Grevenbroich: Bürgerinitiative pro O ist für alle Alternativen zur L361n offen

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Robert Schilken, Herausgeber



Grevenbroich – Die Bürgerinitiative pro Ortsumfahrung Kapellen-​Wevelinghoven (pro O e. V.) fin­det das Engagement einer neuen Facebookgruppe, eine Alternative für die L361n zu suchen, ja aller Ehren wert. Allerdings sind alle Vorschläge die­ser Gruppierung bereits durchgefallen:

Die hier pro­pa­gierte ‚Westumgehung 2.0’ wurde bereits im Jahr 2000 vom Planungsausschuss der Stadt Grevenbroich ver­wor­fen“, erläu­tert Leo Krüll, Pressesprecher von pro O. „Da die so genannte Variante VII (Ostumgehung K10/​K22; Westtangente) durch das damals geplante (und inzwi­schen bebaute Gebiet) der Ortserweiterung ‚Wohnen und Arbeiten am Bahnhaltepunkt Kapellen’ füh­ren sollte, wurde die Variante II (Ostumgehung mit orts­na­her Trassenführung) favo­ri­siert – auch weil die Streckenführung die­ser Variante nicht durch das Landschaftsschutzgebiet ‚An der Schwarzen Brücke’ führt.“

Darüber hin­aus biete die Variante VII keine direkte Nord-​Süd-​Verbindung und damit auch keine wesent­li­che Entlastung der Ortsdurchfahrtsstraßen. Sie ver­läuft par­al­lel zur A46 und würde das Verkehrsaufkommen von Kapellen und Wevelinghoven nach Noithausen und die angren­zen­den Stadtteile (z. B. Langwaden) ver­la­gern und eine Belastung der Neubürger im Neubaugebiet Kapellen ‚Am Bahnhaltepunkt’ mit sich brin­gen. „Die Streckenführung ist durch Kreisverkehre für den Schwerlastverkehr unge­eig­net. Außerdem würde für die Trasse eine immens teure Brückenkonstruktion über die Bahnlinie erfor­der­lich werden.

Eine Finanzierung durch die Deutsche Bahn, die die Personenbeförderung auf die­ser Bahnstrecke seit letz­tem Jahr bereits nicht mehr selbst durch­führt, erscheint uto­pisch. Außerdem würde eine sol­che Querung zwin­gend zum Wegfall des Bahnübergangs in Noithausen füh­ren“, erläu­tert Krüll.

Alle ande­ren Vorschläge der neuen Facebookgruppe wur­den bereits von pro O e. V. – zusam­men mit einer ande­ren Bürgerinitiative – in einem Forderungskatalog an die Stadt Grevenbroich gerich­tet. Aus ver­schie­de­nen Gründen war der Großteil der gefor­der­ten Maßnahmen nicht durch­führ­bar. „Der zustän­dige Landesbetrieb Straßen NRW hat klipp und klar fest­ge­stellt, dass er weder Tempo 30 (am Tag) noch ein dau­er­haf­tes Lkw-​Fahrverbot geneh­mi­gen werde“, stellt Krüll fest. „Im Übrigen emp­fin­den wir von pro O e. V. es als ziem­lich schlech­ten Stil, dass wir von der Aufkündigung der Zusammenarbeit mit ‚Rettet die Erftaue’ aus der Zeitung erfah­ren müs­sen – schließ­lich haben wir fast drei Jahre lang kon­struk­tiv und ver­trau­ens­voll zusam­men­ge­ar­bei­tet! Außerdem sollte doch gerade der Vorstand die­ser Initiative wis­sen, dass diese Maßnahmen nicht umsetz­bar sind – sie waren schließ­lich bei allen Gesprächen dabei.“

Der jetzt im Vorentwurf von der Landesregierung geneh­migte Streckenverlauf der L361n (Variante II) zer­schnei­det übri­gens nicht den Erftauen-​Bereich. Im Gegenteil: Die Trasse ist in das geplante ‚Perspektivkonzept zur Renaturierung der Erft’ des Erftverbandes har­mo­nisch ein­ge­bun­den“, erläu­tert Krüll. „Diese Umbaumaßnahmen wer­den die Flusslandschaft an der Erft erst wie­der zu einer Aue machen – zur­zeit gibt es zwi­schen Kapellen und Wevelinghoven auf­grund der für den Braunkohletagebau durch­ge­führ­ten Kanalisierungsmaßnahmen im letz­ten Jahrhundert über­haupt keine Erftaue. Es sind auch keine ‚Monster-​Brückenbauwerke’, son­dern har­mo­nisch in die Landschaft ein­be­zo­gene Streckenverläufe geplant.

Der gesetz­li­che Mindestabstand wird ein­ge­hal­ten: Der Abstand der L361n zur Wohnbebauung wird auf über 90 Prozent der geplan­ten Strecke 100 bis 200 Meter zur Wohnbebauung betra­gen. Und auch auf den rest­li­chen 10 Prozent wird der gesetz­li­che Mindestabstand ein­ge­hal­ten. Die meis­ten der dort an der Gilverather Straße befind­li­chen Häuser wur­den sogar erst nach Beginn der Planungen gebaut und muss­ten schon des­halb die gefor­der­ten Abstandswerte ein­hal­ten. Die Überquerung der Erft soll im Zuge einer lang gezo­ge­nen, in die Landschaft inte­grier­ten Brückenkonstruktion rea­li­siert wer­den, sie ist daher als unkri­tisch zu betrachten.“

Der Vorentwurf zur Streckenführung der L361n wurde vom Landesbetrieb Straßenbau NRW fer­tig gestellt und die Genehmigung für das Projekt wurde im März 2012 vom Verkehrsministerium des Landes Nordrhein-​Westfalen erteilt. Die Genehmigung ist wei­ter­hin gül­tig – ledig­lich die Umweltverträglichkeitsprüfung muss neu durch­ge­führt wer­den. Im vor­lie­gen­den Umweltverträglichkeitsgutachten wur­den keine Umweltbeeinträchtigungen festgestellt.

Den geplan­ten und im Vorentwurf bereits geneh­mig­ten Verlauf der L361n kann sich jede® Interessierte im Internetangebot von pro O unter https://​tinyurl​.com/​y​c​o​y​z​wue anse­hen oder downloaden.

Grafik: proO
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