Grevenbroich: Stickoxidbelastung ist in Kapellen so hoch wie in Düsseldorf – Bürgerinitiative pro O for­dert Entlastung

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Robert Schilken, Herausgeber



Grevenbroich-​Kapellen – (pro O e. V.) Die Belastung der Atemluft mit Stickstoffdioxid (NO2) liegt auf der Talstraße in Kapellen nach aktu­el­len Messungen bei 32,1 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter (µg NO2/m⊃3;).

Die NO2-​Belastung erreicht damit nahezu das Niveau gro­ßer Hauptverkehrsstraßen in Düsseldorf wie z. B. Kaiserswerther- (32,6) oder Münsterstraße (33,2). „Im Februar wur­den die gesund­heits­ge­fähr­den­den Auswirkungen des enorm hohen Verkehrsaufkommens auf der Talstraße erst­mals offi­zi­ell fest­ge­stellt”, klagt Leo Krüll, Pressesprecher der Bürgerinitiative pro Ortsumfahrung Kapellen-​Wevelinghoven (pro O e. V.), an: „Jetzt sind Politik und Verwaltung gefor­dert, die Belastungen für die Anwohner zu verringern.” 
 
Nach aktu­el­len Studien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) „müs­sen gesund­heits­re­le­vante Wirkungen von NO2 ab einer lang­fris­ti­gen durch­schnitt­li­chen Exposition von 20 µg/m⊃3; kal­ku­liert wer­den”. Fahrverbote für Dieselfahrzeuge dür­fen ab 40 µg NO2/m⊃3; aus­ge­spro­chen wer­den. In der „Verordnung über Luftqualitätsstandards und Emissionshöchstmengen” ist ein Jahresgrenzwert von 40 µg/m⊃3; im Jahresmittel fest­ge­legt, der seit 2010 ein­zu­hal­ten ist.
 
Im Februar 2018 hatte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) mit vie­len hun­dert frei­wil­li­gen Helfern einen Monat lang an 559 Orten in Deutschland die Stickstoffdioxid-​Belastung gemes­sen. Heiko Ziemann, ein umwelt­be­wuss­ter Kapellener Bürger, hatte sich um die Teilnahme an der Messaktion der DUH „Decke auf, wo Atmen krank macht” bewor­ben und den Zuschlag erhal­ten. Mit Unterstützung von pro O wurde am 1. Februar ein sog. Passivsammler an der Talstraße in Kapellen ange­bracht. Passivsammler sind kleine Röhrchen, in denen sich eine che­mi­sche Substanz befin­det, die die Messkomponente (in die­sem Fall Stickstoffdioxid, NO2) bin­det. Nach vier Wochen wur­den die Röhrchen ver­schlos­sen und an die DUH zurück­ge­sandt. Die Auswertung erfolgte bei dem akkre­di­tier­ten Schweizer Labor Passam AG
 
Die ermit­tel­ten Messwerte bil­den nicht den Jahresmittelwert ab, son­dern einen Durchschnittswert für den Zeitraum der Messaktion. Dieser liegt nach den Erfahrungen bis­lang durch­ge­führ­ter Messungen aber meist nahe am Jahresdurchschnitt und lässt des­halb durch­aus Rückschlüsse auf das gesamte Jahr zu. Aufgrund des star­ken Kälteeinbruchs wäh­rend der Hälfte des Messzeitraums liegt der von den Passivsammlern ermit­telte Wert aber um etwa zehn Prozent unter dem tat­säch­li­chen Wert. Das haben Referenzmessungen an den offi­zi­el­len Messstationen und der Vergleich mit den Februar-​Messungen des Umweltbundesamtes (UBA) bestä­tigt. Entscheidend ist aber nicht die Messdauer, son­dern der genaue Standort, an dem gemes­sen wird. Alle Ergebnisse der Februar-​Messaktion hat die DUH auf der Internetseite https://​www​.duh​.de/​a​b​g​a​s​a​l​a​rm/ veröffentlicht.
 
Die Bürgerinitiative pro O e. V. macht deut­lich, dass (Diesel- oder Lkw-) Fahrverbote das Problem nicht lang­fris­tig lösen kön­nen: „Nur die Realisierung der Ortsumfahrung L361n kann die Verkehrsprobleme vor Ort – also an allen Durchfahrtsstraßen in Kapellen und Wevelinghoven – nach­hal­tig lösen,” stellt Krüll fest. „Die L361n ist alter­na­tiv­los, und des­halb wer­den wir wei­ter für den Bau die­ser Entlastungsstraße kämpfen!” 

Text/​Foto: Bürgerinitiative pro O e. V.

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