Grevenbroich/​Jüchen: Anrufer geben sich als Polizeibeamte aus – Betrüger waren erfolg­reich

Jüchen, Grevenbroich (ots) - Am Pfingstwochenende (18.-21.05.) erreichten die Polizei im Rhein-Kreis Neuss Hinweise auf mehrere betrügerische Anrufe, bei denen sich Unbekannte als Polizeibeamte ausgaben. Bei diesen Anrufern handelt es sich nicht um Polizisten, sondern um Betrüger, die die Angerufenen in Angst und Schrecken versetzen und dies für ihre Zwecke ausnutzen.

Einen solchen Anruf erhielten gleich mehrere Bewohner aus dem Jüchener Gemeindegebiet und dem Grevenbroicher Stadtgebiet. Am anderen Ende der Leitung behauptete ein Mann, von der Kriminalpolizei zu sein. Im Verlauf des Gesprächs fragten die "falschen Polizisten" ihre zumeist älteren Opfer nach Wertgegenständen und Bargeld in der Wohnung. Die Angerufenen erkannten in fast allen Fällen rechtzeitig die kriminellen Absichten, beendeten die Gespräche und verständigten die "richtige" Polizei. Leider hat sich die Masche offenbar noch nicht überall herumgesprochen - hinter Geldforderungen am Telefon stecken oft betrügerische Absichten. Somit wurden gleich zwei Frauen aus dem Rhein-Kreis Neuss Opfer des perfiden Vorgehens.

Einem Anrufer gelang es am Freitagabend (18.05.) in einem längeren Gespräch, eine über 60-jährige Jüchenerin dazu zu bewegen, Bargeld und Schmuck seinem angeblichen "Kollegen" zu übergeben. Laut der Story des Anrufers habe man eine Gruppe von Tätern gefasst und bei diesen eine Liste gefunden, auf der sich unter anderem die Daten der Jüchenerin befunden hätten. Um nicht Opfer einer Verbrecherbande zu werden, könne ein Bote das Hab und Gut abholen kommen.

Dieser auffallend kleingewachsene Bote, der im Bereich Hochneukirch aktiv war, konnte folgendermaßen beschrieben werden: Anfang bis Mitte 30 Jahre alt, zirka 160 Zentimeter groß, normale Statur, Glatze, bekleidet mit einer hellen Hose und einem bunten Pullover.

Ein weiteres Opfer gab es in Grevenbroich-Neukirchen zu beklagen. Eine 80-Jährige bekam erstmalig am Montag (07.05.) den Anruf eines vermeintlichen Polizeibeamten. Die männliche Stimme behauptete, dass die Kripo am Draht sei. Der Unbekannte erzählte der Frau von angeblichen Raubüberfällen in der Umgebung. Ermittlungen zufolge sei damit zu rechnen, dass auch die Seniorin Opfer eines solchen Überfalls werden soll.

Gleichzeitig erkundigte sich der Anrufer nach den Besitz- und Vermögensverhältnissen der Dame. Während mehrerer Anrufe und Gespräche in den weiteren zwei Wochen schaffte es der Betrüger, Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit bei der 80-Jährigen auszuräumen. So gelang es ihm, die Frau zur Übergabe eines hohen Geldbetrages zu animieren.

Die Masche der Betrüger ist nicht neu. Die "falschen Polizeibeamten" bieten immer an, die Wertgegenstände sicher bei der Polizei zu verwahren. Dafür würde ein Kollege vorbeikommen und diese abholen. Tipps der "echten Polizei", um nicht Opfer von Betrügern zu werden:

  • Machen Sie am Telefon keine Angaben zu Ihren Vermögensverhältnissen.
  • Geben Sie keine persönlichen Daten heraus.
  • Beenden Sie das Gespräch - legen Sie auf. Lassen Sie sich nicht einschüchtern oder drängen.
  • Notieren Sie - wenn möglich - Uhrzeit des Anrufes, den Namen des angeblichen Polizisten und die Telefonnummer.
  • Informieren Sie anschließend die Polizei (02131-3000 oder Notruf 110).

Grundsätzlich gilt: Die echte Polizei wird sich niemals am Telefon nach dem Aufbewahrungsort von Schmuck und Bargeld erkundigen.

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