Neuss: Gedenktafel am Hindenburgplatz aufgestellt

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss-​Holzheim – Auf dem Hindenburgplatz weist eine neue Gedenktafel auf den Namensgeber Paul von Hindenburg und des­sen Beteiligung an der „Machtergreifung“ der NSDAP sowie den Hintergrund der Namensgebung hin. Bürgermeister Reiner Breuer stellte die Gedenktafel jetzt gemein­sam mit Thomas Nickel, Vorsitzender des Bezirksausschusses Holzheim, Michael Ziege und Martin Flecken, Vorsitzender und stell­ver­tre­ten­der Vorsitzender des Kulturausschusses, sowie Max Ankirchner und Hans Creutz, Erster und Zweiter Vorsitzender des Heimatvereins Holzheim, vor.

Der Text wurde von einer inter­frak­tio­nel­len Arbeitsgruppe unter Beteiligung des Stadtarchivs und des Heimatvereins Holzheim erar­bei­tet. 2013 wurde ein Antrag auf Rückbenennung des Hindenburgplatzes in Schulplatz vom Bezirksausschuss Holzheim und vom Kulturausschuss jeweils mehr­heit­lich abge­lehnt. Stattdessen beschloss der Kulturausschuss eine Gedenktafel auf­stel­len zu las­sen. „Die Aufstellung sollte nicht still und heim­lich pas­sie­ren, aber auch nicht mit einem Festakt“, so Breuer. Die Tafel sei ein Kompromiss, der eine Einordnung der Person und den Hintergrund der Namensgebung beleuchte: „Es ist eine Form der Geschichtsaufarbeitung hier in Holzheim.“

Auf Antrag des NSDAP-​Fraktionsführers Franz Lenzen wurde der his­to­ri­sche Schulplatz in Holzheim durch den nach der „Machtergreifung“ der NSDAP neu­ge­wähl­ten Gemeinderat Holzheim 1933 in „Hindenburgplatz“ umbe­nannt. Zuvor waren eben­falls auf NSDAP-​Antrag „Reichspräsident von Hindenburg“ und „Reichskanzler Hitler“ ein­stim­mig die „Ehrenbürgerrechte der Gemeinde Holzheim“ ver­lie­hen wor­den. Zusammen mit dem Hindenburgplatz wurde in der Sitzung daher auch die Bahnstraße in Adolf-​Hitler-​Straße benannt. Mit Straßenbenennung und Ehrenbürgerwürde sollte Hindenburgs Rolle bei der Machtergreifung und der Beseitigung der von ihm strikt abge­lehn­ten plu­ra­lis­ti­schen Demokratie der Weimarer Republik beson­ders gewür­digt wer­den. Nickel sieht als Ergebnis der Diskussion auch ein stär­ke­res Geschichtsbewusstsein. „Viele im Ort haben sich zum ers­ten Mal über­haupt mit der Person Hindenburgs beschäf­tigt“, so der Vorsitzende des Bezirksausschusses.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ver­fügte eine alli­ierte Kontrollratsdirektive 1946 die Beseitigung von Denkmälern, Museen und Straßen mili­tä­ri­schen und natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Charakters. Dazu zähl­ten auch „Straßen‑, Platz- und Schulbezeichnungen mit dem Namen Hindenburg“. In Neuss wurde dar­auf­hin 1949 der bereits im Jahr 1917 in Hindenburgplatz umbe­nannte Gartenplatz in Platz am Niedertor umbe­nannt. In der damals selbst­stän­di­gen Gemeinde Holzheim erfolgte gleich 1945 die Umbenennung der Adolf-​Hitler-​Straße in Bahnhofstraße, die Umbenennung des Hindenburgplatzes unterblieb.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ver­fügte eine alli­ierte Kontrollratsdirektive 1946 die Beseitigung von Denkmälern, Museen und Straßen mili­tä­ri­schen und natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Charakters. Dazu zähl­ten auch „Straßen‑, Platz- und Schulbezeichnungen mit dem Namen Hindenburg“. In Neuss wurde dar­auf­hin 1949 der bereits im Jahr 1917 in Hindenburgplatz umbe­nannte Gartenplatz in Platz am Niedertor umbe­nannt. In der damals selbst­stän­di­gen Gemeinde Holzheim erfolgte gleich 1945 die Umbenennung der Adolf-​Hitler-​Straße in Bahnhofstraße, die Umbenennung des Hindenburgplatzes unterblieb.

Foto: Stadt

Bürgermeister Reiner Breuer stellte die Gedenktafel am Hindenburgplatz gemein­sam mit Thomas Nickel, Vorsitzender des Bezirksausschusses, Michael Ziege, Vorsitzender des Kulturausschusses (vorne, v.l.), Hans Creutz, Zweiter Vorsitzender des Heimatvereins Holzheim, Martin Flecken, stell­ver­tre­ten­der Vorsitzender des Kulturausschusses, und Max Ankirchner, Erster Vorsitzender des Heimatvereins Holzheim, vor.

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