Rhein‐​Kreis Neuss: Probealarm und mehr: Warntag am 6. September soll Bevölkerung sen­si­bi­li­sie­ren

Rhein-Kreis Neuss – Am 6. September ist es soweit: Erstmals findet ein landesweiter Warntag statt, der sich von nun an jährlich am ersten Donnerstag im September wiederholt. Dabei wird um 10 Uhr ein Sirenen-Probealarm durchgeführt.

Zugleich werden weitere Mittel wie eine Probemeldung mit der Warn-App NINA getestet. „Ziel des Warntags ist es, die Menschen für das Thema zu sensibilisieren“, erklärt Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Häufig wüssten die Bürgerinnen und Bürger nämlich nicht mehr, was Warnsignale bedeuteten oder wie man sich im Ereignisfall richtig verhalte. Die Verbreitung der Warnungen erfolgt über die Leitstelle des Rhein-Kreises Neuss.
 
Die Warnung im Verteidigungsfall ist Aufgabe des Bundes. Der Katastrophenschutz und die ständige Aufgabe der Gefahrenabwehr sind Ländersache. „Eine Vielzahl der daraus resultierenden Aufgaben hat das Land Nordrhein-Westfalen aber auf die Kreise und Kommunen übertragen – so auch die Warnung der Bevölkerung an den Rhein-Kreis Neuss und seine acht Städte und Gemeinden“, so Stefan Meuter, Vorsitzender des Verbands der Feuerwehren im Rhein-Kreis Neuss und stellvertretender Kreisbrandmeister.
 
Großbrände, Unwetter, Bombenentschärfungen – nur wenn die Menschen rechtzeitig gewarnt werden, können Gefahren gebannt und Schäden erfolgreich bewältigt werden. Der Aufruf zu bestimmten Verhaltensweisen (etwa „Fenster und Türen schließen“) dient nicht nur der eigenen Sicherheit, sondern erleichtert auch erheblich die Arbeit der Einsatzkräfte. Die Bürgerinnen und Bürger können durch richtiges Verhalten wichtige Beiträge zur eigenen Sicherheit und zur Sicherheit ihrer Nachbarn leisten. „Die Selbsthilfefähigkeit jedes Einzelnen ist deshalb entscheidend, um das Risiko so gering wie möglich zu halten“, so Petrauschke.
 
Im Rhein-Kreis Neuss haben die Städte Neuss und Grevenbroich die alten Sirenen des Bundes nicht übernommen. Dort werden zurzeit neue Anlagen installiert. Einen Bestand an Motorsirenen gibt es noch in Meerbusch und Kaarst, in Rommerskirchen und Jüchen wird mit diesen Anlagen nahezu eine Flächendeckung erreicht. In Korschenbroich und insbesondere Dormagen sind die Motorsirenen mit der Zeit durch moderne elektronische Sirenen erweitert beziehungsweise ersetzt worden, so dass dort nahezu flächendeckend alarmiert werden kann.
 
Regionale Warnungen werden bei Bedarf umgehend an das Lokalradio NE-WS 89,4 übermittelt. Die Leitstelle hat außerdem unmittelbaren Zugriff auf die Internet-Seite des Rhein-Kreises Neuss, so dass jederzeit erste Informationen eingestellt werden können. Auch über Facebook und Twitter informiert der Kreis. Lautsprecherdurchsagen sind darüber hinaus eine Möglichkeit, in einem begrenzten Gebiet auch solche Menschen anzusprechen, die nicht über elektronische Medien verfügen.
 
Um den erhöhten Informationsbedarf bei größeren Schadenereignissen zu bedienen und zugleich die Leitstelle von Anrufen ratsuchender Bürger zu entlasten, wird im Bedarfsfall unter einer vorbereiteten Hotline-Rufnummer ein Bürgertelefon eingerichtet. Bei der Kreisverwaltung besteht ein Call Center mit zehn Arbeitsplätzen, die mit jederzeit alarmierbarem Personal besetzt werden können.
 
Die kostenlose Notfall-Informations- und Nachrichten-App (NINA) des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe schließt den Kreis. Der Eingang einer Warnung wird mit einem Warnton angezeigt, so dass auch die Weckfunktion gegeben ist. Der Nutzen des Systems hängt maßgeblich davon ab, dass möglichst viele Personen über eine Warn-App wie NINA verfügen. Nur dann ist sichergestellt, dass die Menschen zeitnah informiert werden. Deutschlandweit ist die Warn-App derzeit auf rund 3,3 Millionen Mobiltelefonen installiert. Der Appell von Stefan Meuter fällt denn auch eindeutig aus: „Warnsignale der Sirenen einprägen, Radio einschalten, Anweisungen beachten! Und bevor es dazu kommt: NINA gehört auf jedes Handy!“

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