Jüchen: Pflege von öko­lo­gi­schen Ausgleichsflächen

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Jüchen – Die Gemeinde Jüchen hat auf eini­gen frü­he­ren Ackerflächen Wildkräuterwiesen zur Kompensation von bau­be­ding­ten Eingriffen ange­legt. Teilweise sind diese mit Kultur- und Wildobstbäumen sowie ein­hei­mi­schen Wildsträuchern bepflanzt. Damit stel­len diese Ausgleichsflächen inmit­ten einer von inten­si­ver Landwirtschaft gepräg­ten Landschaft wert­volle Biotope dar, die vie­len wild leben­den Tieren und Pflanzen als Rückzugsraum die­nen.

Immer wie­der gehen bei der Gemeinde Hinweise über ver­meint­lich nicht gepflegte oder auch zu einem angeb­lich fal­schen Zeitpunkt gemähte Ausgleichsflächen ein.

Hierbei wird unter­stellt, dass es sich um öffent­li­che Grünflächen han­delt, die ver­wahr­lo­sen oder einem gewis­sen Ordnungsempfinden wider­spre­chen. Ökologische Ausgleichsflächen sind jedoch keine inten­siv gepfleg­ten Grünanlagen, die pri­mär der Naherholung die­nen, son­dern der an die Natur zu zah­lende Preis für den Verlust, den man ihr durch Baumaßnahmen und ins­be­son­dere Bodenversiegelungen andern­orts zuge­fügt hat.

Das Entwicklungsziel, das die Planer bei der Konzeption zugrunde gelegt haben, lässt sich nur durch eine regel­mä­ßige und zeit­lich opti­mal abge­stimmte Mahd der Wiesen errei­chen. Durch die Mahd sol­len weder eine Spielwiese noch ein Rasen geschaf­fen wer­den. Vielmehr ver­folgt die Gemeinde den Zweck, eine mög­lichst große Pflanzenartenvielfalt zu för­dern und geeig­nete Reproduktionsstätten für Insekten, Spinnen, Vögel und Kleinsäuger zur Verfügung zu stel­len.

Zur Erhöhung der Artenvielfalt ist es aus natur­schutz­fach­li­cher Sicht gebo­ten, auf den über­wie­gend nähr­stoff­rei­chen Böden min­des­tens zwei Schnitte in der Zeit zwi­schen Anfang Juni und Ende September durch­zu­füh­ren. Um das Mähgut einer anschlie­ßen­den Verwertung als Viehfutter zuzu­füh­ren, koope­riert die Gemeinde ange­sichts der zahl­rei­chen neuen Wiesenflächen ver­stärkt mit Landwirten und Pferdehaltern. Um ein qua­li­ta­tiv akzep­ta­bles Heu zu gewin­nen, muss ins­be­son­dere das Wettergeschehen im Auge behal­ten wer­den.

Diese Nutzung ist sinn­vol­ler als z.B. eine Entsorgung über die Kompostierungsanlage. Sofern der Aufwuchs nur gemulcht und auf der Fläche ver­blei­ben würde, wür­den lang­fris­tig die Gräser domi­nie­ren und die erwünsch­ten Wildblumen zurück­drän­gen. 

Auch wenn die Mahd einer in vol­ler Blüte ste­hen­den Wiese auf den ers­ten Blick zer­stö­re­risch erschei­nen mag, muss man beden­ken, dass der Biotoptyp „Wiese” über­haupt erst durch mensch­li­che Eingriffe zustande gekom­men ist und nur durch tra­di­tio­nelle Formen der land­wirt­schaft­li­chen Bodennutzung wei­ter bestehen kann. Auch die bun­ten, arten­rei­chen Alpenwiesen, die in die­sem Jahr vie­ler­orts schon Ende Mai gemäht wur­den, ver­dan­ken wir die­ser Bewirtschaftungsform. 

Die Wahl des rich­ti­gen Mahdtermins bleibt also immer ein Spagat zwi­schen Ökologie, Naturschutz, Wirtschaftlichkeit und letzt­end­lich einem schwer kal­ku­lier­ba­ren Wetterverlauf.

Ökologische Ausgleichsfläche in Hochneukirch. Foto: Gemeinde
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