Grevenbroich: Betrugsopfer vor gro­ßem finan­zi­el­lem Schaden bewahrt

Grevenbroich (ots) - Dass Betrüger es häufig auf das Geld argloser Senioren abgesehen haben (Stichworte: "Enkeltrick", "Falsche Polizeibeamte", "Schlüsseldiensttrick", "Schockanrufe") hat sich herumgesprochen.

Wie wichtig das ist, zeigt sich nicht nur an den vielen erfolglosen Betrugsversuchen, die die Polizei verzeichnet, sondern äußert sich auch in Sachverhalten, wie dem Folgenden:

Am Mittwochnachmittag (16.05.), bewahrten eine aufmerksame Bankangestellte und ihr Team eine Grevenbroicherin davor, Opfer von Betrügerinnen zu werden.

Bereits am Mittwochmorgen war eine Frau mittleren Alters bei einer Seniorin in Grevenbroich vorstellig geworden, weil diese nach einer Haushaltshilfe gesucht hatte. Da die Seniorin noch Besorgungen erledigen musste, begleitete die Bewerberin sie kurzerhand und fuhr sie mit ihrem Auto, einem blauen Wagen mit Neusser Kennzeichen, nach Wevelinghoven und Gustorf. Zwischenzeitlich stieg noch eine angebliche Schwester der Unbekannten zu. Die Frauen berieten die Seniorin dahingehend, ihr gesamtes Erspartes vom Konto abzuheben, da es zu Hause sicherer aufgehoben sei. Gemeinsam fuhr man daraufhin zur Filiale eines Kreditinstitutes in Elsen. Während das betrügerische Duo im Auto wartete, versuchte die Seniorin am Schalter, über ihr Barvermögen zu verfügen und es sich auszahlen zu lassen.

Die aufmerksame und offenbar gut informierte Angestellte hinterfragte das Vorhaben und wurde hellhörig, als sie von den beiden Frauen im Auto erfuhr. Sie zog den Filialleiter zu Rate. Während ein Mitarbeiter vor der Filiale Ausschau nach den Verdächtigen hielt, informierten seine Kollegen die Polizei. Doch das Duo bemerkte, dass es aufgeflogen war und fuhr schnell davon.

Im Beisein der Polizei stellte die Seniorin kurz darauf fest, dass ihr einige hundert Euro aus der Handtasche entwendet worden waren. Doch der Verlust mehrerer tausend Euro blieb ihr durch das beherzte Handeln der Bankangestellten erspart.

Das blaue Auto mit den beiden Frauen konnte an diesem Nachmittag nicht mehr festgestellt werden. Inzwischen ermittelt die Kripo und fahndet anhand einer Beschreibung nach den Tatverdächtigen.

Die ältere von beiden war etwa 46 bis 48 Jahre alt, 155 bis 160 Zentimeter groß, hatte blond gefärbte, schulterlange Haare und trug eine Brille.

Ihre Komplizin war 25 bis 30 Jahre alt, auffallend schlank und hatte blond gesträhnte, schulterlange Haare.

Hinweise von möglichen Zeugen nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 02131 300-0 entgegen.

Für das geistesgegenwärtige Handeln der Bankangestellten überreichte Friedhelm Hinzen, Abteilungsleiter der Polizei im Rhein-Kreis Neuss, am Donnerstag (17.5.) einen Polizeiteddy als Dankeschön und würdigte das Engagement im vorliegenden Sachverhalt, stellvertretend für alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Kreditinstituten, die ihre Kunden durch ihr aufmerksames Verhalten und umsichtiges Handeln davor bewahren, Opfer von Straftaten zu werden.

Der Leitende Polizeidirektor Friedhelm Hinzen überreicht einen Polizeiteddy als Anerkennung für das engagierte Handeln einer Bankangestellten. Foto: Polizei

 

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