Kreisgesundheitsamt infor­miert über Antibiotika

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – Patienten im Rhein-​Kreis Neuss haben im Jahr 2016 mehr als 2,2 Millionen Tagesdosen Antibiotika ein­ge­nom­men. Diese und wei­tere Infos rund um das Thema Antibiotika bie­tet eine Informationstafel im Lichthof des Kreishauses Neuss, die jetzt von Landrat Hans-​Jürgen Petrauschke, Kreisdezernent Karsten Mankowsky und Projektleiterin Dr. Silvia Eller vor­ge­stellt wurde. Das Kreisgesundheitsamt hat die Zahl der Antibiotika-​Einnahmen im Rahmen des euro­päi­schen EurHealth-​1Health Projektes ermittelt.
 
Landrat Hans-​Jürgen Petrauschke betonte, dass die Daten von der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein und den Krankenhäusern kom­men. Niedergelassene Ärzte ver­schrei­ben beson­ders häu­fig: Sie ver­ord­ne­ten knapp zwei Millionen der ins­ge­samt 2,2 Millionen Tagesdosen Antibiotika. Nur 13 Prozent wur­den in den Krankenhäusern aus­ge­ge­ben. Dazu Gesundheitsdezernent Karsten Mankowsky: „Es über­rascht uns nicht, dass der Hauptanteil der ver­ord­ne­ten Antibiotika von den Hausärzten stammt. Auch in bun­des­wei­ten Studien wer­den nur rund 15 Prozent der Antibiotika in den Krankenhäusern ausgegeben.“
 
Fachärzte für Innere Medizin, Kinderärzte, HNO Ärzte und Urologen ver­ord­nen die meis­ten Antibiotika. Im Winter wird mehr ver­schrie­ben als im Sommer. Interessant sind die Unterschiede bei den Kommunen: Mit Blick auf die jewei­lige Einwohnerzahl ist die Verordnungsdichte von Antibiotika in Kaarst am gerings­ten und in Grevenbroich bei­nahe dop­pelt so hoch.
 
Der Rhein-​Kreis Neuss liegt im Vergleich zu sei­nen Nachbarkreisen und ‑städ­ten im Mittelfeld. Während in Kleve und Viersen weni­ger als im Durchschnitt ver­ord­net wird, ist der Antibiotikaeinsatz in Krefeld und Mönchengladbach deut­lich höher. Hinzu kom­men in allen Regionen die Antibiotika, die in der Tiermedizin ein­ge­setzt werden.
 
Die Analysen zei­gen, in wel­chen Regionen beson­de­rer Handlungsbedarf besteht und wo Ärzte bei der sach­ge­rech­ten Verordnung von Antibiotika unter­stützt wer­den müs­sen. Landrat Hans-​Jürgen Petrauschke betont: „Nur bei einem ver­ant­wor­tungs­vol­len Umgang mit Antibiotika kön­nen wir der Resistenzbildung von Keimen vor­beu­gen.“ Er appel­liert nicht nur an Pharmahersteller, Ärzte und Apotheker, son­dern vor allem auch an Bürger, Antibiotika mit Augenmaß einzusetzen.

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