Jugendarbeitslosigkeit im Visier – Neue Ansatzpunkte für den Rhein-​Kreis Neuss

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – Die CDU-​Kreistagsfraktion hat zur nächs­ten Sitzung des Kreisausschusses am 29. August 2018 einen gemein­sa­men Antrag mit der FDP for­mu­liert, in dem sie die Kreisverwaltung um die Prüfung der Anwendbarkeit eines Systems von soge­nann­ten „Jugendberufsagenturen“ (JBA) bittet.

Dieses System wird bereits 2012 in der Stadt Hamburg ange­wen­det und genießt in Deutschland Modell-​Charakter. In den ein­ge­rich­te­ten Agenturen wer­den Mitarbeiter aller Institutionen unter einem Dach unter­ge­bracht, die sich im enge­ren, wie wei­te­ren Sinne mit dem Thema der beruf­li­chen Qualifizierung befas­sen. Jugendliche kön­nen daher gezielt und umfas­send über ihre beruf­li­chen Chancen nach der Schule bera­ten werden.

Dennoch wol­len wir der Entwicklung noch mehr Dynamik ver­lei­hen und sehen in den Agenturen ein Instrument, mit dem wir mög­lichst alle Jugendlichen im Kreisgebiet bei ihrem beruf­li­chen Werdegang unter­stüt­zen kön­nen. Daher möch­ten wir mit unse­rem ein­ge­brach­ten Antrag eine Prüfung des Systems für den Rhein-​Kreis Neuss erwir­ken.“, teilt Wolfgang Wappenschmidt, jugend­po­li­ti­scher Sprecher der CDU-​Kreistagsfraktion, seine Erwartungen mit.

Das Konzept baut grund­sätz­lich nicht dar­auf, dass sich die Mädchen und Jungen aktiv zur rech­ten Zeit bei den Agenturen über ihre Chancen in der Berufswelt infor­mie­ren, son­dern setzt prä­ven­tiv auf eine Betreuung durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab der ach­ten Klasse. Die Kinder wer­den in den Schulen in regel­mä­ßi­gen Abständen betreut und über die Beratungsangebote informiert.

Auf diese Weise wer­den die Agenturen bereits früh­zei­tig auf Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf auf­merk­sam und kön­nen sich gezielt um diese küm­mern.“ zeigt sich Wappenschmidt über­zeugt vom Konzept und ver­weist auf die Erfolge der Stadt Hamburg. Diese konnte die Quote der Jugendlichen, die direkt nach der Schule eine Ausbildung begin­nen, von 21 Prozent im Jahr 2010 auf 40 Prozent im letz­ten Jahr deut­lich erhö­hen. Durch das Programm befan­den sich zudem 41 Prozent der Jugendlichen in einer Ausbildungsvorbereitung. Bevor das System ein­ge­führt wurde, gin­gen dem Arbeitsamt jähr­lich 30 Prozent der Schülerinnen und Schüler verloren.

Wolfgang Wappenschmidt fin­det, dass diese Erfolge ein klare Sprache spre­chen: „Es ist in den Augen der CDU-​Kreistagsfraktion nur ver­nünf­tig, Ideen wie diese auf ihre Anwendbarkeit für den Rhein-​Kreis Neuss zu prü­fen, um unsere Systeme und Methoden zu ver­bes­sern und so den jun­gen Menschen im Kreisgebiet best­mög­li­che Chancen auf einen mög­lichst naht­lo­sen Übergang von der Schule in den Job zu ermög­li­chen. Ich hoffe, dass unsere Initiative auch bei den ande­ren Fraktionen in der Sitzung des Kreisausschusses Unterstützung erfährt.“

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