Rhein-​Kreis Neuss: Bilanz zur Aktion „Ablenkung im Blick – sicher.mobil.leben”

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss (ots) – Rund 195 Fahrzeuge kon­trol­lierte die Polizei im Rahmen der län­der­über­grei­fen­den Verkehrssicherheitsaktion „sicher.mobil.leben – Ablenkung im Blick” am Donnerstag (20.9.) auf den Straßen des Rhein-​Kreises Neuss.

Hierbei nah­men die Ordnungshüter nicht nur Auto- und Lkw-​Fahrer ins Visier, son­dern auch Radfahrer. Bei den Kontrollen stell­ten die Polizistinnen und Polizisten mehr als 100 Verstöße fest. 56 Anzeigen wur­den gefer­tigt, weil die Verkehrsteilnehmer ihre Handys wäh­rend der Fahrt nutz­ten. Die Kraftfahrzeugführer müs­sen nun mit einer Anzeige, 100 Euro Bußgeld und einem Punkt in der „Verkehrssünderdatei” rechnen.

Gegen sechs Verkehrsteilnehmer wur­den Anzeigen geschrie­ben, weil sie bei „Rotlicht” gefah­ren waren. 26 Verkehrsteilnehmer erwar­ten eine Anzeige, weil sie wäh­rend der Fahrt nicht ange­schnallt waren.

Bei einer Kontrolle an der Batteriestraße in Neuss zogen die Polizisten einen Autofahrer aus dem Verkehr, weil er nach ers­ten Erkenntnissen unter dem Einfluss von Marihuana und Amphetaminen am Steuer geses­sen hatte. Ein Drogenvortest ver­lief posi­tiv, so dass eine Blutprobe fäl­lig war. Den 31-​jährigen aus Mönchengladbach erwar­tet nun ein Bußgeld von 500 Euro, zwei Punkte in der Verkehrssünderdatei sowie ein Fahrverbot von einem Monat.

Ein 31-​jähriger Neusser wurde durch den Verkehrsdienst an der Batteriestraße ange­hal­ten, weil er nicht ange­schnallt und mit Handy um Ohr erwischt wor­den war. Bei der nach­fol­gen­den Kontrolle staun­ten die Ordnungshüter nicht schlecht. Auf der Rückbank, hin­ter dem Fahrersitz, saß die Ehefrau (eben­falls nicht ange­schnallt) und hatte einen Säugling auf dem Schoß, der gerade gestillt wurde. Neben ihr befand sich der leere Kindersitz. Auf den Neusser war­ten nun Anzeigen wegen miss­bräuch­li­cher Handynutzung und Gurtverstoß. Außerdem wird er sich ver­ant­wor­ten müs­sen, weil er es als Fahrer unter­ließ, das Kind ord­nungs­ge­mäß zu sichern.

Wie gefähr­lich bei­spiels­weise die Handnutzung wäh­rend der Fahrt ist, wird durch fol­gen­des Beispiel deut­lich: Ein Zwei-​Sekunden-​Blick auf das Handydisplay bei einer Fahrt mit 50 km/​h bedeu­tet, dass man circa 30 Meter im Blindflug auf der Straße unter­wegs ist. Ein sol­cher Blindflug durch die Innenstadt oder auf der Landstraße bei deut­lich höhe­rer Geschwindigkeit kann Menschenleben kos­ten. Keine Kurznachricht kann so wich­tig sein, dass dafür ein Menschenleben gefähr­det wird.

Bei Kontrollen im Jahr 2017 fer­tigte die Polizei im Rhein-​Kreis Neuss 2.936 Anzeigen, weil Fahrzeugführer ihr Handy wäh­rend der Fahrt in Gebrauch hat­ten. In den ers­ten sechs Monates des Jahres 2018 waren es bereits 1.753 Handyverstöße, die die Polizei bei Autofahrern und Radlern fest­stellte und ahndete.

Mit gro­ßem Interesse ver­folg­ten Passanten auf dem Neusser Markt das Geschehen am Donnerstag (20.9.). Die Polizei hatte nicht nur eine Vielzahl von Verkehrskontrollen im Rhein-​Kreis Neuss auf­ge­baut, son­dern auch einen Präventionsstand mit dem soge­nann­ten Blindflugsimulator der Verkehrswacht Kleve. Dort konnte jeder haut­nah erle­ben, wel­che Auswirkungen kurze Ablenkungen wäh­rend der Autofahrt haben. Viele Interessierte nut­zen den Simulator sowie einen Reaktionstest und waren beein­druckt, wie schnell es zu einem Verkehrsunfall kom­men kann. Danach war allen „Testpersonen” klar: Unfälle pas­sie­ren nicht ein­fach – sie wer­den von Menschen verursacht.

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