 und 2 im Bundesbedarfsplan gesetz­lich fest­ge­schrie­ben ist. Sie zählt zu den drei Hauptschlagadern der Energiewende. Nach Fertigstellung wird diese Gleichstromverbindung eine große Menge der elek­tri­schen Energie aus dem wind­rei­chen Norden in die Verbrauchszentren im Westen und Süden Deutschlands trans­por­tie­ren. Während der süd­li­che Teil, das „Ultranet”, auf bestehen­den Freileitungsmasten rea­li­siert wer­den soll, ist der Abschnitt A‑Nord eine Neubaustrecke.

Karte: Amprion
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