Immaterielles Kulturerbe: Fünf wei­tere Traditionen ins Landesinventar aufgenommen

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Robert Schilken, Herausgeber



Klartext​.NRW – Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft teilt mit: Das Land ermit­telt und doku­men­tiert das kul­tu­relle Erbe auf sei­nem Gebiet. Eine Jury hat jetzt fünf wei­tere Traditionen aus ver­schie­de­nen Regionen aus­ge­wählt, die einen Eintrag im Landesinventar des imma­te­ri­el­len Kulturerbes erhalten.

Die Neuaufnahmen rei­chen von münd­li­chen Traditionen über dar­stel­lende Künste und Bräuchen bis hin zu Wissen über Natur und das Universum und tra­di­tio­nel­len Handwerkstechniken.

Die Landesjury für das Immaterielle Kulturerbe hat fol­gende fünf Traditionen aus 14 ein­ge­gan­ge­nen Bewerbungen empfohlen

  • Martinstradition: Bei der Martinstradition han­delt es sich um Bräuche mit Laternenumzug, Martinsliedern, Martinsfeuer, Darstellung der Mantelszene, Verteilung von Süßigkeiten an Kinder und der mora­li­schen Botschaft zur Nächstenliebe.
  • Anlage und Pflege von Flechthecken: Das Flechten und die Erhaltung von leben­den Zäunen für land- und forst­wirt­schaft­li­che Zwecke sowie die beson­dere Technik des Knotens gehö­ren zur Anlage und Pflege von Flechthecken. 
  • Bolzplatzkultur: Eine jugend­kul­tu­relle Form der gesell­schaft­li­chen Selbstorganisation, die ihren Ursprung in den städ­ti­schen Milieus der 1920iger Jahre hat. 
  • Brieftaubenwesen: Es umfasst die Brieftaubenhaltung und Zucht sowie Wettbewerbe im Hinblick auf Distanzflug und Schönheit. 
  • Haubergswirtschaft im Siegerland und in angren­zen­den Regionen: eine nach­hal­tige gemein­schaft­li­che Form der Waldbewirtschaftung, die seit Jahrhunderten im Siegerland aus­ge­übt wird. 

Rheinischer Karneval, Schützenwesen, Flussfischerei an Rhein und Sieg, das Bochumer Maiabendfest und der Osterräderlauf in Lügde sind bereits im Landesinventar ein­ge­tra­gen. Das Landesinventar wurde ein­ge­rich­tet, um die Sichtbarkeit der kul­tu­rel­len Vielfalt zu ver­bes­sern und nicht zuletzt dadurch auch das ehren­amt­li­che Engagement der Bevölkerung im Land zu stärken.

Die Bewerbungen ver­wei­sen sowohl auf das Zusammenleben der Menschen des Landes als auch auf den Kulturtransfer mit angren­zen­den Regionen und euro­pa­wei­ten Verbindungen. Den Bräuchen und imma­te­ri­el­len kul­tu­rel­len Phänomenen soll durch die Eintragung eine stär­kere Aufmerksamkeit zukommen.

Das Land Nordrhein-​Westfalen nomi­niert des Weiteren fol­gende kul­tu­relle Ausdrucksformen für das bun­des­weite Verzeichnis des imma­te­ri­el­len Kulturerbes

  • Anlage und Pflege von Flechthecken,
  • Brieftaubenwesen,
  • Haubergswirtschaft im Siegerland und in angren­zen­den Regionen,
  • Osterräderlauf in Lügde,
  • Wissen über die Bedeutung, Herkunft und Ausbreitung des Stellenwertsystems und Ziffernrechnens.

Hintergrund der Anfertigung der Verzeichnisse auf Landes- und auf Bundesebene ist die Umsetzung des UNESCO-​Übereinkommens zur Erhaltung des imma­te­ri­el­len Kulturerbes, dem die Bundesrepublik Deutschland 2013 bei­getre­ten ist.

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