Neuss: Junge Autoren lasen aus ihrem Buch – Interkulturelle Projekthelden

Neuss – In der Stadtbibliothek fand eine ganz besondere Lesung statt. Jugendliche lasen aus dem Buch „Verschieden – aber eins“ das in Zusammenarbeit mit den Interkulturellen Projekthelden entstanden ist.

Der Abend wurde zunächst durch die Einweihung des Medienbestandes vom Raum der Kulturen Neuss eröffnet, der nun in der Stadtbibliothek ausleihbar ist. Deniz Elbir, Interkulturbeauftragter der Stadt Neuss, und Hamdi Berdid, Vorsitzender vom Raum der Kulturen, zerschnitten ganz symbolisch das Band, mit dem das Regal als Geschenk umschlungen war. 

Der Raum der Kulturen ist ein Verbund von diversen Vereinen, in dem auch die Interkulturellen Projekthelden Mitglied sind. Durch den interkulturellen Medienbestand gibt es nun auf der zweiten Etage ein Regal mit dem Fokus „Willkommen Deutschland“.

Dorothea Gravemann, Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Neuss, berichtete dem Publikum vor der Lesung über die Besonderheiten des Jugendbuchprojektes. „Die BÜ.NE hat bewusst dieses interkulturelle Projekt mit unterstützt. Das Buch wird nicht nur in Neuss vorgestellt, sondern auch im Bundeskanzleramt. Darauf könnt ihr stolz sein, denn ihr habt etwas ganz Wunderbares auf die Beine gestellt“, so Gravemann. Frau Gravemann verteilte nach ihrer Rede an alle jungen AutorInnen und Mitwirkenden des Projekts Büchergutscheine und bedankte sich für die tolle Arbeit.

Vielfalt, Kultur, Migration und "verschieden sein" in einer multiethnischen Gesellschaft. Doch was denken Jugendliche selbst darüber? Oft reden Erwachsene über Kinder und Jugendliche, aber selten mit ihnen. An diesem Abend durften drei Jugendliche aus ihrem Leben berichten und direkt mit dem Publikum diskutieren. „Ich bin weder das eine, noch das andere, ich fühle mich deutsch, aber auch türkisch.  Zu meiner Identität gehören zwei Kulturen und diese sollten beide akzeptiert werden, der Mensch an sich sollte im Vordergrund stehen“, sagte Mirza aus dem Jugendvorstand der Projekthelden.

Felicitas, die ihr freiwilliges Jahr in der Stadtbibliothek absolviert, erklärte: „Eigentlich wollte ich anfangs als Autorin mitwirken, die in keiner weiteren Kultur aufgewachsen ist, da ich es selbst immer so empfand. Durch dieses Projekt habe ich mich intensiver mit meiner Biographie beschäftigt und mir wurde noch bewusster, dass ich schlesische Wurzeln besitze und dass diese mit zu meiner Persönlichkeit gehören.“

Pedro Domingo Hernández López, Moderator des Abends und Vorstandsmitglied im Raum der Kulturen, begleitete diesen Abend und die vielen Gespräche mit Jugendlichen, Eltern, Fachkräften und anderen Menschen aus der Neusser Stadtgesellschaft. Auch Akteure der Neusser Politik waren vertreten. Hakan Temel, der sich u.a. im Integrationsrat der Stadt Neuss engagiert, betonte die Wichtigkeit solcher Projekte für Kinder und Jugendliche.

Verschieden – aber eins:

12 Jugendliche (10 – 21 Jahre alt) haben in einem Projekt der „Interkulturellen Projekthelden e.V.“ ihre Geschichte(n) aufgeschrieben und illustriert. Texte auf Deutsch, in der Herkunftssprache und auf Englisch.

Weitere Infos finden Sie auf auf: https://i-projekthelden.de/publikationen

Foto: Eva Maria Noack
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