Neuss: SPD setzt sich für Wiederaufforstung des Galgenberges ein

Ihre Unterstützung zählt!

Geschätzter Leser, Sie finden die Veröffentlichungen hier interessant und nützlich? Das ist erfreulich!

Wenn nur 10% der Leser regelmäßig 20 Cent pro Tag zahlen, können davon die laufenden Betriebskosten gedeckt, die Berichterstattung ausgeweitet sowie ggf. zusätzliche Redakteure beschäftigt werden.

Sie können Ihre Zuwendung über z. B. "PayPal" oder per Banküberweisung tätigen. Gerne nenne ich Ihnen die Bankverbindung. Bitte fragen Sie nach. Weitere Informationen finden Sie hier.

Danke
Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – Der im Meertal auf der Anlage des Kleingartenvereins „Römerlager e.V.“ gele­gene Galgenberg war bis­lang ein rela­tiv unschein­ba­rer und ein­ge­zäun­ter Hügel, auf dem viele ältere Bäume stan­den. Diese Bäume muss­ten aller­dings vor eini­ger Zeit gefällt wer­den. Seitdem fris­tet der Galgenberg ein eher tris­tes Dasein – zum Unmut des Kleingartenvereins und der Nachbarschaftsinitiative „Casa Meertal“.

Die Neusser SPD will das nun ändern. „Wir wol­len, dass dort schnellst­mög­lich neue Bäume gepflanzt wer­den“, sagt der Neusser SPD-​Vorsitzende Sascha Karbowiak. „Außerdem soll die Verwaltung Ideen ent­wi­ckeln, um den Galgenberg zukünf­tig stär­ker für die Öffentlichkeit zugäng­lich zu machen“, sagt der 30-​Jährige. Einen ent­spre­chen­den Antrag bringt die SPD im Umweltausschuss am 12 Juni ein.

Karbowiak hat vor eini­gen Tagen an einer Stadtteilbesichtigung der Nachbarschaftsinitiative „Casa Meertal“ teil­ge­nom­men und sich vor Ort ein Bild vom aktu­el­len Zustand gemacht. Gemeinsam mit Astrid Westermann, die für die SPD den Wahlkreis Dreikönigenviertel betreut, hat Karbowiak im Anschluss den Antrag erar­bei­tet. „Wichtig ist uns ins­be­son­dere die Einbindung der „Casa Meertal“ und des Kleingartenvereins, die uns erst auf den Zustand des Galgenbergs auf­merk­sam gemacht haben und bereits inter­es­sante Ideen ent­wi­ckelt haben“, sagt Westermann.

Darüber hin­aus soll nach Ansicht der SPD auch die Historie des Ortes in der Konzepterstellung des Galgenberges berück­sich­tigt wer­den. „Der Galgenberg trägt sei­nen Namen schließ­lich nicht umsonst – im Mittelalter fan­den hier öffent­li­che Hinrichtungen statt“, sagt Juliana Conti, die im Vorstand der SPD Neuss und der Arbeitsgemeinschaft sozi­al­de­mo­kra­ti­scher Frauen (AsF) mit­ar­bei­tet. Auch Hester Jonas, die 1635 als angeb­li­che Hexe in Neuss hin­ge­rich­tet wurde, gestand bei­spiels­weise unter Folter am Galgenberg mit „Hans Beelzebub“ getanzt zu haben. Die AsF hat sich in ihrer letz­ten Sitzung aus­führ­lich mit dem Schicksal von Hester Jonas aus­ein­an­der gesetzt. „Das Unrecht, das die­ser Frau wider­fah­ren ist, darf nicht ver­ges­sen wer­den. Daher wür­den wir es begrü­ßen, wenn bei­spiels­weise eine Hinweistafel über die Historie des Ortes infor­mie­ren könnte“, so Conti weiter.

Auch der Kulturausschuss-​Vorsitzende Michael Ziege begrüßt die Berücksichtigung der Historie. „Es ist rich­tig, an das Unrecht zu erin­nern, das den Opfern der Hexenverfolgung wider­fah­ren ist. Im Kulturausschuss haben wir daher im ver­gan­ge­nen Jahr beschlos­sen, das Buch ‚Magie – Gerüchte – Machtkampf‘ der Historikerin Alexandra Kohlhöfer zu ver­öf­fent­li­chen und allen Neusser Schulen zur Verfügung zu stel­len.“ Auch die Wideraufforstung unter­stützt Ziege, der Sprecher sei­ner Fraktion im Umweltausschuss ist.

Foto: SPD
(64 Ansichten gesamt, 1 Leser heute)