Klartext​.NRW: Vorsorge vor der Afrikanischen Schweinepest

Ihre Unterstützung zählt!

Geschätzter Leser, Sie finden die Veröffentlichungen hier interessant und nützlich? Das ist erfreulich!

Wenn nur 10% der Leser regelmäßig 20 Cent pro Tag zahlen, können davon die laufenden Betriebskosten gedeckt, die Berichterstattung ausgeweitet sowie ggf. zusätzliche Redakteure beschäftigt werden.

Sie können Ihre Zuwendung über z. B. "PayPal" oder per Banküberweisung tätigen. Gerne nenne ich Ihnen die Bankverbindung. Bitte fragen Sie nach. Weitere Informationen finden Sie hier.

Danke
Robert Schilken, Herausgeber



Klartext​.NRW – Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit: „Die Lage neh­men wir sehr ernst, die Afrikanische Schweinepest rückt immer näher. 

Es ist sehr wich­tig, dass sich alle so ver­ant­wor­tungs­be­wusst wie mög­lich ver­hal­ten, um einen Ausbruch hier­zu­lande zu ver­hin­dern“, sagte Heinen-​Esser nach einer Besprechung der von ihr ein­ge­setz­ten Sonder-​Arbeitsgruppe zur Afrikanischen Schweinepest (ASP).

Vorgestern Abend war bekannt gewor­den, dass bei tot auf­ge­fun­de­nen Wildschweinen in Belgien, im Dreiländereck Belgien, Frankreich, Luxemburg, die ASP fest­ge­stellt wurde. Der Fundort liegt etwa 60 Kilometer von der deut­schen und rund 120 Kilometer von der nordrhein-​westfälischen Grenze ent­fernt. Nach aktu­el­len Informationen müs­sen die Wildschweine schon meh­rere Tage im Wald gele­gen haben.

Zur Vorsorge hat das Umweltministerium ein ver­stärk­tes ASP-​Monitoring in der gesam­ten Grenzregion ver­an­lasst. Dies umfasst ins­be­son­dere die Kreise Aachen, Düren und Euskirchen. Vor dem Hintergrund der mög­li­chen Übertragung der ASP durch Wildschweine und einem akut hohen Wildschweinbestand appel­liert das Umweltministerium an Jäger in den angren­zen­den Gebieten, Schwarzwild ver­stärkt zu beja­gen. Zudem steht das Umweltministerium im Austausch mit dem Verkehrsministerium, das ins­be­son­dere die Rastplätze ent­lang der Autobahnen regel­mä­ßig kon­trol­liert, sichert und Reisende mit Hinweisschildern zur Vorsorge und rich­ti­gen Entsorgung von Lebensmitteln auffordert.

Um die aktu­elle ASP-​Lage fort­lau­fend zu bewer­ten und die ein­zu­lei­ten­den Maßnahmen abzu­stim­men hat Ministerin Heinen-​Esser unter der Leitung des zustän­di­gen Abteilungsleiters eine abtei­lungs­über­grei­fende Sonder-​Arbeitsgruppe ein­be­ru­fen. Auch die Ministerin und Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann wer­den regel­mä­ßig an den Sitzungen teilnehmen.

In den zurück­lie­gen­den Monaten wur­den in Nordrhein-​Westfalen und koor­di­niert in der gesam­ten Bundesrepublik eine Vielzahl von Vorsorgemaßnahmen ergrif­fen, um einem dro­hen­den Ausbruch der Tierseuche zu begeg­nen. Unter Vorsitz Nordrhein-​Westfalens haben Bund und Länder ein koor­di­nier­tes und abge­stimm­tes Vorgehen zur Verhinderung einer Einschleppung der ASP ver­ein­bart. Unter ande­rem hat­ten der Kreis Recklinghausen und der Rheinisch-​Bergische Kreis mit Unterstützung des Umweltministeriums und des LANUV Krisenübungen durch­ge­führt, um im Falle eines Ausbruchs der ASP im Wildschweinbestand best­mög­lich vor­be­rei­tet zu sein. Auch für die­sen Fall sieht sich das Umweltministerium gut gerüstet.

Als Hauptübertragungsquellen der ASP gilt neben den Wildschweinen vor allem das Verhalten von Menschen. So kann der Erreger über Kleidung, Autoreifen oder Nahrungsmittel, wie zum Beispiel ein acht­los ent­sorg­tes Wurstbrot über­tra­gen wer­den. Heinen-​Esser ruft die breite Öffentlichkeit, ins­be­son­dere Jäger, Förster, Reisende, Fernfahrer, Pilzsammler und Tierhalter dazu auf, keine Lebensmittelreste in offe­nen Mülleimern zu ent­sor­gen, von Jagdreisen in aktu­elle Ausbruchsgebiete abzu­se­hen sowie Biosicherheitsmaßnahmen in den Schweine hal­ten­den Betrieben strikt einzuhalten.

Zudem ruft das Umweltministerium dazu auf, Funde von toten Wildscheinen unmit­tel­bar zu mel­den. Wer ein totes Wildschwein fin­det wird gebe­ten, dies unter der Telefonnummer 0201 /​714488 der Bereitschaftszentrale des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) zu mel­den. Sie küm­mert sich in Abstimmung mit den Kommunen um die schnelle Sicherung und Untersuchung des Wildschweins.
 
Hintergrund zur Afrikanischen Schweinepest:
Die ASP ist eine durch einen Virus her­vor­ge­ru­fene Erkrankung der Haus- und Wildschweine, die bei Schweinen zumeist töd­lich ver­läuft. Für Menschen ist das ASP-​Virus unge­fähr­lich. Seit 2014 brei­tet sich die Tierseuche in Ost-​Europa unter Wildschweinen aus. Bisher hat es keine Fälle von ASP in Deutschland gege­ben. Polen ist seit meh­re­ren Jahren stark von ASP-​Ausbrüchen in der Wild- und Hausschweinepopulation betrof­fen. Anfang September wurde erst­mals ein Ausbruch der ASP in Bulgarien berichtet.

Da das Virus in Lebensmitteln, die Fleisch ent­hal­ten (Wurstwaren), lange über­lebt, besteht die Gefahr, dass das Virus über den Ferntransport zum Beispiel ent­lang der Autobahnen nach Nordrhein-​Westfalen ein­ge­tra­gen wird. Um Hausschwein-​Bestände in Nordrhein-​Westfalen zu schüt­zen, bedarf es der Unterbrechung der Übertragungswege. Einer der sehr wahr­schein­li­chen Übertragungswege besteht aus drei, nach­ein­an­der geschal­te­ten Abschnitten:

Der Ferntransport des ASP-​Virus aus den Ausbruchsgebieten über Autobahnen nach Nordrhein-​Westfalen erfolgt durch Menschen auf­grund von Transport infi­zier­ten Materials (z.B. LKW, PKW, Kleidung, Schuhwerk, Lebensmittel wie Wurstwaren).

Mit die­sem Material kön­nen sich dann Wildschweine infi­zie­ren, zum Beispiel durch die Aufnahme infi­zier­ter Wurstwaren an Autobahn-​Rändern oder auf den Parkplätzen an Raststätten. Wildschweine trans­por­tie­ren das ASP-​Virus in die ent­spre­chende Region.

Vom Kot leben­der als auch unmit­tel­bar ver­en­de­ter Wildschweinen kann anschlie­ßend durch Sekundärverwerter oder wie­der durch den Menschen sel­ber der Eintrag in Nutztierhaltungen erfol­gen und dort in gro­ßem Ausmaß Tierleid sowie hohen wirt­schaft­li­chen Schaden verursachen.

Der infi­zierte Nutztierbestand muss dann getö­tet wer­den. Für Nordrhein-​Westfalen und angren­zende Regionen wür­den in einem sol­chen Fall auch inter­na­tio­nale Handelseinschränkungen drohen.

Aktuelle und wei­ter­füh­rende Informationen:
https://​www​.lanuv​.nrw​.de/​v​e​r​b​r​a​u​c​h​e​r​s​c​h​u​t​z​/​t​i​e​r​g​e​s​u​n​d​h​e​i​t​/​t​i​e​r​s​e​u​c​h​e​n​b​e​k​a​e​m​p​f​u​n​g​/​t​i​e​r​s​e​u​c​h​e​n​/​a​f​r​i​k​a​n​i​s​c​h​e​-​s​c​h​w​e​i​n​e​p​e​st/

(82 Ansichten gesamt, 1 Leser heute)