BUND: „Klöckner irrt – Nationales Glyphosatverbot möglich”

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – Zu den Aussagen von Landwirtschaftsministerin Klöckner, sie sehe die Durchsetzbarkeit eines Verbots von Glyphosat skep­tisch, kom­men­tierte Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschlands (BUND):

Ministerin Klöckner liegt in der Glyphosatfrage falsch. Deutschland sind bei einem Verbot kei­nes­wegs die Hände gebun­den. Aufgrund der mas­si­ven Auswirkungen von gly­pho­sat­hal­ti­gen Pflanzenschutzmitteln auf die bio­lo­gi­sche Vielfalt könnte Deutschland im Rahmen der natio­na­len Zulassung Verbote und Auflagen erlas­sen, um unan­nehm­bare Risiken für die Umwelt abzu­wen­den. Das bestä­tigt auch der wis­sen­schaft­li­che Dienst des Bundestages.

Eine Umfrage* des BUND zeigt: 85 Prozent der Bevölkerung wol­len den Komplettausstieg aus Glyphosat. 87 Prozent davon spre­chen sich für ein Ende des Totalherbizids inner­halb der nächs­ten drei Jahre aus. Ministerin Klöckner sollte die­sen Wunsch umset­zen, statt sich hin­ter fal­schen Behauptungen zu ver­ste­cken. Nach wie vor ist die Landwirtschaft der mit Abstand größte Verwender von Glyphosat:

40 Prozent der Ackerfläche wer­den mit Glyphosat behan­delt. Von den 5.000 Tonnen des Ackergifts, die jähr­lich in Deutschland ein­ge­setzt wer­den, lan­den nur 100 Tonnen bei Privatanwendern, 65 Tonnen wer­den von der Bahn eingesetzt.

Dabei wol­len wir kei­nes­wegs den Landwirtinnen und Landwirten die Schuld für diese Entwicklungen in die Schuhe schie­ben. Verantwortlich sind die poli­ti­schen Rahmensetzungen, die die Landwirtschaft seit Jahrzehnten ein­sei­tig auf Kostenführerschaft und Weltmarkt trim­men. Die Politik muss end­lich gegen­steu­ern, damit Bäuerinnen und Bauern mit einer umwelt- und tier­ge­rech­ten Bewirtschaftung gute Einkommen erwirt­schaf­ten können.“

*Die Emnid-​Umfrage im Auftrag des BUND (Februar 2018) fin­den Sie zum Download unter: www​.bund​.net/​g​l​y​p​h​o​s​a​t​-​u​m​f​r​age
 

  • Zum Thema pes­ti­zid­freie Kommune unter: https://​www​.bund​.net/​u​m​w​e​l​t​g​i​f​t​e​/​p​e​s​t​i​z​i​d​e​/​p​e​s​t​i​z​i​d​f​r​e​i​e​-​k​o​m​m​u​ne/

Aufgeschlüsselt nach Parteineigung ergab sich bei der Frage nach einem fes­ten Zeitpunkt für den Komplettausstieg fol­gen­des Zustimmungsbild:

  • SPD 81 Prozent, CDU/​CSU 87 Prozent, Bündnis 90/​Die Grünen 91 Prozent, FDP 73 Prozent, Die Linke 94 Prozent.

Aufgeschlüsselt nach Parteineigung ergab sich bei der Frage, ob der Komplettausstieg inner­halb der nächs­ten drei Jahre abge­schlos­sen sein muss, eben­falls eine sehr deut­li­che Zustimmung:

  • SPD 90 Prozent, CDU/​CSU 88 Prozent, Bündnis 90/​Die Grünen 92 Prozent, FDP 100 Prozent, Die Linke 99 Prozent.

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