Love Scamming” – Die kri­mi­nelle Masche mit den „Frühlingsgefühlen”

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Rhein-​Kreis Neuss (ots) – In Kürze locken uns warme Sonnenstrahlen wie­der nach drau­ßen in Cafés, Parks und Innenstädte. Wer dank der Frühlingsgefühle Lust auf ein roman­ti­sches Abenteuer hat oder auf der Suche nach der gro­ßen Liebe ist, muss heut­zu­tage kei­nen Fuß mehr vor die Tür setzen.

Der hei­mi­sche PC bie­tet die Möglichkeit, über Partnerbörsen oder soziale Netzwerke welt­weit Menschen ken­nen – und viel­leicht sogar lie­ben zu ler­nen. Doch Vorsicht ist gebo­ten. Sogenannte „Love-​Scammer” (Liebesbetrüger) sind im Internet auf der Suche nach ein­sa­men Herzen, mit dem Ziel, sich an ihnen ille­gal zu bereichern.

Und so funk­tio­niert die Masche: Singles – oft­mals Frauen – gera­ten im Internet an einen meist aus­län­di­schen Chatpartner, des­sen Profil ein attrak­ti­ves, aber fal­sches Foto und eine ver­trau­ens­er­we­ckende Legende auf­weist. Der Täter baut fortan, über einen meist lan­gen Zeitraum, eine inten­sive Beziehung zu sei­nem Opfer auf, durch roman­ti­sche Mails, stun­den­lange Telefonate und Chats.

Bei den Gesprächen geht es zu Beginn kei­nes­wegs um Geld, son­dern um all­täg­li­che Themen sowie um Liebe und eine gemein­same Zukunft. Kurz bevor ein ersehn­tes Treffen statt­fin­den soll, pas­siert etwas schein­bar Unvorhersehbares. Der betrü­ge­ri­sche Geliebte kann auf­grund wid­ri­ger Umstände (Diebstahl, Unfall, Kreditkartenprobleme, Gebühren) die Reise nach Deutschland nicht antre­ten und bit­tet um die Übersendung von Geld per Bargeldtransfer. Dabei unter­nimmt der Täter große Anstrengungen, damit keine Zweifel an der ver­si­cher­ten gro­ßen Liebe aufkommen.

Auch im Rhein-​Kreis Neuss brach­ten „Love-​Scammer” ihre Opfer so um ihr Erspartes. Teils über Jahre hin­weg, trans­fe­rier­ten ein­zelne Geschädigte Summen im sechs­stel­li­gen Bereich nach Westafrika.

Die Masche mit dem kri­mi­nel­len und letzt­lich teu­ren vir­tu­el­len Flirt funk­tio­niert aber auch bei Männern. Während weib­li­che Opfer oft über Jahre hin­weg von den Tätern umgarnt wer­den müs­sen, um das not­wen­dige Vertrauen auf­zu­bauen, fal­len Männer oft inner­halb weni­ger Minuten einem fol­gen­schwe­ren Irrtum zum Opfer.

Dem Angebot einer attrak­ti­ven Chatpartnerin, vir­tu­elle Zärtlichkeiten aus­zu­tau­schen, kön­nen man­che Männer nicht wider­ste­hen. Dabei rech­nen sie nicht damit, dass ihr Tun über die Webcam auf­ge­zeich­net oder foto­gra­fiert wird. Mit den kom­pro­mit­tie­ren­den Bildern erpresst die Täterin anschlie­ßend ihr Opfer.

Die Polizei geht im Bereich des „Love-​Scamming” von einem gro­ßen Dunkelfeld aus. Viele Opfer erstat­ten aus Scham keine Anzeige.
Um einer gro­ßen Enttäuschung und dem finan­zi­el­len Schaden vor­zu­beu­gen, bit­tet die Polizei alle Verliebten und roman­ti­schen Abenteurer, die rosa­rote Brille für einen kur­zen Augenblick bei­seite zu legen und die erfor­der­li­che Vorsicht bei Flirts im Internet wal­ten zu lassen.

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