Neuss: Landrat sperrt Wasserspielplatz – Die SPD kri­ti­siert die Ordnungsverfügung

Neuss – Der Wasserspielplatz am Jröne Meerke bleibt leider bis auf Weiteres geschlossen. Gerade in der heißen Sommerzeit ist das größte Naherholungsgebiet in der Nordstadt somit nur eingeschränkt nutzbar. Verantwortlich dafür ist der Landrat, der die Sperrung in einer Ordnungsverfügung faktisch angeordnet hat. „Herr Petrauschke hat den Bogen deutlich überspannt“, kritisiert Felix Schulz, der für die SPD den Wahlkreis „Kaarster Brücke“ betreut.
 
„Der Landrat hat allen Ernstes verlangt, dass die Stadt Neuss rund um die Uhr sicherstellen muss, dass die Schneegänse nicht an das Wasser des Spielplatzes herankommen können und der Wasserspielplatz mindestens einmal pro Tag gereinigt wird“, so Schulz weiter. Nach Ansicht der SPD sind die Auflagen des Landrates durch die Stadt Neuss nicht zu erfüllen. „Was Herr Petrauschke vielleicht nicht weiß: Gänse sind Vögel und Vögel können fliegen“, erklärt der verärgerte Felix Schulz. Die SPD-Fraktion hätte erwartet, dass der Landrat zunächst einmal das Gespräch mit der Verwaltung sucht und gemeinsam mit der Verwaltung an Lösungsvorschlägen arbeitet.
 
Auch den CDU-Landtagsabgeordneten Jörg Geerlings sieht die SPD nunmehr in der Pflicht. Nach aktuell geltendem Landes-Recht kann die Stadt Schneegänse nicht einfach abschießen oder versetzen. „Die von Herrn Geerlings medial bereits hochgelobte Änderung des entsprechenden Gesetzes ist bis heute noch nicht einmal im Landtag als Gesetzentwurf angekommen, geschweige denn beraten und in Kraft getreten“, kritisiert der Neusser SPD-Vorsitzende Sascha Karbowiak. Er fordert Geerlings auf, hier nach seinen „vollmundigen Versprechungen“ endlich konkrete Taten folgen zu lassen.
 
Sollten weder der CDU-Landrat seine Ordnungsverfügung überdenken, noch die CDU/ FDP-Landesregierung die angekündigten gesetzlichen Änderungen umsetzen, bleibt nach Einschätzung der SPD vorerst nur eine Hoffnung für den Wasserspielplatz: Dass die Schneegänse gegen Mitte August wieder „abfliegen“. Dann könnte der Wasserspielplatz zumindest vorübergehend wieder freigeben werden. Im Winter könnte die Stadt dann weitere Maßnahmen prüfen und den zuständigen Fachausschüssen vorlegen.

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