Neuss: Derzeit keine Kapazitäten für Kinderfeuerwehr

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – Die Neusser Feuerwehr hat die Einrichtung einer Kinderfeuerwehr geprüft. Entgegen anders­lau­ten­den Verlautbarungen aus der Politik vor der letz­ten Sitzung des Hauptausschusses, wird diese nach der Prüfung der­zeit nicht von der Leitung der Neusser Feuerwehr begrüßt. „Der Vorschlag, der­zeit keine Kinderfreibetrag ein­zu­rich­ten, stammt ein­mü­tig von der gesam­ten Wehrleitung und mir als zustän­di­gem Beigeordneten“, stellt Feuerwehrdezernent Holger Lachmann klar.

Die Feuerwehr Neuss ver­fügt aktu­ell über eine Jugendfeuerwehr, in der rund 60 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren aktiv sind, die von ins­ge­samt 20 qua­li­fi­zier­ten Jugendbetreuern betreut wer­den. Die Betreuer kom­men aus der Freiwilligen Feuerwehr Neuss. Die Jugendarbeit wird daher zusätz­lich zum regu­lä­ren Dienst geleis­tet, der bereits durch Einsätze und Übungsdienste geprägt ist. Um dar­über hin­aus wei­tere Kinder und Jugendlichen zu betreuen, bestehen zur Zeit in der Neusser Feuerwehr keine Kapazitäten. Um zusätz­lich zur bereits bestehen­den Jugend- noch eine Kinderfeuerwehr zu grün­den, wäre ein ganz­heit­li­ches und trag­fä­hi­ges Konzept erfor­der­lich. Insbesondere müsste fach­lich geeig­ne­tes, haupt­amt­li­ches Personal für die Bildungsarbeit mit Kindern ein­ge­stellt wer­den. Hierfür wären ent­spre­chende Beschlüsse im Rahmen der Stellenplanberatungen not­wen­dig. Auch müss­ten extra Räumlichkeiten geschaf­fen wer­den, die für die Betreuung von Kindern geeig­net wären. Eine „Ad hoc-​Lösung“ zur Umsetzung einer Kinderfeuerwehr ist daher nicht möglich.

Die Neusser Feuerwehr wid­met sich der­zeit aktu­el­len zusätz­li­chen Herausforderungen wie die Begleitung der Planung der Feuerwache Süd oder dem Brandunfall im Dezember 2017 mit viel­fäl­ti­gen dar­aus resul­tie­ren­den Folgeaufträgen. Eine Gründung der Jugendfeuerwehr zum jet­zi­gen Zeitpunkt wäre nur unter Vernachlässigung die­ser vor­dring­li­chen Aufgaben mög­lich. „Die Neusser Feuerwehr nimmt bei Ihren zukünf­ti­gen Aufgaben eine klare Prioritätensetzung von not­wen­di­gen und ledig­lich wün­schens­wer­ten Aufgaben vor.

Insbesondere die gerin­gen mög­li­chen Landesmittel zur Unterstützung der Gründung einer Kinderfeuerwehr ent­spre­chen nicht im Geringsten dem zu erwar­ten­den zusätz­li­chen Aufwand für das der­zeit bereits aus­ge­las­tete Haupt- und Ehrenamt der Neusser Feuerwehr“, begrün­det Lachmann die der­zeit ableh­nende Haltung der Verwaltung. Unabhängig von der Einrichtung einer Kinderfeuerwehr fin­det der­zeit eine flä­chen­de­ckende Brandschutzerziehung in Kindergärten und Grundschulen statt. Hierbei wur­den im letz­ten Jahr in 288 Einheiten über 3270 Kinder unterrichtet

Der Neusser Landtagsabgeordnete Dr. Jörg Geerlings hatte zu die­ser Thematik fol­gende Meldung veröffentlicht:

Mit Enttäuschung reagiert die CDU auf die Ankündigung aus dem Neusser Rathaus, dass es keine Neusser Kinderfeuerwehr geben soll. CDU und Grüne hat­ten kürz­lich erst bean­tragt, eine Gründung ins Auge zu fas­sen. Auch die Feuerwehr, nament­lich Stadtbrandmeister Joachim Elblinger, hatte das Anliegen begrüßt.
 
In Kinderfeuerwehren wer­den inter­es­sierte Kinder ab dem Alter von sechs Jahren spie­le­risch an das Thema Brandschutz und die Feuerwehr im Allgemeinen her­an­ge­führt und kön­nen diese kenn­ler­nen. Die Landesregierung unter­stützt die Gründung von Kinderfeuerwehren: „Im Jahr 2018 steht lan­des­weit 1,25 Millionen Euro zur Verfügung – Geld, mit dem über den Verband der Feuerwehren Nordrhein-​Westfalen e.V. spe­zi­elle Schulungen für die ehren­amt­li­chen Betreuer der Kinderfeuerwehren und so genannte Start-​Up-​Pakete finan­ziert wer­den kön­nen“, erläu­tert Geerlings.
 
Dass die Verwaltung auf nicht vor­han­dene Kapazitäten ver­weist, will Geerlings nicht gel­ten las­sen: „Andere Städte im Rhein-​Kreis Neuss haben längst eine Kinderfeuerwehr. Dormagen oder auch Korschenbroich mit nur etwa 34.000 Einwohnern und kaum haupt­amt­li­chen Feuerwehrkräften, bekom­men das gestemmt. Wir erwar­ten vom Bürgermeister mehr als nur umfang­rei­che Ausführungen, warum die Einrichtung einer Kinderfeuerwehr sei­ner Meinung nach nicht mög­lich ist. Der poli­ti­sche Wille ist ein­deu­tig, jetzt sind in der Verwaltung Kreativität und Perspektiven gefragt.“

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