Kommentar: Neuss: Abschlussbericht zur Untersuchung – fal­sches oder schuld­haf­tes Handeln des Jugendamtes?

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Kommentar – Neuss – Der Elfjährige Jörg F., aus Weckhoven, ist am Dienstag (17.10.2017) in einem Krankenhaus gestor­ben. Das Düsseldorfer Landgericht hat am Dienstag (11.09.2018) das Urteil im Fall des getö­te­ten Elfjährigen aus Neuss gefällt. 

Der Onkel des Kindes muss wegen gefähr­li­cher Körperverletzung mit Todesfolge und schwe­rer Misshandlung von Schutzbefohlenen für zehn Jahre ins Gefängnis.

Seinerzeit gab es sei­tens der Stadtverwaltung, ver­ant­wort­lich Bürgermeister Breuer, die Aussage: „Jugendamt soll über­prüft wer­den – Stadt sieht keine Versäumnisse“.

Pressemeldung Stadt Neuss (11.09.2018/ Auszug):

Abschlussbericht zur Untersuchung des Jugendamtes – Gutachten sieht kein fal­sches oder schuld­haf­tes Handeln des Neusser Jugendamtes

Nach dem gewalt­sa­men Tod des elf­jäh­ri­gen Jörg F. im Oktober des ver­gan­gen Jahres hat die Stadt Neuss das Institut für soziale Arbeit e.V. (ISA) aus Münster mit einer exter­nen Fallanalyse beauf­tragt. Der nun vor­ge­legte Abschlussbericht kommt zu dem Ergebnis, dass das „Jugendamt Neuss im vor­lie­gen­den Fall des ver­stor­be­nen Jörg F. im Sinne sei­nes Schutzauftrages und auf Basis der vor­lie­gen­den Informationen nicht falsch oder schuld­haft gehan­delt hat. Es lagen keine gewich­ti­gen Anhaltspunkte vor, die dar­auf schlie­ßen las­sen, dass der Junge sich in einer Gefährdungssituation befand und somit aku­ter Handlungsbedarf durch das Jugendamt bestand.“

Weiter heißt es in der Pressemeldung:

Die Berichterstattung wird dabei zur Wahrung der Persönlichkeitsrechte und des Sozialdatenschutzes der Familienmitglieder begrenzt dargestellt.

Überprüfbarkeit – Fehlanzeige!

Auf Anfrage an die Pressestelle der Stadt Neuss erhielt ich, heute 12.09.2018, fol­gende Antwort:

  • Aus Datenschutzgründen ist der Bericht nicht ein­seh­bar, eine Kopie kann lei­der nicht über­mit­telt werden.”

Wie kann bitte eine angeb­li­che „Entlastung” des Neusser Jugendamtes pro­pa­giert wer­den, wenn die betref­fen­den Unterlagen, z. B. für die Presse, nicht ein­seh­bar sind? Es sind zu viele Fragen offen, deren mög­li­che Beantwortung sei­tens der Stadtverwaltung aus „Datenschutzgründen” zurück­ge­wie­sen werden. 

Es soll „keine gewich­ti­gen Anhaltspunkte” gege­ben haben. Welche ggf. dann? Datenschutz ist ein belieb­tes Werkzeug. 

Ob und wie das Jugendamt tat­säch­lich anders hätte agie­ren kön­nen, oder eben auch nicht, lässt sich so nicht bestim­men. Was bleibt ist ein „Nachgeschmack”, denn was wären bei einem „schuld­haf­ten Handeln” die Konsequenzen gewesen?

In die­sem Sinne ...

Robert Schilken
Herausgeber Rhein-​Kreis Zeitung
Klartext​-NE​.de

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